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Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Japan, Japaner und deren Sprache

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Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitragvon Watashi » 1. Dez 2014 20:41

Liebe Freunde und Feinde (?) des gepflegten Adventskalenders,

es ist wieder soweit. Der 1. Dezember ist da und mit ihm kommt der inzwischen ja schon fast traditionelle Sumoforumsadventskalender, der eigentlich ein ziemlich sumoloser Adventskalender ist. Wobei, wenn ihr dieses Jahr genau hinseht, werdet ihr vielleicht das eine oder andere Mal mehr oder weniger entfernte Bezüge zum Sumo finden. Doch in erster Linie behandelt dieser Adventskalender Japan, seine Sehenswürdigkeiten, seine Merkwürdigkeiten und seine Spezialitäten. Oder in anderen Worten: Alles, was ihr noch nie über Japan wissen wolltet. Ich wünsche viel Spaß.

Die passende Karte findet ihr (sobald ich das neue Google Maps durchschaut habe) hier.
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitragvon Hana-ichi » 1. Dez 2014 20:45

:applaus :Chinese :riesenfreu

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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitragvon Watashi » 1. Dez 2014 21:00

1. Die Weihnachtszeit in Japan – oder: ein Weihnachtsmarkt in Tōkyō

Beginnen wir mit einem kleinen Quiz: Wann beginnt in Japan die Weihnachtszeit?

a) Am 1. November
b) Am 1. Dezember
c) Am 1. Adventssonntag
d) Welche Weihnachtszeit?

Und die richtige Antwort ist… natürlich a). Am 1. November oder genauer: direkt nach Halloween. Dann werden die Kürbisdekorationen direkt durch Rentiere, Weihnachtsbäume und Engelsfiguren ersetzt. Was wären japanische Kaufhäuser und Schaufenster ohne eine kitschige Dekoration.

Und etwas ganz Besonderes findet sich am Tokyo Skytree, dem neue Fernsehturm von Tōkyō (den wir uns später ansehen): Dort gibt es einen richtigen Weihnachtsmarkt. Bei deutlich über 10 Grad plus muss man allerdings auf den Schnee zumindest Anfang November verzichten, aber in Tōkyō schneit es ohnehin selten.

1a Weihnachtsmarkt.jpg


Der Weihnachtmarkt hat richtige kleine Holzhütten (das ist spaßigerweise in Marburg ähnlich) mit Engeln, einer Maria und natürlich einer Krippe (das ist in Marburg nicht so). Nicht, dass die Japaner über Nacht Christen geworden wären, aber wen stört schon so ein bisschen Religion, wenn die Deko so schön ist.

1b Engel und Krippe.jpg


Natürlich ist ein Weihnachtsmarkt ohne Weihnachtsbaum nicht komplett. Also für diejenigen, die sich beschweren, dass die ersten Weihnachtsbäume in Deutschland schon vor dem 1. Advent auftreten: Es geht immer noch früher.

1c Weihnachtsbaum.jpg


Und welcher Weihnachtsmarkt ist schon vollständig ohne...

1d Glühwein.jpg


Wir sehen also, welches Land Vorbild für dieser Weihnachtsmarkt war (und nein, es ist nicht unser südlicher Nachbar, es gab auch "Münchner Weisse").
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitragvon Cayman » 1. Dez 2014 21:13

Er ist wieder da, der Adventskalender... vielen Dank, Anke. Schön dass du das wieder für uns machst.

:Chinese
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitragvon Metzinowaka » 2. Dez 2014 08:09

es gab auch "Münchner Weisse"


Wat is dit denn. It dachte dit jibt nur Bärliner Weisse :wink:

Vielen Dank im voraus für die Mühe, die Du dir jedes Jahr mit diesem Adventskalender machst. Es gibt doch was schönes in der Vorweihnachtszeit. :Chinese :Chinese
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitragvon Tsubame » 2. Dez 2014 12:15

Wunderbar :applaus Ich freue mich schon auf die nächsten Episoden!
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitragvon Watashi » 2. Dez 2014 20:04

2. Go West

Nach dem jahreszeitbedingten Einstieg fahren wir nach Westen auf die sechstgrößte Insel Japans, nach Sado. Die fünf Inseln, die größer sind, kennen wir schon: Honshû, Hokkaidô, Kyûshû, Shikoku und Okinawa hontô (die Hauptinsel von Okinawa). Jetzt kommt also Nr. 6.

Und wie kommen wir dahin? Lasst uns mal sehen:

Ist es ein Flugzeug?

2a Ein Flugzeug.jpg


Ist es eine normale Fähre?

2b eine Fähre.jpg


Nein, es ist ein Hydrofoil, ein Tragflächenboot.

2c Ein Hydrofoil.jpg


Das kann zwar keine Autos transportieren (dafür gibt es die Fähre), dafür ist es aber schneller als alle Autos auf Sado (solange ich nicht am Steuer sitze).

2c ein schnelles.jpg


Die zulässige Höchstgeschwindigkeit außerhalb vom Autobahnen sind nämlich wahnsinnige 60 km/h in Japan. Und Sado hat keine Autobahnen. Aber das ist eine traurige Geschichte für einen anderen Tag. Jetzt freut euch schon einmal auf Sado, denn wir werden ein paar Tage bleiben.
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitragvon Watashi » 3. Dez 2014 20:41

3. Dem Himmel so nah

Wir sind jetzt also auf Sado und was liegt näher, als uns erst einmal einen Überblick zu verschaffen. Dazu müssen wir uns allerdings etwas organisieren, was wir bisher noch nie getan haben, nämlich...

3a Ein Auto.jpg


Ja, wir werden jetzt erstmals ins Auto steigen. Selbst mein Lonely Planet Reiseführer, der sonst alles per Bus und Bahn macht, empfiehlt, auf Sado über ein Auto nachzudenken. Und er hat recht. Es gibt zwar ein Busangebot, das die wichtigsten Punkte ansteuert, aber den vollen Überblick bekommt man nur, wenn man selbst mobil ist. Mietwagen heißt auf Japanisch übrigens レンタカー rentakaa, vom englischen Rent a car. Der eigene Wagen ist マイカー maikaa, von Englisch My car.

Und zu Anfang steigen wir gleich ins Auto und fahren nach oben, um den besagten Überblick zu bekommen. Wir folgen der sogenannten Ôsado Skyline (Große Sado Skyline), die uns immer höher ins Gebirge bringt. Die Straße, auf der wir fahren, ist steil und erinnert eher an einen militärischen Kolonnenweg denn an eine normale Straße.

3b Kolonnenweg.jpg


Und das hat seinen Grund. Kurz vor dem höchsten Punkt der Skyline gibt es nämlich ein kleines militäisches Sperrgebiet, wohl ein Stützpunkt der Luftverteidigungskräfte Japans.

3c Sperrgebiet.jpg


Und gleich darüber ist (natürlich) der praktische Parkplatz nebst Souveniershop mit kleinem Cafe und natürlich Aussichtsterrasse. Wir sind schließlich in Japan. Und von da oben hat man wirklich eine schöne Aussicht über die zentrale Ebene von Sado. Auf der einen Seite kann man bis zum Hafen sehen, an dem wir gestern angekommen sind.

3d Hafen.jpg


Im der MItte liegt die Ebene und man kann sehen, dass Sado nicht gerade dicht besiedelt ist, sondern auf der relativ geringen Fläche, die nicht aus Bergen besteht, auch noch viele Felder sind.

3e Mitte.jpg


Und in die andere Richtung kann man bis zur anderen Seite der Insel bis zum Meer sehen.

3f Meer.jpg


Richtig groß ist dieses Sado also nicht wirklich. Aber zu seiner Verteidigung: der zentrale Teil ist der schmalste, der nördliche und südliche Teil sind breiter.
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitragvon Jakusotsu » 4. Dez 2014 08:01

Manchmal erscheinen mir Traumbilder aus einer besseren Zukunft, und in einem von diesen klicke ich bei Amazon auf die Sammleredition von "Watashis Adventskalender".
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitragvon Watashi » 4. Dez 2014 20:11

4. Gold im Berg

Am Ende der Osado Skyline fahren wir auf einen der großen Parkplätze an der alten Goldmine von Sado, Sado Kinzan (wörtlich: Sado Goldberg). Japan hatte nicht sehr viele Goldminen, die mit Abstand größte war die auf Sado, weshalb die Insel sofort der Zentralregierung unterstellt wurde, damit der direkte Zugriff auf das Gold gesichert war. Und wenn man mal nicht genug Arbeiter hatte, wurden in Edo einfach ein paar Obdachlose von den Straßen gesammelt und nach Sado verschifft. Menschenrechte mussten sich offenbar dem Goldhunger unterordnen.

Heute ist das natürlich nicht mehr der Fall (naja, ist ja auch kein Gold mehr da...), heute ist die MIne ein Touristenhighlight. Man kann in die alten Stollen hinabsteigen und ich würde empfehlen, einen Pulli oder eine Jacke dabei zu haben. Sonst kann man ganz schön frieren (ja, ich hatte meine Jacke natürlich im Auto gelassen).

4a in die MIne.jpg


In den alten Tunneln werden die Arbeitsbedingungen der Arbeiter heute nachgebildet. Da heute Menschenrechte etwas mehr zählen und Japaner auf Roboter stehen, sind die Arbeiter heute mechanisch und stellen die alten Arbeitsabläufe nach.

4b Roboter at work.jpg


Neben den alten Tunneln aus der Edo-Zeit gibt es einen zweiten Rundgang durch die modernere Mine, immerhin war Sado Kinzan bis 1989 in Betrieb. Zu der Zeit wurden auch Maschinen statt Entführten eingesetzt und die Stollen hatten Schienen zum Transport der Erze.

4c in die moderne Mine.jpg


Und auch eine moderne Nutzung für einen Teil der Stollen hat sich finden lassen. In einer Nische altert heute eine Ladung sake, weil das Klima und die Temperatur das Jahr über konstant bleiben.

4d moderne Nutzung.jpg


Und wenn man dann wieder an der frischen Luft ist, kann man noch zu dem Punkt gehen wo laut Überlieferung der erste Goldabbau auf Sado stattgefunden hat. Heute ist das nur noch ein Berg mit einer sehr interessaten Form, die wohl von den ersten Goldsuchern herrührt.

4e älteste Mine.jpg


Leider konnte ich kein Gold mehr finden (aber ich hätte natürlich welches im Souvenirshop kaufen können). Aber man kann ja nicht alles haben.
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitragvon Tsubame » 5. Dez 2014 12:49

Watashi hat geschrieben:[heute] sind die Arbeiter heute mechanisch und stellen die alten Arbeitsabläufe nach.
4b Roboter at work.jpg


Wenn die Roboter und Künstlichen Intelligenzen in Zukunft die Herrschaft übernehmen, werde sie uns deswegen hassen. Wie konnten wir nur ihre Ahnen in dunklen Bergwerken zu unserem Vergnügen schuften lassen. :lol:


Nebenbei: Hättest du denn Gold, das du findest, behalten dürfen? Muss man sowas nicht immer abgeben?!
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitragvon Watashi » 5. Dez 2014 22:29

5. Sado Bugyosho

Wie ihr vielleicht merkt, haben die Jungs auf Sado ein Faible dafür, ihre Sehenswürdigkeiten auch sprachlich geografisch zu verorten (Osado Skyline, Sado Kinzan und heute Sado Bugyosho). Der nächste Eintrag in dieser Reihe ist heute das Sado Bugyosho, das Sado Verwaltungsgebäude, von dem aus die Insel während der Edo-Zeit kontrolliert wurde. Mit Eröffnung des Goldabbaus wurde Sado unter direkte Kontrolle der Zentralregierung in Edo gestellt. Natürlich konnte der Shogun aber nicht direkt vor Ort sein, sondern setzte einen Verwalter ein, jedoch ohne einen weiteren Lehnsmann dazwischen. Dieser Verwalter arbeitete vom Sado Bugyosho aus. Das Originalgebäude brannte im Laufe der Zeit mehrfach ab, so dass dem geneigten Touristen heute nur noch ein Nachbau und ein paar Fundamente übrig bleiben.

Beim Nachbau hat man sich aber durchaus Mühe gegeben, um zu zeigen, dass die Herren auf Sado durchaus stilvoll arbeiten konnten.

5a Sado Bugyosho.jpg


Das Bugyosho war dabei nicht nur das Verwaltungsgebäude, sondern diente auch für Gerichtsverhandlungen. Der (vermeintlich) arme Sünder wurde dabei auf einfache Matten gesetzt, während das hohe Gericht im wahrsten Sinne des Wortes aus der Höhe des Raumes auf ihn herabschaute.

5b Gericht.jpg


Und weil Sado vor allem des Goldes wegen wichtig war und der Goldabbau und die Goldbearbeitung fest in der Hand des Verwalters im Auftrag der Regierung liegen sollten, wurde die Goldverarbeitung gleich im Hinterhof des Bugyosho durchgeführt.

5c im Hinterhof.jpg


Heute kann man davon aber auch nur noch moderne Nachbauten der genutzten Hilfsmittel sehen. Am Ende hatte man dann Goldmünzen, die direkt nach Edo gingen.

5d mehr God.jpg


Eigentlich schade, schon wieder keine Möglichkeit etwas Gold abzugreifen. Gestern gab es schon keine Chance, etwas zu finden (was auch die Frage erledigt, ob ich es hätte behalten können: es war eindeutig dafür gesorgt worden, dass ich nichts hätte finden können, was ich behalten hätte wollen).
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitragvon Watashi » 6. Dez 2014 22:03

6. Mehr Mine

Wenn man vom Parkplatz des Sado Bugyosho zufällig nach unten sieht, stellt man fest, dass dort eine Reihe Industrieruinen stehen, die der Reiseführer leider nicht kennt (meiner zumindest). Die sehen aber durchaus nicht uninteressant aus. Und so kann man manchmal ohne Planung über spannende Sachen stolpern, wenn man die Augen aufhält.

6a von oben.jpg


Und wenn man von Natur aus neugierig ist, will man natürlich wissen, was da war und stellt fest, dass man mit dem Auto den Berg herunter fahren kann und unten wieder ein freundlichen Parkplatz ist. Überhaupt ist Parken auf Sado deutlich einfacher als in den großen Städten. Einfach alles hat einen freundlichen Parkplatz, was das Leben deutlich vereinfacht.

Aber zurück zu unseren Industrieruinen. Glücklicherweise gibt es hier nicht nur einen freundlichen Parkplatz, sondern auch freundliche Schautafeln (zum Teil sogar bilingual). So stellen wir fest, dass hier ab der Meiji-Zeit, also mit der Industrialisierung Japans und dem Ende der Feudalherrschaft, neue Goldbearbeitungsanlagen nach damals modernsten industriellen Standards erbaut wurden. Diese wurden mehrfach ausgebaut und modernisiert, bis sie 1952 geschlossen wurden. Früher war das Tal also vollgebaut.

6b damals.jpg


Heute sieht man nur noch Teile der alten Herrlichkeit, die verfallen sind und von Grünzeug überwuchert. Man bekommt aber zumindest einen Eindruck von der Größe der industriellen Anlagen, die hier früher waren.

6c heute.jpg


Von einigen Strukturen ist fast nichts mehr übrig, von anderen kann man zumindest Größe und Form erahnen. Auch wenn meine Kenntnisse über die Goldbearbeitung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht groß genug sind, um zu erklären, wofür die Sachen da waren, beeindruckend sind sie allemal.

6d die Reste.jpg


Und damit beenden wir unseren Ausflug nach Sado für dieses Jahr, zum einen, um uns noch was für die nächsten Jahre aufzuheben, und zum anderen, um mal wieder was anderes zu sehen. Aber das sehen wir dann morgen.
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitragvon gernobono » 6. Dez 2014 23:02

danke für den adventkalender

aber nur so nebenbei.....gibt es auf der insel auch menschen, die dort leben?
auf keinem foto ausser den bildern aus dem bergwerk ist etwas mensch(enähn)liches

ich bin mir sicher, dass auf JEDEM foto von JEDER sehenswürdigkeit in europa mehr japaner sind als auf deinen aktuellen
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitragvon tsunamiko » 7. Dez 2014 10:57

Watashi hat geschrieben:3. Dem Himmel so nah


Und gleich darüber ist (natürlich) der praktische Parkplatz nebst Souveniershop mit kleinem Cafe und natürlich Aussichtsterrasse. Wir sind schließlich in Japan. Und von da oben hat man wirklich eine schöne Aussicht über die zentrale Ebene von Sado. Auf der einen Seite kann man bis zum Hafen sehen, an dem wir gestern angekommen sind.


und kein Getränkeautomat?????????
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitragvon Watashi » 7. Dez 2014 20:43

gernobono hat geschrieben:aber nur so nebenbei.....gibt es auf der insel auch menschen, die dort leben?
auf keinem foto ausser den bildern aus dem bergwerk ist etwas mensch(enähn)liches

ich bin mir sicher, dass auf JEDEM foto von JEDER sehenswürdigkeit in europa mehr japaner sind als auf deinen aktuellen


Tja, das ist Sado in der Nebensaison. Im Minenmuseum waren schon Leute, aber eben nicht zwischen mir und den Robotern. Ansonsten war ich zum Teil tatsächiich allein (zumindest beim letzten Posting), bei der Aussichtsplattform waren genau drei weitere Leute (plus den Bediensteten im Shop), beim Sado Bugyosho bin ich irgendwann mal in einen anderen Touristen gerannt, ansonsten bin ich ziemlich allein da durch marschiert.
Ich habe mir die anderen Fotos von Sado mal angesehen und Menschen sind tatsächlich relativ selten. Das ist mir bisher nicht aufgefallen. Wenn ihr in Japan also mal allein sein wollt, empfehle ich Sado in der Nebensaison. Ende Mai ist es wirklich ruhig, aber das Wetter ist schon ganz gut. Bei den größeren Sachen sind Leute, bei den kleineren kann man wirklich mal allein sein. In der Hochsaison hingegen wird es vor Reisebussen nur so wimmeln, befürchte ich zumindest.

Und zum Thema Getränkeautomat: Da war schon einer, aber ich nehme die kaum noch wahr. Und ich habe es ehrlich gesagt nicht für erwähnenswert gehalten. Getränkeautomaten gibt es einfach überall, nicht nur an den Touristenecken.
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitragvon Watashi » 7. Dez 2014 21:01

7. Ein schönes Herbstkleid

Zum Ende der ersten Woche verlassen wir Sado, fahren aber an einen Ort, wo wir schon einmal waren. Zu diesem netten Aussichtsturm:

7a Aussicht.jpg


Dieser steht in Hakodate und zwar hier.

Wir fahren also wieder auf den Aussichtsturm und sehen auf das alte Fort hinunter. Im Herbst hat sich das Bild jedoch ein wenig verändert. Statt sattem Grün sehen wir eine bunte MIschung an bunten Blättern.

7b im Herbstlaubkleid.jpg


Diese Herbstlaubfärbung ist für Japaner das, was im Frühjahr die Kirschblüten sind. Deshalb hat jede Sehenswürdigkeit, die etwas auf sich hält, Bäume, die im Herbst in allen Rot-, Gelb- und Orangetönen leuchten. Und Goryôkaku ist natürlich keine Ausnahme.

7c Bäume über Bäume.jpg


Und das mit den leutenden Bäumen ist gar nicht so schwer, wie es klingt. Ich habe nämlich festgestellt, dass die japanische Zierkirsche nicht nur im Frühjahr in weiß oder rosa Blüten steht, sondern im Herbst auch noch schöne orange Blätter zustande bringt. Man bekommt also zwei Jahreszeiten zum Preis von einer.

7d Multifunktionsbäume.jpg
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitragvon Watashi » 8. Dez 2014 19:42

8. Herbstlaub II.

Wir bleiben beim Thema, wechseln aber den Ort: Ähnlich wie bei der Kirschblüte im Frühjahr gibt es im Herbst bestimmte Gegenden oder Sehenswürdigkeiten, die besonders für ihre Herbstlaubfärbung bekannt sind. Einer davon ist der Towada-ko, ein See im Süden der Präfektur Aomori (womit bewiesen wäre, dass es in Aomori mehr gibt als Äpfel und Sumotori).

Der Towada-ko ist bestimmt auch den Rest des Jahres eine (Auto-)Reise wert, aber besonders bekannt ist er im Herbst, weil die Bäume rund um den See dann in alle Farben leuchten. Man sollte dann aber am besten unter der Woche kommen, sonst darf man sich alles mit den berühmten Busreisegruppen teilen.

Ein Highlight einer Fahrt zum Towada-ko ist eine Fahrt auf dem Towada-ko mit einem Ausflugsschiff. Es gibt zwei Routen: Eine Rundtour und eine Fahrt von Yasumiya (dem "größten" Ort) nach Nenokuchi (dem "anderen" Ort). Wir machen ersteres. Leider war ich ein wenig spät dran, deshalb hatten viele Bäume ihr Laubkleid schon verloren, aber man sieht schon vor dem Ablegen, dass es sich durchaus noch gelohnt hat.

8a am Ufer.jpg


Also rauf aufs Schiff und sich auf die Fahrt freuen.

8b per Schiff.jpg


Die Fahrt startet auf einer Halbinsel, die in den See hineinragt. An deren Spitze stehen nicht nur bunte Bäume, sondern auch interessante immergrüne Bäume, die mit den Laubbäumen einen schönen Kontrast bilden, der sich vor dem See abzeichnet.

8c auf den See hinaus.jpg


Die Fahrt führt um die Halbinsel bis nah ans Ufer der nächsten Halbinsel. Den größten Teil des Sees lassen wir aus, aber auch so gibt es interessante Felsformationen, bunte Bäume und tiefblaues Wasser zu bestaunen. Natürlich sollte dafür auch das Wetter mitspielen und da hatte ich Glück.

8d unterwegs.jpg


Und so fahren wir über den See, genießen die Landschaft und schauen noch einmal wehmütig zurück, bevor wir wieder anlegen.

8e auf nicht so großer Fahrt.jpg
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitragvon Watashi » 9. Dez 2014 20:41

9. Wer Towada sagt, muss auch Oirase sagen

Zum Ende unserer Herbstlaubtrilogie besuchen wir den Oirase-Fluss. Dieser speist sich aus dem Towada-ko, insofern besucht man beide in der Regel in einem Aufwasch. Und das machen wir auch. Natürlich war ich auch am Oirase-Fluss etwas spät dran, aber zum einen waren doch noch einige bunte Bäume übrig und zum anderen bietet der Fluss auch ohne Bäume ein ansprechendes Ambiente mit Wasserfällen, Stromschnellen und naturbelassener Natur (das ist in Japan nicht immer einfach zu finden).

Wir stellen unser Auto auf dem ersten ernstzunehmenden Parkplatz ab und gehen zum Fluss hinunter. Das mit dem Parkplatz ist mir wichtig, den Japanern aber offenbar nicht so sehr. Man muss IMMER damit rechnen, dass plötzlich ein Wagen am linken Rand hält oder parkt, unabhängig davon, ob das gefährlich oder nicht erlaubt ist. Aber diesem Trend müssen wir uns ja nicht anschließen.

Vom Parkplatz gehen wir zum Fluss und stoßen gleich auf den ersten Wasserfall (deshalb ist genau hier wohl auch der Parkplatz) und die ersten gelben Bäume. Als Einstimmung gar nicht so schlecht.

9a Ende oder Anfang.jpg


Wir wandern weiter den Flusslauf entlang. Hier oben ist der Fluss relativ breit und entspannt. Natürlich ist das Wasser nicht gerade langsam, aber von Stromschnellen kann auch noch keine Rede sein. Dafür gibt es am späteren Nachmittag ein schönes Schattenspiel.

9b am Fluss entlang.jpg


Folgt man dem Fluss weiter und sieht nicht nur starr auf das Wasser, kann man allerhand entdecken: urige Bäume, eine kleine Brücke und einen Wasserfall an einem Nebenarm.

9c Wasserfall.jpg


Danach wird der Fluss enger und damit auch schneller. Hier kann man einen japanischen Fluss in seiner ganzen Natürlichkeit sehen, nicht begradigt, nicht einbetoniert, nicht halb ausgetrocknet. Und das ist mitunter schwierig zu finden und lohnt allein schon die Anreise.

9d am wilden Fluss.jpg


Und zum Abschluss unseres Ausflugs in die Welt der herbstlichen Laubfärbung noch ein letztes Bild, bevor wir uns morgen wieder aufmachen in die große Stadt.

9e mittendrin statt nur dabei.jpg
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Re: Advent, Advent, Adventskalenderzeit

Beitragvon Tsubame » 10. Dez 2014 13:32

Bild Nummer 2 "folget dem Flusse"... wunderschön!
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