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Buchkritik: "Gaijin Yokozuna" von Mark Panek?

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Buchkritik: "Gaijin Yokozuna" von Mark Panek?

Beitragvon gernobono » 3. Aug 2006 19:12

Dieses Buch wurde im letzten SFM schon von Barbara Ann Klein besprochen. Da es sich um ein Buch über Akebono handelt, musste ich es mir natürlich sofort kaufen. Das Buch ist in Englisch geschrieben.

Eigentlich schreibe ich diese Kritik um potentielle Käufer zu warnen. Es gibt für mich viele Gründe, dass ich nach dem Lesen vom Kauf eher abraten möchte. Natürlich finden andere Leser Dinge, die mich stören, nicht als so wichtig. Es wäre mir also sehr recht, wenn noch jemand etwas zu dem Buch schreiben könnte.

Hier also ein paar Punkte, die mich stören

1. Der Autor hat anscheinend Akebono nur im Jahr 1998 begleitet. Vorkommnisse von früher werden normalerweise in Interviews beleuchtet, wobei kaum Akebono selbst, sondern hauptsächlich Freunde und Verwandte zu Wort kommen. Spätere Vorkommnisse werden in 2 Sätzen abgehandelt.

2. Es ist recht wenig im Buch, das wirklich den Yokozuna direkt betrifft. Man erfährt mehr über seine Lebensumstände in Hawaii (die strenge Mutter, den Vater, der nur vor der Glotze hängt und den Bruder, der im Knast sitzt) und sein Verhältnis zu den anderen Hawaiianer im Sumo.

3. Man bekommt fast keine Info zu seinen Gegnern oder den anderen Sekitori wie die Hanada-Brüder. Da erfährt man nur, dass er sie um deren Popularität beneidete.

4. Meist gibt es Gejammere, wie arm Akebono doch immer war und um wieviel schwerer er sich getan hat, als seine japanischen Gegner, die es wie Takanohana nur zum Yokozuna geschafft haben, weil sie das starke Futagoyama-Beya hinter sich hatten.

5. Die Interviews und persönlichen Reden Akebonos sind wohl sehr realistisch in seiner hawaiianischen Pidgin-Englisch-Sprache geschrieben. Obwohl ich recht gut Englisch kann, waren die Sätze teilweise sehr schwer zu verstehen und ich musste nicht nur einmal einen Satz mehrmals lesen.

6. Überhaupt ist das ganze Buch eher eine Lobhudelei für Akebono und liest sich stellenweise wie ein Aufsatz aus der Grundschule

Mir fällt jetzt nicht mehr ein, obwohl mir beim Lesen sicher noch das eine oder andere aufgefallen ist. Positives gibt es nicht so viel zu berichten. Am interessantesten erschienen mir die paar Anekdoten, die es zu lesen gibt. Von denen hätte ich mir mehr gewünscht.
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Beitragvon Jakusotsu » 15. Sep 2006 17:34

Ich habe das Buch jetzt auch fertig gelesen und bin lange nicht so enttäuscht wie Gernobono. Natürlich ist diese Biografie auf Akebono fixiert, insofern stört es mich wenig, dass die anderen Rikishi nur im Zusammenhang auftauchen. Die Lebensumstände in Hawaii gehören zu seinem Leben selbstverständlich dazu, also möchte ich darüber auch etwas erfahren. Und an die seltsame Sprache der Hawaiianer habe ich mich schnell gewöhnt - das macht das Leseerlebnis umso authentischer.

Beim Vorwurf der Lobhudelei gebe ich Gernobono zum Teil recht. Der Author versucht wirklich alles, um Akebono im möglichst besten Licht darzustellen. Aber das macht er recht geschickt, so dass sich das Buch an diesen Stellen fast schon wie ein Kitschroman liest. (Es soll ja Leute geben, die so etwas mögen.) :P

Ich habe die Lektüre jedenfalls nicht bereut, und etliche Dinge erfahren, die unabhängig vom Wahrheitsgehalt zumindest interessant zu lesen waren.
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Beitragvon Akebono » 30. Mär 2008 15:30

Vielen Dank für eure Rezensionen. Da ich es schon bestellt habe, werde ich das Buch auch lesen, selbst wenn es evtl. Nachteile hat. Jeder soll sich seine eigene Meinung bilden können.

:lol:
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Beitragvon Akebono » 10. Mai 2008 08:30

Hallo Gernorobo,

du hast ja das Buch von Mark Panek gelesen und warst unzufrieden. Zur Zeit lese ich das Buch und komme zu folgender Zwischenbilanz:
Positiv: Das Buch vermittelt Details über Chad Rowan, die sonst wohl kaum in Erfahrung zu bringen sind.
Negativ: Mir ist das Englisch etwas zu kompliziert, aber das liegt auch an mir, meine Kenntnisse sind etwas verkümmert, insofern ist das Buch eine gute Auffrischung. Du hast auch recht, dass Panek sehr einseitig über Akebono schreibt, aber das haben die meisten Biografen so an sich.

Schöne Pfingsten!
:)
Akebono
 
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