Dies änderte sich aber, als meine Reisebegleitung und ich in einem Hostel am Lagio di Como eincheckten und ich beim Frühstück eine interessante Sumo-Postkarte an der Wand entdeckte. Die Karte zeigt ein Doyho-iri und war schon recht verblasst, sodass ich als fast kompletter Laie auch nicht wirklich was lesen konnte.
Am selben Abend schaute "Gevatter Zufall" ein zweites Mal vorbei und wir lernten einen 43jährigen Ingenieur aus der Präfektur Gifu kennen, der ebenfalls für eine Nacht ein Bett gemietet hatte.
Ich lernte ihn erst durch meine Begleitung kennen und diese hatte auch schon während des ersten Smalltalks erwähnt, dass ich großer Sumofan sei.
Für ihn (Hidehito) war dies sehr verblüffend und er erschien immer überraschter als wir mit Leichtigkeit über Koenkais, Heyas, Chanko-nabe und Tsukebitos reden konnten.
Als ich ihm dann noch ohne Probleme die in Kanji geschriebenen Shikona der aktuellen Banzuke vorlesen konnte, hatte ich mir selbst den Stempel "Sumo-Fanatiker" aufgedrückt, womit ich aber gut leben kann.
Aber zurück zur Postkarte: Hidehito konnte mir sagen, dass sie Sekitori aus der Edo-Zeit abbildet und es ein "Nishi Doyho-iri" sei.
Ich habe mal versucht ein Bild der Postkarte online zu finden und bin über dieses hier gestoßen:

Leider bin ich mir nicht 100% sicher, ob es tatsächlich dieses Bild war. Restzweifel bleiben bestehen, da die Postkarte farblich doch ein wenig anderes aussah. Auf jeden Fall enthält die kleine Box das Kanji für "Nishi".
Kann jemand sagen, ob das von mir gepostete Bild mit den oben genannten Infos übereinstimmt?
And last but not least, was lernt man noch aus diesem Kurztrip: Auch wenn man denkt, man kann sich dem Ozumo entziehen, so lauert es doch an vielen Ecken dieser Erde.

