Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Japan, Japaner und deren Sprache

Moderator: Watashi

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Watashi
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Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

Liebe Freunde und Feinde (?) des gepflegten Adventskalenders,

es ist wieder soweit. Der 1. Dezember ist da und mit ihm kommt der inzwischen ja schon fast traditionelle Sumoforumsadventskalender, der eigentlich ein ziemlich sumoloser Adventskalender ist. Wobei, wenn ihr dieses Jahr genau hinseht, werdet ihr vielleicht das eine oder andere Mal mehr oder weniger entfernte Bezüge zum Sumo finden. Doch in erster Linie behandelt dieser Adventskalender Japan, seine Sehenswürdigkeiten, seine Merkwürdigkeiten und seine Spezialitäten. Oder in anderen Worten: Alles, was ihr noch nie über Japan wissen wolltet. Ich wünsche viel Spaß.

Die passende Karte findet ihr (sobald ich das neue Google Maps durchschaut habe) hier.

Hana-ichi
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Hana-ichi »

:applaus :Chinese :riesenfreu

Silke
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Watashi
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

1. Die Weihnachtszeit in Japan – oder: ein Weihnachtsmarkt in Tōkyō

Beginnen wir mit einem kleinen Quiz: Wann beginnt in Japan die Weihnachtszeit?

a) Am 1. November
b) Am 1. Dezember
c) Am 1. Adventssonntag
d) Welche Weihnachtszeit?

Und die richtige Antwort ist… natürlich a). Am 1. November oder genauer: direkt nach Halloween. Dann werden die Kürbisdekorationen direkt durch Rentiere, Weihnachtsbäume und Engelsfiguren ersetzt. Was wären japanische Kaufhäuser und Schaufenster ohne eine kitschige Dekoration.

Und etwas ganz Besonderes findet sich am Tokyo Skytree, dem neue Fernsehturm von Tōkyō (den wir uns später ansehen): Dort gibt es einen richtigen Weihnachtsmarkt. Bei deutlich über 10 Grad plus muss man allerdings auf den Schnee zumindest Anfang November verzichten, aber in Tōkyō schneit es ohnehin selten.
1a Weihnachtsmarkt.jpg
Der Weihnachtmarkt hat richtige kleine Holzhütten (das ist spaßigerweise in Marburg ähnlich) mit Engeln, einer Maria und natürlich einer Krippe (das ist in Marburg nicht so). Nicht, dass die Japaner über Nacht Christen geworden wären, aber wen stört schon so ein bisschen Religion, wenn die Deko so schön ist.
1b Engel und Krippe.jpg
Natürlich ist ein Weihnachtsmarkt ohne Weihnachtsbaum nicht komplett. Also für diejenigen, die sich beschweren, dass die ersten Weihnachtsbäume in Deutschland schon vor dem 1. Advent auftreten: Es geht immer noch früher.
1c Weihnachtsbaum.jpg
Und welcher Weihnachtsmarkt ist schon vollständig ohne...
1d Glühwein.jpg
Wir sehen also, welches Land Vorbild für dieser Weihnachtsmarkt war (und nein, es ist nicht unser südlicher Nachbar, es gab auch "Münchner Weisse").
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Cayman
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Cayman »

Er ist wieder da, der Adventskalender... vielen Dank, Anke. Schön dass du das wieder für uns machst.

:Chinese

Metzinowaka
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Metzinowaka »

es gab auch "Münchner Weisse"
Wat is dit denn. It dachte dit jibt nur Bärliner Weisse :wink:

Vielen Dank im voraus für die Mühe, die Du dir jedes Jahr mit diesem Adventskalender machst. Es gibt doch was schönes in der Vorweihnachtszeit. :Chinese :Chinese

Tsubame
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Tsubame »

Wunderbar :applaus Ich freue mich schon auf die nächsten Episoden!

Watashi
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

2. Go West

Nach dem jahreszeitbedingten Einstieg fahren wir nach Westen auf die sechstgrößte Insel Japans, nach Sado. Die fünf Inseln, die größer sind, kennen wir schon: Honshû, Hokkaidô, Kyûshû, Shikoku und Okinawa hontô (die Hauptinsel von Okinawa). Jetzt kommt also Nr. 6.

Und wie kommen wir dahin? Lasst uns mal sehen:

Ist es ein Flugzeug?
2a Ein Flugzeug.jpg
Ist es eine normale Fähre?
2b eine Fähre.jpg
Nein, es ist ein Hydrofoil, ein Tragflächenboot.
2c Ein Hydrofoil.jpg
Das kann zwar keine Autos transportieren (dafür gibt es die Fähre), dafür ist es aber schneller als alle Autos auf Sado (solange ich nicht am Steuer sitze).
2c ein schnelles.jpg
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit außerhalb vom Autobahnen sind nämlich wahnsinnige 60 km/h in Japan. Und Sado hat keine Autobahnen. Aber das ist eine traurige Geschichte für einen anderen Tag. Jetzt freut euch schon einmal auf Sado, denn wir werden ein paar Tage bleiben.
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Watashi
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

3. Dem Himmel so nah

Wir sind jetzt also auf Sado und was liegt näher, als uns erst einmal einen Überblick zu verschaffen. Dazu müssen wir uns allerdings etwas organisieren, was wir bisher noch nie getan haben, nämlich...
3a Ein Auto.jpg
Ja, wir werden jetzt erstmals ins Auto steigen. Selbst mein Lonely Planet Reiseführer, der sonst alles per Bus und Bahn macht, empfiehlt, auf Sado über ein Auto nachzudenken. Und er hat recht. Es gibt zwar ein Busangebot, das die wichtigsten Punkte ansteuert, aber den vollen Überblick bekommt man nur, wenn man selbst mobil ist. Mietwagen heißt auf Japanisch übrigens レンタカー rentakaa, vom englischen Rent a car. Der eigene Wagen ist マイカー maikaa, von Englisch My car.

Und zu Anfang steigen wir gleich ins Auto und fahren nach oben, um den besagten Überblick zu bekommen. Wir folgen der sogenannten Ôsado Skyline (Große Sado Skyline), die uns immer höher ins Gebirge bringt. Die Straße, auf der wir fahren, ist steil und erinnert eher an einen militärischen Kolonnenweg denn an eine normale Straße.
3b Kolonnenweg.jpg
Und das hat seinen Grund. Kurz vor dem höchsten Punkt der Skyline gibt es nämlich ein kleines militäisches Sperrgebiet, wohl ein Stützpunkt der Luftverteidigungskräfte Japans.
3c Sperrgebiet.jpg
Und gleich darüber ist (natürlich) der praktische Parkplatz nebst Souveniershop mit kleinem Cafe und natürlich Aussichtsterrasse. Wir sind schließlich in Japan. Und von da oben hat man wirklich eine schöne Aussicht über die zentrale Ebene von Sado. Auf der einen Seite kann man bis zum Hafen sehen, an dem wir gestern angekommen sind.
3d Hafen.jpg
Im der MItte liegt die Ebene und man kann sehen, dass Sado nicht gerade dicht besiedelt ist, sondern auf der relativ geringen Fläche, die nicht aus Bergen besteht, auch noch viele Felder sind.
3e Mitte.jpg
Und in die andere Richtung kann man bis zur anderen Seite der Insel bis zum Meer sehen.
3f Meer.jpg
Richtig groß ist dieses Sado also nicht wirklich. Aber zu seiner Verteidigung: der zentrale Teil ist der schmalste, der nördliche und südliche Teil sind breiter.
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Jakusotsu
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Jakusotsu »

Manchmal erscheinen mir Traumbilder aus einer besseren Zukunft, und in einem von diesen klicke ich bei Amazon auf die Sammleredition von "Watashis Adventskalender".
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Watashi
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

4. Gold im Berg

Am Ende der Osado Skyline fahren wir auf einen der großen Parkplätze an der alten Goldmine von Sado, Sado Kinzan (wörtlich: Sado Goldberg). Japan hatte nicht sehr viele Goldminen, die mit Abstand größte war die auf Sado, weshalb die Insel sofort der Zentralregierung unterstellt wurde, damit der direkte Zugriff auf das Gold gesichert war. Und wenn man mal nicht genug Arbeiter hatte, wurden in Edo einfach ein paar Obdachlose von den Straßen gesammelt und nach Sado verschifft. Menschenrechte mussten sich offenbar dem Goldhunger unterordnen.

Heute ist das natürlich nicht mehr der Fall (naja, ist ja auch kein Gold mehr da...), heute ist die MIne ein Touristenhighlight. Man kann in die alten Stollen hinabsteigen und ich würde empfehlen, einen Pulli oder eine Jacke dabei zu haben. Sonst kann man ganz schön frieren (ja, ich hatte meine Jacke natürlich im Auto gelassen).
4a in die MIne.jpg
In den alten Tunneln werden die Arbeitsbedingungen der Arbeiter heute nachgebildet. Da heute Menschenrechte etwas mehr zählen und Japaner auf Roboter stehen, sind die Arbeiter heute mechanisch und stellen die alten Arbeitsabläufe nach.
4b Roboter at work.jpg
Neben den alten Tunneln aus der Edo-Zeit gibt es einen zweiten Rundgang durch die modernere Mine, immerhin war Sado Kinzan bis 1989 in Betrieb. Zu der Zeit wurden auch Maschinen statt Entführten eingesetzt und die Stollen hatten Schienen zum Transport der Erze.
4c in die moderne Mine.jpg
Und auch eine moderne Nutzung für einen Teil der Stollen hat sich finden lassen. In einer Nische altert heute eine Ladung sake, weil das Klima und die Temperatur das Jahr über konstant bleiben.
4d moderne Nutzung.jpg
Und wenn man dann wieder an der frischen Luft ist, kann man noch zu dem Punkt gehen wo laut Überlieferung der erste Goldabbau auf Sado stattgefunden hat. Heute ist das nur noch ein Berg mit einer sehr interessaten Form, die wohl von den ersten Goldsuchern herrührt.
4e älteste Mine.jpg
Leider konnte ich kein Gold mehr finden (aber ich hätte natürlich welches im Souvenirshop kaufen können). Aber man kann ja nicht alles haben.
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Tsubame
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Tsubame »

Watashi hat geschrieben: [heute] sind die Arbeiter heute mechanisch und stellen die alten Arbeitsabläufe nach.
4b Roboter at work.jpg
Wenn die Roboter und Künstlichen Intelligenzen in Zukunft die Herrschaft übernehmen, werde sie uns deswegen hassen. Wie konnten wir nur ihre Ahnen in dunklen Bergwerken zu unserem Vergnügen schuften lassen. :lol:


Nebenbei: Hättest du denn Gold, das du findest, behalten dürfen? Muss man sowas nicht immer abgeben?!

Watashi
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

5. Sado Bugyosho

Wie ihr vielleicht merkt, haben die Jungs auf Sado ein Faible dafür, ihre Sehenswürdigkeiten auch sprachlich geografisch zu verorten (Osado Skyline, Sado Kinzan und heute Sado Bugyosho). Der nächste Eintrag in dieser Reihe ist heute das Sado Bugyosho, das Sado Verwaltungsgebäude, von dem aus die Insel während der Edo-Zeit kontrolliert wurde. Mit Eröffnung des Goldabbaus wurde Sado unter direkte Kontrolle der Zentralregierung in Edo gestellt. Natürlich konnte der Shogun aber nicht direkt vor Ort sein, sondern setzte einen Verwalter ein, jedoch ohne einen weiteren Lehnsmann dazwischen. Dieser Verwalter arbeitete vom Sado Bugyosho aus. Das Originalgebäude brannte im Laufe der Zeit mehrfach ab, so dass dem geneigten Touristen heute nur noch ein Nachbau und ein paar Fundamente übrig bleiben.

Beim Nachbau hat man sich aber durchaus Mühe gegeben, um zu zeigen, dass die Herren auf Sado durchaus stilvoll arbeiten konnten.
5a Sado Bugyosho.jpg
Das Bugyosho war dabei nicht nur das Verwaltungsgebäude, sondern diente auch für Gerichtsverhandlungen. Der (vermeintlich) arme Sünder wurde dabei auf einfache Matten gesetzt, während das hohe Gericht im wahrsten Sinne des Wortes aus der Höhe des Raumes auf ihn herabschaute.
5b Gericht.jpg
Und weil Sado vor allem des Goldes wegen wichtig war und der Goldabbau und die Goldbearbeitung fest in der Hand des Verwalters im Auftrag der Regierung liegen sollten, wurde die Goldverarbeitung gleich im Hinterhof des Bugyosho durchgeführt.
5c im Hinterhof.jpg
Heute kann man davon aber auch nur noch moderne Nachbauten der genutzten Hilfsmittel sehen. Am Ende hatte man dann Goldmünzen, die direkt nach Edo gingen.
5d mehr God.jpg
Eigentlich schade, schon wieder keine Möglichkeit etwas Gold abzugreifen. Gestern gab es schon keine Chance, etwas zu finden (was auch die Frage erledigt, ob ich es hätte behalten können: es war eindeutig dafür gesorgt worden, dass ich nichts hätte finden können, was ich behalten hätte wollen).
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Watashi
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

6. Mehr Mine

Wenn man vom Parkplatz des Sado Bugyosho zufällig nach unten sieht, stellt man fest, dass dort eine Reihe Industrieruinen stehen, die der Reiseführer leider nicht kennt (meiner zumindest). Die sehen aber durchaus nicht uninteressant aus. Und so kann man manchmal ohne Planung über spannende Sachen stolpern, wenn man die Augen aufhält.
6a von oben.jpg
Und wenn man von Natur aus neugierig ist, will man natürlich wissen, was da war und stellt fest, dass man mit dem Auto den Berg herunter fahren kann und unten wieder ein freundlichen Parkplatz ist. Überhaupt ist Parken auf Sado deutlich einfacher als in den großen Städten. Einfach alles hat einen freundlichen Parkplatz, was das Leben deutlich vereinfacht.

Aber zurück zu unseren Industrieruinen. Glücklicherweise gibt es hier nicht nur einen freundlichen Parkplatz, sondern auch freundliche Schautafeln (zum Teil sogar bilingual). So stellen wir fest, dass hier ab der Meiji-Zeit, also mit der Industrialisierung Japans und dem Ende der Feudalherrschaft, neue Goldbearbeitungsanlagen nach damals modernsten industriellen Standards erbaut wurden. Diese wurden mehrfach ausgebaut und modernisiert, bis sie 1952 geschlossen wurden. Früher war das Tal also vollgebaut.
6b damals.jpg
Heute sieht man nur noch Teile der alten Herrlichkeit, die verfallen sind und von Grünzeug überwuchert. Man bekommt aber zumindest einen Eindruck von der Größe der industriellen Anlagen, die hier früher waren.
6c heute.jpg
Von einigen Strukturen ist fast nichts mehr übrig, von anderen kann man zumindest Größe und Form erahnen. Auch wenn meine Kenntnisse über die Goldbearbeitung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht groß genug sind, um zu erklären, wofür die Sachen da waren, beeindruckend sind sie allemal.
6d die Reste.jpg
Und damit beenden wir unseren Ausflug nach Sado für dieses Jahr, zum einen, um uns noch was für die nächsten Jahre aufzuheben, und zum anderen, um mal wieder was anderes zu sehen. Aber das sehen wir dann morgen.
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von gernobono »

danke für den adventkalender

aber nur so nebenbei.....gibt es auf der insel auch menschen, die dort leben?
auf keinem foto ausser den bildern aus dem bergwerk ist etwas mensch(enähn)liches

ich bin mir sicher, dass auf JEDEM foto von JEDER sehenswürdigkeit in europa mehr japaner sind als auf deinen aktuellen

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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von tsunamiko »

Watashi hat geschrieben:3. Dem Himmel so nah


Und gleich darüber ist (natürlich) der praktische Parkplatz nebst Souveniershop mit kleinem Cafe und natürlich Aussichtsterrasse. Wir sind schließlich in Japan. Und von da oben hat man wirklich eine schöne Aussicht über die zentrale Ebene von Sado. Auf der einen Seite kann man bis zum Hafen sehen, an dem wir gestern angekommen sind.
und kein Getränkeautomat?????????
...there are so many different ways that lead to the gods
so many ways that lead to enlightment


but only one way that leads to the next gucci boutique...........


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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

gernobono hat geschrieben: aber nur so nebenbei.....gibt es auf der insel auch menschen, die dort leben?
auf keinem foto ausser den bildern aus dem bergwerk ist etwas mensch(enähn)liches

ich bin mir sicher, dass auf JEDEM foto von JEDER sehenswürdigkeit in europa mehr japaner sind als auf deinen aktuellen
Tja, das ist Sado in der Nebensaison. Im Minenmuseum waren schon Leute, aber eben nicht zwischen mir und den Robotern. Ansonsten war ich zum Teil tatsächiich allein (zumindest beim letzten Posting), bei der Aussichtsplattform waren genau drei weitere Leute (plus den Bediensteten im Shop), beim Sado Bugyosho bin ich irgendwann mal in einen anderen Touristen gerannt, ansonsten bin ich ziemlich allein da durch marschiert.
Ich habe mir die anderen Fotos von Sado mal angesehen und Menschen sind tatsächlich relativ selten. Das ist mir bisher nicht aufgefallen. Wenn ihr in Japan also mal allein sein wollt, empfehle ich Sado in der Nebensaison. Ende Mai ist es wirklich ruhig, aber das Wetter ist schon ganz gut. Bei den größeren Sachen sind Leute, bei den kleineren kann man wirklich mal allein sein. In der Hochsaison hingegen wird es vor Reisebussen nur so wimmeln, befürchte ich zumindest.

Und zum Thema Getränkeautomat: Da war schon einer, aber ich nehme die kaum noch wahr. Und ich habe es ehrlich gesagt nicht für erwähnenswert gehalten. Getränkeautomaten gibt es einfach überall, nicht nur an den Touristenecken.

Watashi
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

7. Ein schönes Herbstkleid

Zum Ende der ersten Woche verlassen wir Sado, fahren aber an einen Ort, wo wir schon einmal waren. Zu diesem netten Aussichtsturm:
7a Aussicht.jpg
Dieser steht in Hakodate und zwar hier.

Wir fahren also wieder auf den Aussichtsturm und sehen auf das alte Fort hinunter. Im Herbst hat sich das Bild jedoch ein wenig verändert. Statt sattem Grün sehen wir eine bunte MIschung an bunten Blättern.
7b im Herbstlaubkleid.jpg
Diese Herbstlaubfärbung ist für Japaner das, was im Frühjahr die Kirschblüten sind. Deshalb hat jede Sehenswürdigkeit, die etwas auf sich hält, Bäume, die im Herbst in allen Rot-, Gelb- und Orangetönen leuchten. Und Goryôkaku ist natürlich keine Ausnahme.
7c Bäume über Bäume.jpg
Und das mit den leutenden Bäumen ist gar nicht so schwer, wie es klingt. Ich habe nämlich festgestellt, dass die japanische Zierkirsche nicht nur im Frühjahr in weiß oder rosa Blüten steht, sondern im Herbst auch noch schöne orange Blätter zustande bringt. Man bekommt also zwei Jahreszeiten zum Preis von einer.
7d Multifunktionsbäume.jpg
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

8. Herbstlaub II.

Wir bleiben beim Thema, wechseln aber den Ort: Ähnlich wie bei der Kirschblüte im Frühjahr gibt es im Herbst bestimmte Gegenden oder Sehenswürdigkeiten, die besonders für ihre Herbstlaubfärbung bekannt sind. Einer davon ist der Towada-ko, ein See im Süden der Präfektur Aomori (womit bewiesen wäre, dass es in Aomori mehr gibt als Äpfel und Sumotori).

Der Towada-ko ist bestimmt auch den Rest des Jahres eine (Auto-)Reise wert, aber besonders bekannt ist er im Herbst, weil die Bäume rund um den See dann in alle Farben leuchten. Man sollte dann aber am besten unter der Woche kommen, sonst darf man sich alles mit den berühmten Busreisegruppen teilen.

Ein Highlight einer Fahrt zum Towada-ko ist eine Fahrt auf dem Towada-ko mit einem Ausflugsschiff. Es gibt zwei Routen: Eine Rundtour und eine Fahrt von Yasumiya (dem "größten" Ort) nach Nenokuchi (dem "anderen" Ort). Wir machen ersteres. Leider war ich ein wenig spät dran, deshalb hatten viele Bäume ihr Laubkleid schon verloren, aber man sieht schon vor dem Ablegen, dass es sich durchaus noch gelohnt hat.
8a am Ufer.jpg
Also rauf aufs Schiff und sich auf die Fahrt freuen.
8b per Schiff.jpg
Die Fahrt startet auf einer Halbinsel, die in den See hineinragt. An deren Spitze stehen nicht nur bunte Bäume, sondern auch interessante immergrüne Bäume, die mit den Laubbäumen einen schönen Kontrast bilden, der sich vor dem See abzeichnet.
8c auf den See hinaus.jpg
Die Fahrt führt um die Halbinsel bis nah ans Ufer der nächsten Halbinsel. Den größten Teil des Sees lassen wir aus, aber auch so gibt es interessante Felsformationen, bunte Bäume und tiefblaues Wasser zu bestaunen. Natürlich sollte dafür auch das Wetter mitspielen und da hatte ich Glück.
8d unterwegs.jpg
Und so fahren wir über den See, genießen die Landschaft und schauen noch einmal wehmütig zurück, bevor wir wieder anlegen.
8e auf nicht so großer Fahrt.jpg
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Watashi
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

9. Wer Towada sagt, muss auch Oirase sagen

Zum Ende unserer Herbstlaubtrilogie besuchen wir den Oirase-Fluss. Dieser speist sich aus dem Towada-ko, insofern besucht man beide in der Regel in einem Aufwasch. Und das machen wir auch. Natürlich war ich auch am Oirase-Fluss etwas spät dran, aber zum einen waren doch noch einige bunte Bäume übrig und zum anderen bietet der Fluss auch ohne Bäume ein ansprechendes Ambiente mit Wasserfällen, Stromschnellen und naturbelassener Natur (das ist in Japan nicht immer einfach zu finden).

Wir stellen unser Auto auf dem ersten ernstzunehmenden Parkplatz ab und gehen zum Fluss hinunter. Das mit dem Parkplatz ist mir wichtig, den Japanern aber offenbar nicht so sehr. Man muss IMMER damit rechnen, dass plötzlich ein Wagen am linken Rand hält oder parkt, unabhängig davon, ob das gefährlich oder nicht erlaubt ist. Aber diesem Trend müssen wir uns ja nicht anschließen.

Vom Parkplatz gehen wir zum Fluss und stoßen gleich auf den ersten Wasserfall (deshalb ist genau hier wohl auch der Parkplatz) und die ersten gelben Bäume. Als Einstimmung gar nicht so schlecht.
9a Ende oder Anfang.jpg
Wir wandern weiter den Flusslauf entlang. Hier oben ist der Fluss relativ breit und entspannt. Natürlich ist das Wasser nicht gerade langsam, aber von Stromschnellen kann auch noch keine Rede sein. Dafür gibt es am späteren Nachmittag ein schönes Schattenspiel.
9b am Fluss entlang.jpg
Folgt man dem Fluss weiter und sieht nicht nur starr auf das Wasser, kann man allerhand entdecken: urige Bäume, eine kleine Brücke und einen Wasserfall an einem Nebenarm.
9c Wasserfall.jpg
Danach wird der Fluss enger und damit auch schneller. Hier kann man einen japanischen Fluss in seiner ganzen Natürlichkeit sehen, nicht begradigt, nicht einbetoniert, nicht halb ausgetrocknet. Und das ist mitunter schwierig zu finden und lohnt allein schon die Anreise.
9d am wilden Fluss.jpg
Und zum Abschluss unseres Ausflugs in die Welt der herbstlichen Laubfärbung noch ein letztes Bild, bevor wir uns morgen wieder aufmachen in die große Stadt.
9e mittendrin statt nur dabei.jpg
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Tsubame
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Tsubame »

Bild Nummer 2 "folget dem Flusse"... wunderschön!

Watashi
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

10. Tokyo Skytree beim Weihnachtsmarkt

Liebe Lesende, ich schulde euch ja noch das Posting zum Tokyo Skytree, dem neuen Fernsehturm von Tokyo. Mit 634 m ist das der höchste Fernsehturm der Welt und das zweithöchste Gebäude überhaupt nach dem Burj Khalifa. Er übertrifft seinen Vorgänger, den Tokyo Tower, um schlappe 301 m. Leider wollen die einen nicht bis ganz nach oben lassen, aber es gibt zwei Aussichtsplattformen bei 350 und 450 m, von denen der Ausblick auch nicht zu verachten ist.

Heute gibt es ein kleines Suchspiel. Die folgenden drei Dinge finden sich auf den Fotos:
a) der Tokyo Tower (sieht aus wie eine rot-weiße Version des Eifenturms)
b) der Kokugikan
c) der Fuji-san (der höchste Berg Japans, der immer noch nicht Fujiyama heißt).
Ihr könnt ja mal suchen, es gibt aber leider nichts zu gewinnen.

Zuerst stehen wir aber unterhalb des Turms und sehen hinauf.
10a von unten.jpg
Es ist übrigens strengstens verboten an den Streben hinaufzuklettern. Das wird im Eingangsbereich des Turms extra betont (nicht, dass ich freiwillig auf so eine Idee kommen würde, aber andere wohl schon).

Innen muss man erst einmal etwas anstehen, um überhaupt ein Ticket zu bekommen und dann wieder, um mit dem Fahrstuhl hinaufzufahren. Aber das ganze ist noch vergleichsweise gut organisiert, so dass man das Gefühl hat, dass man die ganze Zeit irgendwie vorankommt. Theoretisch kann man seine Tickets auch online buchen, aber dazu braucht man eine japanische Kreditkarte, die ich nicht habe (grrrrr).

Nunja, aber irgendwann ist man im Fahrstuhl und kann zur ersten Aussichtsplattform fahren. Und von oben sieht man hinunter auf das Häusermeer und kann seinen eigenen Schatten sehen (naja, den des Turms).
10b von oben.jpg
Dann geht es noch höher hinauf. Leider (zum Glück?!) kann man im Fahrstuhl nicht nach unten sehen, aber zumindest nach oben.
10c ganz nach oben.jpg
Die Fahrt auf 450 m ist aber rein freiwillig, wer wie meine Mutter an Höhenangst leidet, kann auf sicheren 350 m bleiben.

Von ganz oben hat man dann wirklich einen tollen Rundblick auf die Stadt. Und von ganz oben ist Tokyo dann das Häusermeer, das man bei einer Großstadt so erwartet.
10d von ganz oben.jpg
Aber ganz in der Entfernung sieht man auch die Berge, die in Japan überall irgendwo am Horizont zu sehen sind. Zumindest, wenn man hoch genug ist und das sind wir heute ja.
10e ganz in die Ferne.jpg
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Jakusotsu »

Watashi hat geschrieben:Innen muss man erst einmal etwas anstehen, um überhaupt ein Ticket zu bekommen und dann wieder, um mit dem Fahrstuhl hinaufzufahren.
Erinnert mich ans Völki in Leipzig. 8)
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Tsubame
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Tsubame »

Da gibt's (jetzt) nen Fahrstuhl? Ist zwar lang her, aber ich erinnere mich nur an enge Treppen mit Ampel und eine hervoragende Akustik drin. :?

Watashi
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

11. Am Sumida-gawa entlang

Der Tokyo Skytree steht in der Nähe des Sumida-gawa, des Flusses, an dem auch der Kokugikan liegt. Was läge also näher, als sich zu überlegen, wie man von einem zum anderen kommt. Eine Möglichkeit wäre mit dem Wasserbus ab/bis Asakusa, der allerdings nur selten an der Haltestelle Ryogoku hält. Auf der Suche nach Alternativen finden wir die einfachste aller Möglichkeiten: wir laufen von Ryogoku Richtung Asakusa.

Am Sumida-gawa gibt es nämlich einen schönen Fußweg, auf dem man am Fluss entlang gehen kann. Der Weg ist wirklich schön, man kann die Schiffe auf dem Fluss beobachten, die Häuser auf der anderen Seite betrachten und entlang eines grünen Weges laufen.
11a am Sumida-gawa.jpg
Man muss nur die Autobahn, die schräg oberhalb des Weges verläuft, ignorieren. Aber sonst ist der Weg wirklich schön.
11b am Sumida-gawa und an der Autobahn.jpg
Dabei kann man auch die vielen bunten Brücken betrachten, die über den Sumida-gawa laufen. Es gibt sie in blau (s. oben), rot (s. unten) und vielen anderen Farben.
11c rote Brücke.jpg
Und an einer entdecken wir sogar ein sehr vielsagendes Brückengeländer.
11d gelbe Brücke mit Design.jpg
Und es ist nicht die Brücke in Ryogoku. Wie kann das sein? -

Es ist die Kuramae-bashi, die Brücke in Kuramae und das sollte dem einen oder anderen vielleicht etwas sagen (Stichwort: Kuramae Kokugikan).
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

Und für diejenigen, die noch immer bei Tag 10 suchen, wo sich die besagten drei Sachen befinden, hier die Auflösung:
10f mit Text.jpg
10g mit Fuji.jpg
Aber ich bin sicher, die einen haben sie gefunden und die anderen haben nicht gesucht.
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Shinkansen
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Shinkansen »

Ist auch ein schönes Suchspiel. Also ich finde keine Unterschiede zwischen 11a und 11b.
Das kann doch alles nicht wahr sein.

Watashi
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

Shinkansen hat geschrieben:Ist auch ein schönes Suchspiel. Also ich finde keine Unterschiede zwischen 11a und 11b.
Wenn du gaaaaanz rechts oben schaust, siehst du den Rand von besagter Autobahn. Vielleicht hätte ich ein offensichtlicheres Foto nehmen sollen. Der Witz sollte sein, dass die Fotos (bis auf den Rand von der Autobahn) weitgehend gleich sein sollten. Hat wohl nicht so funktioniert. Sorry.

Shinkansen
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Shinkansen »

Mach Dir keine Sorgen. Ich bin wohl der einzige der es nicht verstanden hat.
Das kann doch alles nicht wahr sein.

Watashi
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

12. Einmal Fuji-Blick und zurück

Vorgestern haben wir versucht, den Fuji-san vom Tokyo Skytree zu sehen. Das hat allerdings ein wenig Fantasie erfordert.

Heute brauchen wir keine Fantasie, wir fahren ganz nah ran, zum größten der fünf Fuji-Seen, dem Kawaguchi-ko. Da war ich vor ein paar Jahren schon einmal, nur war der Fuji-san nicht da. Also ich denke schon, dass er da war, nur waren die Wolken so dicht, dass ich nicht mal den Fuß des blöden Berges gesehen habe. Heute haben wir aber Glück und das Wetter ist klar.

Um ganz sicher zu gehen, dass wir den Berg auch wirklich sehen, fahren wir mit der Seilbahn auf einen Berg am Kawaguchi-ko. Beim Hochfahren sehen wir aber erst einmal nur den See, nicht den Berg.
12a Auf dem Weg nach oben.jpg
Oben angekommen machen wir ein paar Schritte und haben unseren ersten Blick auf dem höchsten Berg Japans. Noch etwas versteckt hinter ein paar Bäumen, aber auf jeden Fall sehen wir ihn definitiv.
12b noch etwas versteckt.jpg
Ein paar Schritte weiter haben wir dann den vollen Blick. So hatte ich das erwartet.
12c in voller Schönheit.jpg
Und da es schon Anfang November ist, kann man auf dem Gipfel deutlich den ersten Schnee liegen sehen.
12d und mit Schnee.jpg
Jetzt können wir also glücklich zum Bahnhof zurückkehren (vorher sehen wir uns den See noch etwas an, aber das hebe ich mir für später auf). Und was sehen wir, als wir auf den Bahnhof zugehen direkt dahinter? Ihr dürft mal raten.
12e am Ende.jpg
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Watashi
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

13. Kawaguchi-ko II, oder wenig Berg, viel Natur

Nach der Herbstlaubtrilogie folgt jetzt die Kawaguchi-ko Trilogie. Nachdem wir gestern den Fuji-Blick vom Kawaguchi-ko genossen haben, wenden wir uns jetzt dem See selbst zu. Heute aber mal mit einer anderen Grundstimmung, nämlich mit Wolken. Wer will auch schon immer Sonne haben?

Wenn man den See mit Wolken sieht, weiß man gar nicht, wo man nach dem Fuji suchen soll. Man kann nämlich nur die erste Reihe Berge direkt am See sehen, alles andere geht in den Wolken verloren.
13a am See (ohne Berg).jpg
Aber das gibt uns die Möglichkeit, uns mal mit den Pflanzen zu beschäftigen, die um den See herumstehen. Schließlich legen Japaner eine großen Wert auf die Gestaltung ihrer Umgebung. So gibt es natürlich ein paar Bäume, die das obligatorische Herbstlaub tragen, wenn die Zeit reif ist.
13b Herbstlaub.jpg
Daneben kann man aber auch immergrüne Bäume genießen. Diese haben auch die japantypische Form. Bei uns kostet so etwas viel Geld, in Japan steht es einfach so am See herum.
13c Immergrün immer schön.jpg
Aber auch eher natürlich anmutende Pflanzen sind zu finden, so wie beispieslweise Blumen am Wegesrand, wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist.
13d Blumen.jpg
Und am Ende schweift der Blick wieder über den See. Wir sehen eine kleine Insel und Berge und Hotels am anderen Ufer. Nur eines sehen wir nicht: den Fuji (aber jetzt kennen wir in ja schon).
13e See again.jpg
Und morgen kommen wir doch noch einmal bei gutem Wetter wieder.
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Watashi
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

14. Kawaguchi-ko III - und dann der Abschied

Heute ist der letzte Tag am Fuji, ab morgen denke ich mir was Neues aus. Aber heute bleiben wir noch einmal, um uns den Kawaguchi-ko in voller Größe und Schönheit anzusehen. Heute scheint auch wieder die Sonne.

Einen ersten Blick auf den See hatten wir ja vorgestern schon von der Seilbahn aus. Am Ende der Seilbahn kann man aber nicht nur den Fuji sehen, sondern auch den Kawaguchi-ko. Und von hier kann man sehen, dass der See deutlich größer ist, als er im ersten Augenblick scheint. Einen Großteil davon werden wir nur von hier oben sehen, weil wir zu Fuß nur im rechten unteren Teil unterwegs sein werden.
14a in voller Größe.jpg
Wieder unten gehen wir (erneut) ein Stück am See entlang. Dabei stellen wir fest, dass der See bei Sonne dann doch irgendwie schöner ist, als bei dichten Wolken. Und so ein paar kleine Wolken am Himmel sind ja eher stimmungsfördernd denn stimmungskillend.
14b schöner ohne Wolken.jpg
Und noch schöner ist der See natürlich, wenn man irgendwann weit genug herum gegangen ist, um den Berg zu sehen (und damit ist das auch bestimmt der letzte Fuji-Blick für dieses Jahr).
14c noch schöner mit Fuji.jpg
Und während die Sonne sich langsam dem See nähert, nehmen wir Abschied, vom Kawaguchi-ko, vom Fuji-san und von diesem Trilogie.
14d auf Wiedersehen.jpg
Und morgen gibt es was anders, versprochen.
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Watashi
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

15. Heute definitiv mit Sumo

Nachdem ich alle tagelang mit Fuji-Bildern gequält habe, gibt es heute zur Erholung etwas völlig anders und etwas, was ihr so vielleicht nicht erwartet habt, denn heute müsst ihr den Sumo-Bezug nicht mit der Lupe suchen. Nein, heute fahren wir nach Tsuruoka in Nord-Japan und besuchen die Yokozuna Kashiwado Memorial Hall. Der gute Mann kam nämlich aus einem Vorort von Tsuruoka und ich vermute mal, dass von dort wohl nicht beliebig viele Prominente stammen. Jedenfalls hat man dort das besagte Museum errichtet.

Das Museum ist allerdings in besagtem Vorort und irgendwie schlecht zu erreichen. Aber mit dem Auto und mit ein paar Ehrenrunden sind wir schließlich wohl da:
15a hier sind wir richtig.jpg
Also hier. Hier?
15b hier nicht.jpg
Nein, das ist die Sporthalle gleich daneben. Das kleine Kashiwado-Museum ist gleich daneben. Also hier.
15c aber hier.jpg
Wir müssen aber spaßigerweise durch die Eingangshalle der Sporthalle gehen, um überhaupt ins Museum zu kommen. Der Haupteingang ist nämlich geschlossen, also gehen wir in die Sporthalle, wechseln in die berühmten Plastikpantoffeln und gehen ins Museum.

Das Museum ist so, wie diese Memorial Halls eben sind: Viele Erinnerungsstücke. So gibt es eine Wand mit Fotos...
15d Fotos.jpg
...und natürlich seine Kleidung...
15e Kleidung.jpg
...und einen Nachbau des Trainings-dohyo im Kagamiyama-beya.
15f und ein dohyo.jpg
Es ist zwar nicht riesig, aber ich finde diese kleinen Museen immer sehr interessant. Auch wenn es natürlich nichts auf Englisch gab. Aber wer kommt schon ohne Japanischkenntnisse bis dahin?
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von gernobono »

Kashiwado hat mich immer interessiert, weil er für mich das für Taiho ist, was Scottie Pippen für Michael Jordan war

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Jakusotsu
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Jakusotsu »

...oder der GAK für Sturm.
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tainosen
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von tainosen »

Guck einer an, Kashiwado ist mit 30 Siegen Ozeki geworden und nach einem Jun-Yusho zum Yokozuna ernannt worden - -was es damals schon alles gab ...
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Watashi
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

16. Sonne, Sand und Strand

Nachdem mir schon wieder die sumobezogenen Themen ausgehen, gibt es heute ein Kontrastprogramm. Da das Wetter in Deutschland zurzeit alles andere als mitreißend ist, träumen wir doch gerne mal von besseren Zeiten und besserem Wetter. Und ich dachte heute dabei an Okinawa, Sonne und einen Strand.

Als ich auf Okinawa war, hatte ich keine Zeit, um noch zu einer der vorgelagerten Inseln zu fahren, auf denen es dann weite weiße Sandstrände gibt (das nächste Mal miete ich ein Auto, das spart Zeit). Ich habe aber erfreut festgestellt, dass Naha, die Hauptstadt, tatsächlich einen kleinen Stadtstrand hat. Und der ist im März auch noch nicht überlaufen, da die Badesaison erst am 1. April beginnt und dann gibt es erst einen Rettungsschwimmer, dann öffnen die Duschen, die Schließfächer und der Kiosk (kein Aprilscherz). Nur die Klos sind immer offen. Und vor dem ersten April sind da eigentlich nur ein paar verrückte Ausländer, die ein dringendes Strandbedürfnis haben.
16a am Strand.jpg
Es könnte natürlich auch damit zu tun haben, dass irgendwer da eine Autobahn mitten vor den Strand gestellt hat.
16b mehr oder weniger.jpg
Es gibt aber hinter dem Strand einen großen Felsen mit einem Schrein oben drauf. Das gibt dem ganzen, trotz Betonstreben und Autobahn, ein gewisses Ambiente.
16c mit Schrein.jpg
Und man kann ziemlich einfach hochgehen (ist ein netter Weg) und sich den Schrein ansehen. Und der ist auch ganz ansehnlich.
16d schöner Schrein.jpg
Und da das Wetter so gut ist und ich dringend die Sonne sehen will, bleiben wir vorerst auf Okinawa.
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

17. Ein Garten auf Okinawa

Nachdem die virtuelle Sonne gestern gut für mein Gemüt war, gibt es heute eine weitere Dosis Okinawa mit gutem Wetter. Das ist reiner Selbstschutz, kein Sadismus. Für Sonnenhasser aber gilt: Weiterlesen auf eigene Gefahr.

Heute gehen wir in einen Garten in Naha, der Hauptstadt von Okinawa. Der liegt übrigens auf dem Weg zum oder vom Strand, wo wir gestern waren. Wir gehen rein und sehen sattes Grün, einen schönen Teich und blauen Himmel.
17a ein Garten.jpg
Wir laufen durch den Garten und bekommen so unsere Zweifel. Habe ich euch an der Nase herumgeführt? Ist das wirklich ein japanischer Garten? Oder sind wir irgendwo falsch abgebogen? Gibt es solche Türmchen hier wirklich?
17b ein japanischer Garten.jpg
Auch der weitere Weg bestärkt uns in unseren Fragen: Das sieht nicht nach einem normalen japanischen Garten aus. Einigen wir uns also erst einmal auf den kleinsten gemeinsamen Nenner: Es ist ein Garten in Japan.
17c ein Garten in Japan.jpg
Und je weiter wir gehen, desto sicherer sind wir und ein Blick in die Gartenhistorie bestärkt uns: Dies ist ein chinesischer Garten in Japan. Er wurde 1992 zum zehnjährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Naha und dem chinesischen Fuzhou eingerichtet, von Chinesen mit chinesischen Materialien.
17d ein chinesischer Garten in Japan.jpg
Das erklärt dann doch einiges.
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

18. Katsuren-jo - kulturell relevante Ruine

Heute machen wir in Kultur oder genauer gesagt in Weltkulturerbe. Wir haben letztes Jahr schon Shuriö-jo als Teil des Weltkulturerbes auf Okinawa gesehen. Das ist aber nicht die einzige ehemalige Burg auf Okinawa, die dazu gehört. Im Gegensatz zu Shuri-jo sind diese anderen Burgen (auf Okinawanisch: gusuku) nicht wiederaufgebaut worden, sondern nur noch als Ruinen, in erster LInie bestehend aus den Grundmauern, erhalten. Eines davon ist Katsuren-jo, die heute vor allem aus den dicken Mauern besteht, die ursprünglich die Burg schützten. Weniger gegen Feinde von außerhalb Okinawas als vielmehr gegen untereinander verfeindete Clans und Gruppen. Die alten Okinawaner waren also auch nicht die besseren Menschen. Zum Teil wurden die gusuku erobert, aber mir erscheinen sie ziemlich sicher.
18a Katsurenjo von außen.jpg
Katsuren-jo besteht aus mehreren Ebenen, die jeweils von Mauern umgeben sind. Diese Ebenen dienten unterschiedlichen Zwecken, dabei war das Haupthaus nicht auf der höchsten Ebene, sondern in einer Ebene auf halber Höhe. Heute ist davon allerdings nur noch ein Grundriss übrig.
18b Katsurenjo von oben.jpg
Auf der höchsten Ebene waren religiöse Stätten (man muss halt Prioritäten setzen) und ein Tunnel, der auf die unterste Ebene führte. Heute ist das Loch allerdings nur noch schwer zu erkennen. (Und den Ausgang konnte ich nicht wirklich in Augenschein nehmen, weil eine Gruppe Japanerinnen davor ein Picknick machte. Ein sehr ausgiebiges Picknick.)
18c Katsurenjo von innen.jpg
Was man aber auch heute noch sehen kann, ist der ausgezeichnete Ausblick, den die Burg bot und immer noch bietet. Gut, damals waren es wohl weniger moderne Häuser und ein Wasserreservoir, aber so kleinlich will ich nicht sein.
18d Katsurenjo mit Aussicht.jpg
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

19. Hölle, Hölle, Hölle, Hölle

Wir verlassen Okinawa und arbeiten uns langsam nach Norden vor. Vorerst landen wir auf Kyushu. Und selbst hier bleiben wir nicht ganz im Süden, sondern fahren in die Mitte, naja, die den mittleren Osten. Letzte Jahr waren wir schon einmal in Beppu und wissen daher, dass es dort an jeder Ecke ein onsen, eine Heiße Quelle mit entsprechendem Bad gibt. Doch man kann in onsen nicht nur baden, manche sind dann doch zu heiß dazu (sogar für Japaner). Also was tun? Ich empfehle eine Nutzung als Touristenhighlight. Und das machen die Japaner dann auch und so gibt es in Beppu eine Reihe von extra-heißen onsen, die als die jigoku, die Höllen bekannt sind. Wir besuchen zuerst die beiden etwas außerhalb gelegenen Höllen.

EIn Tipp vorweg: Versucht nicht, zu Fuß aus der Stadtmitte dorthin zu laufen. In der Innenstadt gibt es Stadtpläne, auf denen es aussieht, als ob die beiden äußeren Höllen gleich um die Ecke sind. Leider ist die Karte nicht maßstabsgetreu, je weiter man nach außen kommt, desto weiter wird es. Und irgendwann steht man irgendwo im Nirgenwo an einem kleinen Tempel und wartet auf den Bus, den man auch aus der Innenstadt hätte nehmen können. Ist aber ein niedlicher Tempel.
19a irgendwo im nirgendwo.jpg
Dann kommen wir zur ersten Hölle. Sie heiß chi no ike jigoku - die Blutteichhölle. Es ist nicht schwer zu verstehen, warum sie so heißt.
19b Bluthölle.jpg
Ist allerdings kein Blut, sondern Vulkansedimente, die mit dem Wasser nach oben gedrückt werden. Obwohl, wenn man die "Nicht Betreten"-Schilder hinter dem See sieht, könnte man doch fast an Blut glauben. Meet the oni (den Dämon):
19c Vorsicht vor dem oni.jpg
Gleich um die Ecke (dieses Mal wirklich) ist die zweite Hölle in diesem Komplex. Hier ist kein so großer Teich, hier ist auch nichts farbig. Hier ist nur so eine Grotte. Was sollen wir hier eigentlich?
19d und was nun.jpg
Des Rätsels Lösung: Hier gitl es ein kleines, aber heißes Geysir, das ziemlich regelmäßig ausbricht (ist ja ein japanisches Geysir). Und dann sieht unsere Grotte doch etwas netter aus.
19e aha.jpg
Obwohl meine Island-erfahrenen Eltern sagen, dass es den isländischen Originalen nicht im mindesten das Wasser reichen kann, war es für mich als Einsteiger eine nette Hölle.
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

20. Wie Tag und Nacht

Wir bleiben erst einmal auf Kyushu und fahren nach Norden, nach Fukuoka. Hier gehen wir im Stadtteil Tenjin am Fluss spazieren. Gerade zur Kirschblüte ist das ein schöner Weg und dazu bietet Tenjin schöne Kaufhäuser, Restaurants und sonstige Geschäfte für den alternativen Tag in Japan (mal ohne große Kultur).
20a Bei Tag.jpg
Wenn wir bei Nacht wiederkommen, hat sich das Ufer auf ganz erstaunliche Weise verändert: Plötzlich sind da lauter kleine Holzhäuser. Wo kommen die denn her? Und noch viel wichtiger, was sollen die hier?
20b und bei Nacht.jpg
Des Rätsels Lösung: Diese sogenannten 屋台 yatai sind kleine Essensstände, die hier jeden Abend aufgebaut werden. Wörtlich heißen sie Ladenstände mit
YA - Dach oder Geschäft
TAI - Stand.
Da die Betreiber verpflichtet sind, die Stände den Tag über abzubauen, sind die kleinen Hütten aus vorgefertigen Holzwänden und -dächern konstruiert, die sich abends schnell zusammenbauen und nachts auch schnell wieder zerlegen lassen. Und man kann sie in der Regel auf einem Fahrradanhänger oder Handkarren abtransportieren, um sie zwischenzulagern, bis man sie abends wieder aufbauen darf.
20c Etwas zu essen.jpg
Und nach oder vor oder vielleicht auf während des Essens hat man auch eine schöne Aussicht über den Fluss, die Kirschblüten und das gegenüberliegende Ufer.
20d und ein schöner Ausblick.jpg
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

21. Die Brücken am Fluss

Wir bleiben noch auf Kyushu und fahren weiter nach Westen und ein Stück nach Süden, nach Nagasaki. Heute geht es aber nicht um Ausländer oder Atombomben oder auch nur japanische Tempel. Nein, heute geht es um Brücken.

Einer der Flüsse, die durch Nagasaki fließen, ist der Nakashima-gawa. Wenn man diesem durchs gesamte Stadtgebiet folgt, gibt es duzende von Brücken zu sehen. Wir wandeln aber nur einen Teil des Flusses entlang. Aber selbst auf diesem kurzen Stück sieht man nicht nur eine Reihe von Brücken, sondern auch wie der Fluss deutlich breiter wird. Bei unserer ersten Brücke ist er in Teilen trocken und sieht eher wie ein breiter Bach aus.
21a Brücke die erste.jpg
Gehen wir weiter, sehen wir nicht nur unsere zweite Brücke (und Nr. 3 gleich dahinter), sondern auch, wie sich der Nakashima-gawa langsam zu einem ernstzunehmenden Fluss entwickelt.
21b Brücke die zweite und dritte.jpg
Die wichtigste Brücke (kulturell betrachtet, nicht verkehrstechnisch) ist jedoch die Megane-bashi ein Stück weiter. Diese wurde 1634 von einem Mönch als Zugang zum Tempel Kofuku-ji gebaut und zeichnet sich dadurch aus, dass sie im Gegensatz zu den meisten anderen Brücken hier am Fluss zwei Bögen hat und nicht nur einen Bogen oder einfach nur gerade ist. Aufgrund ihrer Bedeutung als historisches Relikt ist sie auch ein staatlich designiertes wichtiges Kulturgut. Und damit man das auch ordentlich ansehen und fotografieren kann, gibt es davor eine Reihe Trittsteine, damit sich der Tourist angemessen in Stellung bringen kann.
21c DIE Brücke.jpg
Bei der Megane-bashi ist der Name auch Programm:
眼鏡 megane - Brille
-bashi - Brücke
眼鏡橋 Megane-bashi also die "Brillenbrücke".
Wenn man die Brücke von direkt von vorne ansieht, weiß man auch, wieso sie so heißt: Die Bögen sehen mit den entsprechenden Spiegelungen im Fluss tatsächlich wie eine Brille aus. Man braucht nicht mal sehr viel Phantasie.
21d Die Brillenbrücke.jpg
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Jakusotsu »

1634 gab es schon Brillen in Japan? Wenn da mal nicht Marco Polo dahinter steckt!
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

22. Shikokumura - Die ganze Insel ist ein Dorf

Heute verlassen wir Kyushu und machen einen kurzen Zwischenstopp auf Shikoku. Da wir nur diesen einen Tag haben, bevor wir nach Honshu weiterreisen, machen wir die Insel im Schnelldurchlauf und besuchen das Freilichtmuseum Shikokumura, also Shikoku-Dorf. Hier sind alte Häuser und anderes von der ganzen Insel zusammengetragen worden und so bekommt man in einem Aufwasch vieles aus der Geschichte der Insel präsentiert.

Gleich zu Beginn gibt es (einen Nachbau der) Rankenbrücke, die wir vor Jahren schon einmal hatten. Diese hat den strategischen Vorteil, dass sie a) viel besser zu erreichen ist und b) viel tiefer ist. Sogar meine Mutter, die an Höhenangst leidet, hat sich hinüber getraut.
22a Rankenbrücke für Anfänger.jpg
Dann gibt es viele Häuser, die üblichen Bauernhäuser, Mühlen, Teehäuser und Handwerkerbehausungen. Und die (fast schon obligatorische) Kabuki-Bühne, in diesem Fall in einer ländlichen Ausgabe. Hier werden zuweilen heute noch Stücke gegeben, nur nicht, wenn ich da bin. Aber man kann ja nicht alles haben.
22b Landkabukibühne.jpg
Zu den weniger regelmäßig vorkommenden Gebäuden gehört der kleine Leutturm, der seinen Weg nach Shikoku-mura gefunden hat. Da Shikoku-mura am Hang gebaut ist, kann man sich auch vorstellen, dass der Leutturm trotz seiner geringen Höhe weit genug gestrahlt hat, wenn er auf einer der Klippen der Insel stand.
22c Leuchtturm.jpg
Shikoku-mura bietet aber nicht etwas für den kleinen Geschichtsfan, Architekturfreund oder Japanfreak, sondern auch für den Naturbegeisterten. So gibt es einen kleinen Bambushain, durch den man laufen kann.
22d Bambushain.jpg
Und im Frühjahr gibt es natürlich auch die obligatorischen blühenden Bäume.
22e Frühjahrsblüte.jpg
Und die sind ja auch immer wieder schön.
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

23. Inuyama - Eine Burg mit Fernblick

Bevor ich euch morgen in die Weihnachtsferien entlasse, machen wir heute noch einmal etwas richtig Japanisches: eine Burg. Die Burg des Tages steht in Inuyama (da waren wir schon einmal vor Jahren wegen des lokalen Festivals) und ist eine der wenigen Burgen, deren Hauptturm noch im Original erhalten ist. Sie ist nicht so groß wie andere und nicht so vollständig wie Himejijo aber sie sieht trotzdem schön aus. Auch aus der Entfernung.
23a Inuyamajo von Ferne.jpg
Beim Näherkommen kann man erkennen, dass die Burg auf einem Berg steht, so dass sie über die umliegenden Gebäude herausragt. Der Burgturm selbst ist nämlich gar nicht so hoch.
23b Inuyamajo von Nahem.jpg
Das kommt uns entgegen, denn natürlich wollen wir rein in die Burg und von oben runterschauen. Da es sich hier um eine originale Holzburg handelt und nicht um einen fahrstuhlbewährten Betonnachbau, bedeutet das, eine Reihe von engen, steilen Holztreppen hinaufzusteigen. Da ist es hilfreich, wenn der Turm nicht zu hoch ist. Trotzdem kann man von oben schön auf den Innenhof der Burg sehen, der zeigt, dass nicht nur der Hauptturm erhalten geblieben ist.
23c Inuyamajo von oben.jpg
Und neben der Burg von oben, kann man auch die Stadt Inuyama und den Kiso-gawa betrachten. Und hier zeigt sich, dass die schöne alte Burg, wie üblich, mit einer nicht so schönen, nicht so alten Stadt umgeben ist. Das war ja aber bei anderen Burgen auch schon so. Daher genießt diesen letzten Blick ins alte Japan für dieses Jahr. Morgen ist schon so gut wie Weihnachten.
23d Inuyamajo in die Ferne.jpg
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Watashi »

24. Frohe Weihnachten, Merry Christmas and happy holidays,

das letzte Posting der 2014er Ausgabe des Sumoforum-Adventskalenders kehrt zum Beginn zurück, teilweise regional, vollständig thematisch. Zum grande finale gibt es eine Sammlung von japanischen Weihnachtsbäumen, die an unterschiedlichen Orten zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommen wurden. Daher spare ich mir auch die Eintragung in die Karte, weil es nicht um den Ort, sondern um die Weihnachtsbäume geht. Wir müssen uns allerdings beeilen, weil die Weihnachtsdeko incl. Bäume morgen (also am 25.12.) radikal abgenommen wird, um die Vorbereitungen auf Neujahr, das eigentlich wichtige Familienfest, einzuleiten. Wenn die meisten Christen also anfangen, Weihnachten zu feiern, haben die Japaner schon aufgehört.

Sodenn, ich hoffe, es ist für die meisten etwas dabei:

Nr.1: Aomori, VOR Halloween (ja, es geht immer noch früher)
24a Aomori.jpg
Nr. 2: Tokyo Skytree, kleine Indoor-Variante
24b Skytree1.jpg
Nr. 3: noch mal Tokyo Skytree, größere Indoor-Keller-Variante (ja, die haben unglaublich viele Weihnachtsbäume am Tokyo Skytree, da ist aber auch ein ganzes Einkaufszentrum dabei)
24c Skytree2.jpg
Nr. 4: Tokyo Innenstadt, schon fast ein Weihnachtswald
24d Tokyo.jpg
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tainosen
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von tainosen »

Dankeschön für diesen sehenswerten und kurzweiligen Adventskalender - übrigens der Einzige, dessen "Türen" ich geöffnet habe. :Chinese
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Ganryu
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Ganryu »

Ich schließe mich dem Mahlsdorfer Türöffner an. Danke für die Bilder, die informativen Kommentare und Deinen Enthusiasmus, uns allen das zugänglich zu machen.
Ein schönes neues Jahr!

Ganryu :Chinese

Shinkansen
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Shinkansen »

Es ist wie eine Reise. Vielen Dank.
Das kann doch alles nicht wahr sein.

Profomisakari
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitrag von Profomisakari »

Udo Jürgens war noch niemals in New York. (behauptete er).
Wenns war ist kommt er nun auch nicht mehr hin.
Ich war noch niemals in Japan (obwohl schon fast überall auf der Welt)
Aber nun brauche ich da auch nicht mehr hin.
Ich hab ja Deine wundervollen Adventskalender, Anke!
Und die sind jedes Jahr auch gleich ein schönes Weihnachtsgeschenk.

Danke, Anke!

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