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Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheiten

Japan, Japaner und deren Sprache

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Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheiten

Beitragvon Watashi » 2. Dez 2011 20:52

Liebe Forumsgemeinde,

leider habe ich den 1. Dezember verpasst und so meine Pflichten als inoffizielle Adventsbevollmächtigte des Forums vernachlässigt. Falls ihr mir verzeihen könnt, werde ich mich mit dem heutigen Tag an der Adventskalenderfront zurückmelden.
Für die, die es interessiert, gibt es diesmal nicht das größte, das schönste oder das bekannteste, sondern eher unbekannte Seiten Japans. Das können Gegenden sein, die der normale Tourist selten zu sehen bekommt, oder kleine und/oder merkwürdige Museen. Und mir fällt bestimmt noch mehr ein.

Jetzt auch mit Karte.
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Re: Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheit

Beitragvon Meyeryu » 2. Dez 2011 21:01

Ich freu mich jedenfalls schon drauf.
Mori-u-rara, ting tang walla walla bing bang,
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Re: Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheit

Beitragvon Watashi » 2. Dez 2011 21:14

2. Meguro Parasitological Museum

Als erstes bleiben wir erst einmal in Tokyo und sehen uns ein kleines Museum an, das der normale Tourist nicht unbedingt auf dem Plan hat, das Meguro Parasitological Museum. Das ist das erste und einzige Museum der Welt, das sich mit der schönen Welt der Parasiten beschäftigt. Das hat in den 1950ern ein Arzt gegründet, weil er vor den Gefahren von Parasiten warnen und aufklären wollte. Die Museumsräume sind denn auch voll mit Parasiten, solchen, die man beim Menschen findet, und solchen, die Tiere befallen.

1 Meguro Parasitological Museum.JPG


Es gibt nicht wirklich viele englische Beschriftungen. Aber die Bilder versteht man in der Regel auch so.

1 anschauliches Bild.JPG


Das Hauptausstellungsstück ist jedoch ein 8m langer Bandwurm, der einmal einem Mann in Yokohama entfernt wurde. Der Wurm ist so lang, dass er nur mehrfach gefaltet ausgestellt werden kann. Daneben ist jedoch ein 8m langer Stoffstreifen, den man ausrollen kann, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie lang der Wurm wirklich ist.

1 Bandwurm.jpg


Wer nun plant, sich das selbst anzusehen, sei auf die Homepage des Museums verwiesen. Es gibt dort sogar einen Museum Shop, allerdings nur vor Ort.
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Re: Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheit

Beitragvon Jakusotsu » 3. Dez 2011 08:18

Ha! Ein Türchen ganz nach meinem Geschmack. Damit wird sogar diese grausliche Adventszeit verdaulich. 8)
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Re: Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheit

Beitragvon Ganryu » 3. Dez 2011 13:59

Sehr schön, Dein Adventskalender! Und nicht so kalorienhaltig . . . :applaus

Besitzern eines stabilen Nervenkostüms sei übrigens ein ähnliches Museum empfohlen, das etwas näher liegt (Berlin):
Medizinhistorisches Museum der Charité

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Re: Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheit

Beitragvon Watashi » 3. Dez 2011 19:50

3. Fukagawa Fudo-do

Wir bleiben erst einmal in Tokyo (keine Sorge, wir werden die Stadt auch noch verlassen) und besuchen einen Tempel. Allerdings keinen der bekanntesten oder zentralsten, aber trotzdem einen interessanten, den Fukagawa Fudo-do. Auf den ersten Blick sieht der aus wie viele Tempel in Japan.

3 Fukagawa Fudo-do.JPG


Aber gleich daneben steht ein sehr moderne Anbau, den man so vielleicht nicht bei einem japanischen Tempel erwarten würde.

3 Fukagawa Fudo-do modern.JPG


Und in diesen Anbau kann man hineingehen und er ist ziemlich riesig. Unter anderem gibt es eine Miniaturausgabe der 88 Tempel von Shikoku, der bekanntesten Pilgerreise Japans. Diese sieht aber auch nicht unbedingt so aus, wie man sich das vorstellen würde.

3 88 Tempel.JPG


Wenn man vor allen 88 "Tempeln" betet, soll das angeblich die gleiche Wirkung haben, wie die Originalpilgertour auf der Insel Shikoku.
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Re: Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheit

Beitragvon Watashi » 4. Dez 2011 19:45

4. Goryokaku

Japanische Burgen haben wir schon einige gesehen, aber bisher wissen wir nicht, wie es hinterher weiterging. Es gibt nämlich auch eine Befestigung nach der Öffnung des Landes. Und um uns das anzusehen, besuchen wir erneut die nördlichste Hauptinsel, Hokkaido. Wir waren die letzten Jahre immer in Hakodate auf Hokkaido und diese Tradition wollen wir auch dieses Jahr nicht brechen.

In Hakodate gibt es nämlich das erste "moderne" Fort des Landes, das noch vom Tokugawa-Shogunat zwischen 1857 und 1866 errichtet wurde. Und es ist nicht nur einfach moderner als klassische japanische Burgen, es hat auch eine ungewöhnliche Form, wie ein Modell an der Anlage zeigt.

4. Goryokaku Modell.jpg


Und die Befestigung sieht nicht nur fünfeckig aus, sondern heißt auch so:
GO - fünf
RYÔ - Ecke
KAKU - Einfriedung, Festungsmauer
五稜郭 Goryôkaku ist also die fünfeckige Festungsmauer.

Von dem alten Fort sind noch Burggräben und Mauern erhalten und für die Touristen zugänglich. Die Sternform ist so allerdings nicht unbedingt zu erkennen.

4. Goryokaku von unten.jpg


Aber Japaner wären nicht Japaner, wenn es nicht einen strategisch errichteten Aussichtsturm gäbe, damit der geneigte Japaner sich das Fort und seine Form aus der Vogelperspektive ansehen kann.

4. Goryokaku.jpg
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Re: Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheit

Beitragvon Heikotoriki » 5. Dez 2011 12:12

Danke, Anke, für diesen herrlichen Einblick.

Goryokaku ist dann somit so etwas wie ein Vorläufer des Pentagon.

Und wenn man sich den Bandwurm so vorstellt, brrrrrrrrrrrrrrrrr.

Ich freue mich auf die nächsten "Türchen" des Adventskalenders.

:D
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Re: Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheit

Beitragvon Watashi » 5. Dez 2011 21:25

5. Die Dünen von Tottori

Kamele in Japan? Gibt es, nur leider nicht im März. Im Sommer können Touristen durch Japans größte Dünenlandschaft reiten und Laurence von Arabien (oder Laurence von Japan?)-Fotos machen. Ich konnte das nicht, weil ich kurz nach dem haru basho da war, aber man kann ja nicht alles haben.

Wir befinden uns in der Präfektur Tottori. Zugegeben, es gibt nicht beliebig viele Gründe, nach Tottori zu fahren, was auch erklärt, dass es ein eher selten besuchter Fleck Japans sind. Die Dünen von Tottori, die 鳥取砂丘 Tottori sakyu, sind jedoch ein solcher Grund. Im Vergleich zu den richtigen Wüsten des asiatischen Kontinents sind sie natürlich eher klein, aber sie liegen dafür landschaftlich sehr ansprechend. Auf der einen Seite erheben sich einige Berge im Hintergrund...

5 Dünen und Berge.JPG


...und auf der anderen Seite grenzen sie direkt an das Japanische Meer.

5 Dünen und Meer.JPG


Und man kann sie sogar mehrfach besuchen, denn sie werden nach wie vor von Meer und Wind geformt und verändert. Und man kann auch ohne Kamele durch die kleine Wüstenlandschaft laufen.

5 Tottori Dünen.jpg
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Re: Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheit

Beitragvon Watashi » 5. Dez 2011 21:32

Heikotoriki hat geschrieben:Danke, Anke, für diesen herrlichen Einblick.

Goryokaku ist dann somit so etwas wie ein Vorläufer des Pentagon.
...


Wenn das Pentagon nicht gerade als Lehnwort in Katakana geschrieben wird (ペンタゴン), was zugegebenermaßen der Standard ist, kann man es auch 五稜堡 Goryô-hô - fünfeckige Festung nennen. Ich weiß aber nicht, ob das heute jeder Japaner versteht.
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Re: Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheit

Beitragvon Watashi » 6. Dez 2011 21:14

6. Oe Jinja

Wir starten heute in Osaka am Shitennoji, dem ältesten Staatstempel Japans; schon 593 von Shotoku Taishi gegründet. Der ist zugegebenermaßen nicht unbedingt selten besucht...

6 Shintennoji.JPG


... aber er ist auch nicht unser Endziel. Von dort kann man die sieben Hänge von Tennoji entlangwandern, immer rauf und runter. Auf dem Weg stehen eine Reihe von Tempeln und Schreinen. Einer davon ist der Oe Jinja. Der Schrein ist nicht besonders groß und auch nicht unbedingt sehr bedeutend. Er wurde allerdings auch schon von Shotoku Taishi etabliert, als einer von sieben Schreinen, die Shitennoji bewachen sollen.

6 Oe jinja.JPG


Interessant ist er aber auch deshalb, weil er auch für eine Truppe moderne Japaner Bedeutung hat: Hanshin Tigers Fan. Der Schrein hat statt steinernen Wachhunden steinerne Wachtiger. Das hat die Fans von Kansais beliebtester Baseball-Mannschaft angelockt, die hier für mehr Erfolg bitten.

6 Hanshin Tigers am Oe Jinja.JPG


Angesichts der eher wechselhaften Erfolge der Tigers scheint es aber nicht perfekt zu funktionieren.
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Re: Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheit

Beitragvon Watashi » 7. Dez 2011 21:46

7. Das Todoroki Tal

Wir befinden uns im Grünen, die Vögel zwischern, wir wandern einen Bachlauf entlang. Es ist ruhig und schattig, die Sonne scheint durch die Blätter der Bäume links und rechts des Baches.

7 Todoroki Tal.jpg


Am Wegesrand finden sich kleine Schreine und Tempel, Laternen und Figuren. Ein kleiner Wasserfall plätschert. Es ist friedlich und klassisch japanisch.

7 Todoroki mit klassisch.jpg


Wo wir uns befinden? Wir sind im Todoroki Tal, einem etwa 1 km langen Flusslauf mitten im dicht bebauten Tokyoter Stadtteil Setagaya und wenn wir das Tal verlassen, stehen wir wieder mitten drin im modernen Großstadttrubel. Und manchmal schummelt sich die moderne Stadt auch ins friedliche Todoroki Tal.

7 Todoroki mit modern.jpg
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Re: Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheit

Beitragvon Hokkaiko » 8. Dez 2011 14:03

Da hast du mich sehr neugierig gemacht, Watashi. Werde mir den Ausflug dorthin im nächsten Jahr fest vornehmen. Danke für das tolle Türchen. :D
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Re: Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheit

Beitragvon Watashi » 8. Dez 2011 21:07

8. Goshiki-numa

Wir reisen dieses Mal nach Norden und begeben uns auf gefährliches Terrain, in die Präfektur Fukushima. Wir sind allerdings etwa 100 km westlich des einzigen Fukushima, das in Deutschland bekannt ist, und sind insofern doch einigermaßen sicher. Wir stehen am Fuße des Bandai-san auf der Bandai kogen. Diese Hochebene entstand 1888 durch eine Eruption des Bandai-san, wir sind also vielleicht doch nicht so sicher.
Bei derselben Eruption wurde auch eine Reihe von Seen gebildet, deren Wasser aufgrund von Mineralienablagerungen in unterschiedlichen Farben schimmert. Deshalb werden die Seen die 五色沼 Goshiki-numa genannt:

GO - fünf
SHIKI - Farbe
numa - Teich; also die fünffarbigen Teiche.

Es gibt einen 3,6 km langen Wanderpfad, der an den Teichen vorbeiführt. Und sie sind in der Tat sehr bunt, auch wenn ich euch nur drei Farben bieten kann:

8 fünf Farben rot.JPG


8 fünf Farben grün.JPG


8 fünf Farben blau.JPG
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Re: Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheit

Beitragvon Watashi » 9. Dez 2011 18:25

9. Gräber in Hagi

Etwas abseits der üblichen Wege, kurz vorm Ende von Honshu liegt die Stadt Hagi, eine alte Burgstadt. Während der Edo-Zeit herrschte dort der Clan der Mori über die Provinz Choshu. Sie hatten bei der Entscheidungsschlacht um Japan 1600 auf der falschen Seite gestanden und wurden daher hierher in die Peripherie versetzt. Dieser Antagonismus zu den herrschenden Tokugawa macht die Provinz zu einer Brutstätte der Opposition. Viele führende Köpfe der Meiji-Restauration kamen aus der Stadt oder der Provinz und wurde dort ausgebildet. Und so trugen die Mori indirekt zu ihrer eigenen Entmachtung als Lehnsherren bei, als der Samurai-Stand nach der Meiji-Restauration abgeschafft wurde und die alten Provinzen in Präfekturen umgewandelt wurden.

Bis dahin jedoch gab es einige Mori-Fürsten und deren Gräber sind heute noch zu besichtigen. Interessanterweise liegen nicht alle auf demselben Friedhof, sondern die Fürsten mit ungeraden Nummern (außer dem ersten) liegen am Toko-ji und die mit den geraden Nummer (und der erste) am Daisho-in. Ich weiß allerdings nicht, warum die Fürsten der Mori sich so voneinander distanzieren. Distanzieren dabei im wahrsten Sinne des Wortes, so liegen die beiden Tempel fast 5 km voneinander entfernt.
Egal an welchem Tempel, die Gräber liegen etwas versteckt am Ende des Friedhofs hinter einem langen Aufstieg und weiteren Gräbern.

9 Toko-ji Aufgang.jpg


Wenn man dann aber davor steht, sind die Gräber deutlich zu sehen. Sie stehen alle in einer Reihe immer der Fürst und seine Ehefrau. Die Reihenfolge ist allerdings nicht streng der Todestage nach.

9 Toko-ji Grab.jpg


Die Gräber am Toko-ji haben dabei eine andere Form als die am Daisho-in. Die Gräber an einem Tempel sind aber wieder einheitlich gestaltet.

9 Daisho-in Grab.jpg


Und nicht wundern: Die Gräber stehen wirklich an buddhistischen Tempeln, auf wenn direkt davor Shinto-torii stehen. Das Verhältnis der Religionen in Japan ist eher entspannt.
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Re: Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheit

Beitragvon Profomisakari » 10. Dez 2011 10:01

Anke hat geschrieben:Die Gräber am Toko-ji haben dabei eine andere Form als die am Toko-ji.

Wolltest Du testen, ob das wirklich jemand liest? Das war überflüssig. Ich zum Beispiel warte jeden Tag mit Ungeduld auf die nächste Serie.
Oder ich hab es nicht verstanden. Dann war es ein anderer Test, bei dem ich durchgefallen bin.

Aber großartig, Anke, was Du alles über dieses Land weißt, und wie es Dir gelingt, uns immer wieder neugierig zu machen.
Und Hochachtung, mit welcher eisernen Disziplin Du Dir jeden Tag die Arbeit machst, das nächste Thema auszuwählen, Fakten und Bilder zusammen zu tragen (oder hast Du einen so großen Fundus, dass Du sie einfach abrufen kannst?) und nach diesem sehr schönen einheitlichen Muster aufzubereiten.

Und wenn ich das richtig sehe, geschieht das alles nach einem vielleicht auch stressigen Arbeitstag.
Deshalb einmal mehr den abgeklapperten Spruch: "Danke, Anke!"

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Re: Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheit

Beitragvon Watashi » 10. Dez 2011 18:49

Profomisakari hat geschrieben:
Anke hat geschrieben:Die Gräber am Toko-ji haben dabei eine andere Form als die am Toko-ji.

Wolltest Du testen, ob das wirklich jemand liest? Das war überflüssig. Ich zum Beispiel warte jeden Tag mit Ungeduld auf die nächste Serie.
Oder ich hab es nicht verstanden. Dann war es ein anderer Test, bei dem ich durchgefallen bin.
Profomisakari


Wenn es ein Test gewesen wäre, hättest du ihn bestanden. Aber es war nur eine der Müdigkeit geschuldete Schluderei. Natürlich sehen die Gräber an unterschiedlichen Tempeln unterschiedlich, die am selben Tempel gleich aus. Ich habe es dementsprechend geändert. Sorry.
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Re: Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheit

Beitragvon Watashi » 10. Dez 2011 19:01

10. Fukagawa Edo Museum

Wir kehren nach Tokyo zurück und begeben uns sogar in eine Gegend, in dem wir schon waren. Nach dem Fukagawa Fudo-do sind wir jetzt im Fukagawa Edo Museum. Hier kann man sich einige originalgetreu aufgebaute Häuser aus der Zeit ansehen, in der Tokyo noch Edo hieß. Es gibt Wohnhäuser, Läden, ein Speicherhaus und sogar ein Wachturmen. Man darf in die Häuser hineingehen und sich so zum Beispiel das Zimmer eines Arbeiters ansehen.

10. Edo-Haus.jpg


Nun könntet ihr natürlich einwenden, dass es sicherlich größere Freilichtmuseen mit wirklich historischen Häusern in Japan gibt und ihr habt recht. Aber wir sind nicht in einem Freilichtmuseum, das ganze Fukagawa Edo Museum steht in einer großen Halle und das macht es dann doch wieder seltener.

10. Straße.jpg


So kann man das ganze Dorf auch bei Regen trockenen Fußes besichtigen und sich von oben einen Überblick verschaffen.

10. im Haus.jpg
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Re: Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheit

Beitragvon Watashi » 11. Dez 2011 19:20

11. Muroto misaki

Vor zwei Jahren waren wir an der südlichsten Stelle von Shikoku, Ashizumi misaki und haben etwas über die berühmte Pilgerreise der 88 Tempel von Shikoku gelernt.
Heute besuchen wir das andere große Kap im Süden Shikokus, Muroto misaki. Dieses ist noch deutlicher mit Kobo daishi, dem wichtigsten buddhistischen Gelehrten Japans verbunden, als Ashizuri misaki und der Rest der 88 Tempel. Denn hier, an einem Ende von Shikoku, ist der Ort, an dem Kobo daishi die Erleuchtung fand. Der Überlieferung nach meditierte er in einer kleinen Ecke und wurde dabei erleuchtet.

11. Erleuchtung hier.jpg


Außerdem gibt es aber auch weltlicheres zum großen Gelehrten. So befindet sich am Kap Muroto auch das (angebliche?) Badeloch des Kobo daishi. Heute gilt jedoch: Ansehen ja, aber nicht baden.

11. Badeloch des Kobo daishi.jpg


Und ich kann euch aus eigener Erfahrung sagen, dass dort wenig Ausländer oder überhaupt Besucher vorbeikommen. Zumindest an einem Abend im März ist es wirklich ruhig dort. In dem Bus, mit dem ich das letzte Stück gefahren bin, war ich über weite Strecken neben dem Fahrer die einzige. Wenn man das aber auf sich nimmt, wird man mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt, wenn man Glück hat.

11. Sonnenuntergang am Kap.jpg
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Re: Unbekanntes Japan - Ein Adventskalender in 23 Seltenheit

Beitragvon Jakusotsu » 12. Dez 2011 09:45

Watashi hat geschrieben:Und ich kann euch aus eigener Erfahrung sagen, dass dort wenig Ausländer oder überhaupt Besucher vorbeikommen. Zumindest an einem Abend im März ist es wirklich ruhig dort. In dem Bus, mit dem ich das letzte Stück gefahren bin, war ich über weite Strecken neben dem Fahrer die einzige. Wenn man das aber auf sich nimmt, wird man mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt, wenn man Glück hat.

Hmm, da stellt sich unweigerlich die Frage, wie Du nach Sonnenuntergang wieder zurück in die Zivilisation gefunden hast. Oder hattest Du ein Zelt dabei? (...oder in der Ecke der Erleuchtung genächtigt?)
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