Moderations-Bereich ]

Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Japan, Japaner und deren Sprache

Moderator: Watashi

Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Beitragvon Watashi » 1. Dez 2010 20:50

Liebe Forumsgemeinde,

nach dem großen Erfolg (?) der letztjährigen Ausgabe habe ich entschieden, erneut eine kleine virtuelle Japanreise für die Vorweihnachtszeit zu veranstalten. Diesmal geht es nicht quer durch Japan, sondern wir werden uns einige der besten, schönsten oder bekanntesten Ecken des Landes ansehen.
Ich werde aber natürlich nicht willkürlich irgendwelche Plätze auswählen, sondern mich auf die Japaner verlassen. In Japan gibt es für vieles Rankings, nicht die Top 10 von 1 bis 10, sondern im Stile von „die schönsten drei“, „die bekanntesten drei“, ohne interne Rangfolge. Und sie beschränken sich auch nicht immer auf Japan.
Aus diesen Rankings werde ich einige auswählen, um euch zu zeigen, was die Japaner besonders sehenswert finden. Ich werde immer eines herausgreifen und ein bisschen dazu erklären, es durch weitere ergänzen oder... Dementsprechend wird die Reise diesmal nicht halbwegs gradlinig verlaufen, sondern zuweilen wild durchs Land springen.

Ich wünsche euch also eine gute Reise und viel Spaß!

PS: Und wie schon im letzten Jahre gibt es wieder eine Karte, auf der man die Stationen nachvollziehen kann. Ihr findet sie hier. (Leider bin ich ein Idiot und habe aus Versehen die Karte vom letzten Jahr gelöscht. Der Link vom letzten Jahr funktioniert also wohl nicht mehr. Sorry!)
Watashi
Mo(dere)tte
 
Registriert: 30.08.2005
Wohnort: Braunschweig

Re: Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Beitragvon Watashi » 1. Dez 2010 20:56

1. Hakodate – Einer der drei schönsten Nachtausblicke… weltweit

Wir beginnen unsere Reise schon traditionell wieder hoch im Norden und besuchen Hakodate. Dort waren wir letztes Jahr auch schon, aber dieses Mal kommen wir bei Nacht. Denn der Ausblick vom Hakodate-yama gilt nicht nur als einer der drei schönsten Nachtausblicke Japans, sondern als einer der drei schönsten weltweit: 世界三大夜景 sekai sandai yakei.

SE – Gesellschaft, Welt
KAI – Grenze, Kreis, Welt
世界 sekai – Welt (erstaunlicherweise)
SAN – drei
DAI – groß
三大 sandai – die großen drei
YA – Nacht
KEI – (schöner) Ausblick, Landschaft
夜景 yakei – Nachtlandschaft, Nachtausblick;
Also wörtlich: die drei großen Nachtausblicke der Welt.

Die anderen beiden sind nach japanischer Lesart übrigens Hongkong und Neapel. Die habe ich zwar noch nicht gesehen, aber insgesamt befindet sich Hakodate sicherlich in gar nicht so schlechter Gesellschaft.

Um den Ausblick genießen zu können, kann man ganz bequem vom Bahnhof mit dem Bus auf den Hakodate-yama fahren und wenn man Glück hat, brechen die Wolken auf und geben den Blick auf das Nachtpanorama der Stadt frei:

1 Hakodate Nacht dunkel.jpg


Man kann aber auch die Seilbahn nehmen, viele Wege führen zum Ausblick:

1 Hakodate Nacht hell.jpg


Gar nicht so schlecht, oder?
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Watashi
Mo(dere)tte
 
Registriert: 30.08.2005
Wohnort: Braunschweig

Re: Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Beitragvon gernobono » 1. Dez 2010 21:42

ich wills japanisch sagen:

hai, hai, haiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii
Benutzeravatar
gernobono
3 Tipspiel Yusho
3 Tipspiel Yusho
 
Registriert: 21.02.2005
Blog: Blog lesen (5)
Lieblingsrikishi: Toyonoshima

Re: Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Beitragvon Profomisakari » 1. Dez 2010 22:52

Gar nicht so schlecht. Du sagst es.
Eben ein Hai-light!
Aber mit etwas Fantasie sehe ich auf dem unteren Bild ein riesiges Insekt auf mich zu gekrochen kommen.
Das ist dann zwar auch ein beeindruckender Anblick, aber auch beängstigend.

Übrigens bei dieser Gelegenheit danke für die SMS - Tipps, auch wenn sie nicht wirklich gut waren.
Aber Das lag ja dann wohl mehr an mir.

Profo
Profomisakari
1 Tipspiel Yusho
1 Tipspiel Yusho
 
Registriert: 28.08.2005
Wohnort: Zwickau

Re: Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Beitragvon Watashi » 2. Dez 2010 18:53

2. Das bekannteste Trio Japans

Die vermutlich bekanntesten drei sind die drei schönsten Landschaften Japans, die wir schon vom letzten Jahr kennen. Damals waren wir in Amanohashidate, der Brücke in den Himmel im Norden der Präfektur Kyōto.
Heute besuchen wir also die anderen beiden schönsten Landschaften Japans: die Insellandschaft von Matsushima in der Präfektur Miyagi, nördlich von Tōkyō und den Itsukushima-Schrein auf den Insel Miyajima in der Präfektur Hiroshima.

Matsushima ist eine Stadt, die an eine Bucht steht, in der viele kleine Inseln 島 shima stehen, die mit japanischen Kiefern, den 松 matsu bestanden sind. Der Name ist also Programm: 松島 Matsushima sind die Kieferninseln.
Diese Landschaft soll schon in früheren Zeiten so beeindruckend gewesen sein, dass sie den berühmtesten haiku-Dichter Japans, Matsuo Bashō, zu folgenden Zeilen animierte (was aber wohl leider eine Legende ist):

「松島やああ松島や松島や」

Matsushima ya!
A-a, Matsushima, ya!
Matsushima, ya!

Die deutsche Übersetzung spare ich mir mal.

2 Matsushima 1.JPG


2 Matsushima 2.JPG


2 Matsushima 3.JPG


Die dritte im Bunde ist die die Insel Miyajima mit dem Itsukushima jinja. Auch hier gilt: Nomen est omen. 宮 miya ist der Schrein, 島 -jima wieder die Insel, also 宮島 Miyajima: die Schreininsel. Wir stellen also fest, dass die Japaner offensichtlich ein Faible für Inseln haben, wie es sich für ein Inselvolk gehört.
Das bekannteste an dieser Insel ist das große, rote torii, Schreintor, das vor dem Schrein steht. Es gehört problemlos zu den Top 10 der japanischen Postkartenmotive (von mir geschätzt). Bei Hochwasser steht es im Wasser, bei Niedrigwasser kann man darunter im Trockenen stehen. Früher war die Insel für Normalsterbliche nicht zu betreten. Gläubige durften ausschließlich den Schrein besuchen. Dieser steht auf Säulen auf dem Meeresgrund und war nur bei Hochwasser per Boot durch das torii erreichbar.

2 Miyajima.JPG


2 Miyajima Stein.JPG
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Watashi
Mo(dere)tte
 
Registriert: 30.08.2005
Wohnort: Braunschweig

Re: Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Beitragvon Ganryu » 2. Dez 2010 19:13

Sehr schöne Bilder . . . danke fürs Einstellen!

Kann es sein, daß auf dem Ausflug um Matsushima herum ein wenig Seegang herrschte? :wink:
Benutzeravatar
Ganryu
2 Tipspiel Yusho
2 Tipspiel Yusho
 
Registriert: 16.09.2005

Re: Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Beitragvon Shinkansen » 3. Dez 2010 10:55

:applaus

Vielen Dank.

Ich liebe Inseln.....
Das kann doch alles nicht wahr sein.
Shinkansen
1 Tipspiel Yusho
1 Tipspiel Yusho
 
Registriert: 28.08.2005
Wohnort: Dortmund

Re: Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Beitragvon Watashi » 3. Dez 2010 20:37

3. Die drei schönsten – 2.0

Ein Land wie Japan ist eigentlich viel zu groß für nur drei schöne Landschaften. Deshalb gibt es auch die drei neuen schönsten Landschaften Japans: 新日本三景 Shin-Nihon sankei.

SHIN – neu
NI – Tag, Sonne
HON – Ursprung
日本 Nihon – das Land der aufgehenden Sonne (kennen wir ja schon)
SAN – drei
KEI – (schöne) Landschaft
新日本三景 Shin-Nihon sankei also die „neuen drei schönen Landschaften Japans“.

Diese Landschaften wurden 1915 in einer landesweiten Umfrage gewählt, die eine japanische Zeitung veranstaltet hat. Sie sind nicht so bekannt wie die originalen 日本三景 Nihon sankei und sind auch nicht so gut besucht. Es handelt sich um die Region Miho no Matsubara in der Präfektur Shizuoka, Yaba-kei, eine Schlucht in der Präfektur Ōita, sowie der Ōnuma-See auf Hokkaidō mit dem Berg Hokkaidō Komagatake im Hintergrund. Der Berg wird übrigens auch als Ōnuma Fuji bezeichnet.

Heute gibt es am Ōnuma-See den Ōnuma-Quasi-Nationalpark (大沼国定公園 Ōnuma kokutei kōen). Dorthin kann man bequem von Hakodate aus per Zug fahren. Es gibt auch in erster Linie für die Touristen eine alte Dampflokomotive, die teilweise auf der Strecke eingesetzt wird.

3 Onuma Dampflok.JPG


Wenn man es dann dort ist, kann man ganz bequem in der Seenlandschaft herumspazieren. Es gibt viele Wege und zum Teil Brücken.

3 Onuma Fußgängerbrücke.JPG


Und im Hintergrund erhebt sich der Komagatake über dem See. Der ist zwar nicht immer perfekt zu sehen, ermöglicht aber trotzdem schöne Ausblicke. Und darum geht es ja.

3 Onuma Komagatake.JPG
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Watashi
Mo(dere)tte
 
Registriert: 30.08.2005
Wohnort: Braunschweig

Re: Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Beitragvon Watashi » 4. Dez 2010 20:19

4. Aller Guten Dinge sind drei (oder vier)

Neben den drei schönen Landschaften Japans kennen wir auch schon die drei berühmter Gärten vom letzten Jahr. Damals haben wir uns den Kenroku-en in Kanazawa, der Hauptstadt der Präfektur Ishikawa, angesehen. Heute vervollständigen wir dieses Trio mit dem 偕楽園 Kairaku-en in Mito, Hauptstadt von Ibaraki, und dem 後楽園 Kōraku-en in Okayama.

In Okayama gibt es zwei Highlights: den Kōraku-en und die Burg von Okayama, 岡山城 Okayama-jō. Diese ist wegen ihrer scharzen Farbe auch als 烏城 Karasu-jō, die Krähenburg, bekannt. Diese ist allerdings nicht mehr im Original erhalten, sondern nur noch ein Nachbau. Deshalb ist der Kōraku-en heute vielleicht auch der bekanntere Teil von Okayama. Der Kōraku-en ist von allem für seine großen Rasenflächen bekannt. Deshalb ist er für Europäer vielleicht auch nicht ganz so beeindruckend, weil Rasen bei uns in jeder Art von Park oder Garten eher üblich ist.

4 Korakuen in Rasen.JPG


Trotzdem bleibt es natürlich ein japanischer Garten.

4 Korakuen besonders japanisch.JPG


Außerdem bekommt man hier zwei Highlights zum Preis von einem, weil die Burg sich direkt hinter dem Garten erhebt.

4 Korakuen mit Burg.JPG


Der dritte Garten im Bunde ist der Kairaku-en in Mito. Dieser ist besonders bekannt für seinen großen Pflaumenhain. Dieser macht allerdings außerhalb der Pflaumenblütensaison nicht so viel her. Trotzdem gibt es sehr schöne Ecken wie Bambushaine…

4 Kairakuen Bambus.JPG


… oder Seelandschaften.

4 Kairakuen Baum.jpg


Es gibt allerdings einige Unorthodoxe, die der Meinung sind, dass der dritte schönste Garten Japans nicht der Kairaku-en in Mito ist, sondern der Suizenji kōen in Kumamoto auf Kyūshū. Hier werden berühmte japanische Landschaften in klein nachgebildet. Im Vordergrund der Biwa-See, dahinter der Fuji-san.

4 Suizenji koren.jpg
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Watashi
Mo(dere)tte
 
Registriert: 30.08.2005
Wohnort: Braunschweig

Re: Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Beitragvon Watashi » 5. Dez 2010 19:06

5. Quer durch Japan – per Bahn

Wer bisher glaubte, dass man nur landschaftlich wertvolles ranken kann, der wird heute eines Besseren belehrt. Es gibt nämlich nicht nur schöne Landschaften und berühmte Gärten, sondern auch die drei großen Shinkansen-Strecken, 三大鉄道路線(新幹線) sandai testsudō rosen (Shinkansen).

三大 sandai, wieder die drei großen
TETSU – Eisen, Stahl
– Weg, Bahn
鉄道 tetsudō also wörtlich die Eisenbahn, genau wie im Deutschen.
RO – Straße, Weg
SEN – Linie
路線 rosen – Route, Linie;
also die drei großen Eisenbahnrouten, Shinkansen-Ausgabe.

Diese drei Strecken sind wirklich die drei großen und auch die drei ältesten Strecken:

1. Der 東海道新幹線 Tōkaidō-Shinkansen ist die älteste Shinkansen-Strecke, die 1964 zu den Olympischen Spielen in Tōkyō eingeweiht wurde. Damit ist es die älteste Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke der Welt. Sie geht vom Bahnhof Tōkyō bis zum Bahnhof Shin-Ōsaka („Neu-Ōsaka“), der speziell für diesen Shinkansen gebaut wurde. Der Name stammt von der alten Überlandstraße, die zur Edo-Zeit von Edo (Tōkyō) bis Kyōto am Pazifik entlang ging. Eine Tōkaidō-Eisenbahnstrecke gab es schon zuvor. Der Shinkansen nutzt eine Normalspur, anders als die normalen japanischen Züge, die Schmalspurbahnen sind. Deshalb hat er eine eigene Strecke und eigene Gleise.

5 Tokaido Shinkansen.JPG


Der normale Shinkansen-Wagen hat fünf Sitzplätze pro Reihe. Vor Fahrtbeginn werden alle Sitze in Fahrtrichtung ausgerichtet, somit muss niemand mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzen, wenn er nicht will. Das ist möglich, weil alle Sitze drehbar sind. Man kann sie also auch zurückdrehen, wenn man als Gruppe sich gegenübersitzen will.

5 Tokaido Shinkansen von innen.JPG


Der Tōkaidō-Shinkansen verläuft unter anderem durch die Präfektur Shizuoka, vorbei am Fuji-san. Es gibt sogar eine Station namens Shin-Fuji, die allerdings nur von wenigen Zügen angefahren wird. Wenn man Glück hat und das Wetter mitspielt, kann man den Fuji-san auf der Fahrt sehen.

5 Tokaido Shinkansen Fuji.JPG


Der Tōkaidō-Shinkansen war seit seiner Einführung angeblich durchschnittlich 8 Sekunden verspätet, Erdbeben, Taifune etc. mit eingerechnet. Davon träumt die Deutsche Bahn wohl noch.

2. Der 山陽新幹線 San’yō-Shinkansen ist im Prinzip die Verlängerung des Tōkaidō-Shinkansen zwischen Shin-Ōsaka und Hakata auf Kyūshū. Die schnellsten Züge, die sogenannten Nozomi, fahren von Tōkyō bis Hakata durch. Diese darf der arme Tourist mit Japan Rail Pass aber nicht benutzen (schnief). Dieser muss auf die langsameren Versionen Hikari oder sogar Kodama umsteigen. Der Hikari Railstar ist allerdings nicht langsamer als der Nozomi, er fährt aber immer nur Teilstrecken. Aber z.B. von Shin-Ōsaka bis Hiroshima ist das eine gute Verbindung.

5 Sanyo Shinkansen Hikari Railstar.JPG


Viele Bahnhöfe sind wie Shin-Ōsaka für die Shinkansen-Strecke neu gebaut worden. Andere wie Hiroshima hingegen wurden nur erweitert. Da fährt der Shinkansen mitten durch die Stadt.

5 Sanyo Shinkansen in Hiroshima.JPG


3. Der dritte ist der 東北新幹線 Tōhoku-Shinkansen. Dieser geht von Tōkyō aus nach Norden. Endstation ist seit gestern Shin-Aomori statt Hachinohe (gut 80 km länger). Zukünftig soll die Strecke aber bis nach Hokkaidō hinauf verlängert werden. Den entsprechenden Tunnel hat man schon. Auf der Strecke des Tōhoku-Shinkansen werden andere Züge eingesetzt als auf den Strecken nach Süden. Und man darf alle mit dem Japan Rail Pass benutzen.

5 Tohoku Shinkansen.JPG


Und wenn man ganz großes Glück hat, kann man auch zu Beginn des Tōhoku-Shinkansen den Fuji-san über die Dächer von Tōkyō sehen.

5 Tohoku Shinkansen Fuji.JPG


Vom Tōhoku-Shinkansen zweigen mehrere Nebenstrecken ab. Interessant sind dabei der Yamagata- und der Akita-Shinkansen, die beide so genannte Mini-Shinkansen sind. Statt eine völlig neue Trasse zu bauen, was sich nicht gelohnt hätte, hat man neben die Schmalspur eine dritte Schiene in Normalspurweite gelegt, so dass der Shinkansen auf den normalen Strecken unterwegs ist. Da die Bahnhöfe aber nicht auf die normalen breiteren Shinkansen-Züge ausgelegt sind, gibt es für diese Strecken schmalere Züge mit nur vier Sitzreihen, die durch die normalen Bahnhöfen durchfahren können. Nur die Bahnsteige hat der Shinkansen auch hier für sich allein.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Watashi
Mo(dere)tte
 
Registriert: 30.08.2005
Wohnort: Braunschweig

Re: Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Beitragvon tainosen » 6. Dez 2010 15:18

Hallo Advents-Kalenderdesignerin,

schön, dass Du Deine Idee vom letzten Jahr wieder aufgegriffen hast - eine willkommende Ablenkung zum alljährlichen Bürojahresendstress.

Watashi hat geschrieben: dem 後楽園 Kōraku-en in Okayama.


Eine Nachfrage - ist Kōraku-en ein Eigenname - oder aber hat diese Bezeichnung eine allgemeine Bedeutung. Ich kann mich erinnern, in Tokio einen angepriesenen Park besucht zu haben - den Koishikawa Kōraku-en in Bunkyo?
Wo Elefanten sich bekämpfen, hat das Gras den Schaden.
Benutzeravatar
tainosen
4 Tipspiel Yusho
4 Tipspiel Yusho
 
Registriert: 28.08.2005
Wohnort: Berlin-Mahlsdorf
Lieblingsrikishi: URA

Re: Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Beitragvon Schnappamawashi » 6. Dez 2010 18:44

Erstmal herzlichen Dank für die Bilder
zweitens - noch herzlicheren Dank für die professionellen Erklärungen.
Das ist einfach klasse und lehrreich zugleich.

Die Japaner krempeln für Ihre schnellen Züge das halbe Land um und bei uns gibt es einen riesen Zauber wegen Stuttgart 21. Wenn ich die Bilder genau betrachte, so glaube ich, eine solche Nummer wäre in Japan undenkbar. Da würde gebaut - das würde von der Bevölkerung anerkannt und fertig.

Im Übrigen freue ich mich schon auf das siebte Türchen

Gruß
Schnappamawashi :D :D
Probleme sind Geschenke in Arbeitskleidung - Johannes Warth
Benutzeravatar
Schnappamawashi
 
Registriert: 06.07.2007
Wohnort: Geislingen/Stg
Lieblingsrikishi: Kotoshogiku / Onosho

Re: Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Beitragvon Watashi » 6. Dez 2010 19:41

6. How to become a kami oder die Geschichte der Tenman-gū

Nach einem Ausflug in die Welt der Technik kehren wir ins traditionelle Japan zurück und widmen uns heute dem Thema Religion. Denn natürlich kann man auch bei Tempeln oder Schreinen die besten küren. Doch es werde nicht einfach alle Schreine und/oder Tempel in einen Topf geworfen, sondern in Unterkategorien sortiert.
So gibt es beispielsweise die drei wichtigsten Tenman-gū, 三天神 san-tenjin. Tenjin ist dabei sowohl die Kurzform von Tenman-gū als auch der Name des entsprechenden kami. Als Tenjin ist der Gelehrte, Poet und Politiker Sugawara-no-Michizane posthum bekannt. Er ist der Schutzgott der Lehre und Forschung.

Wie es dazu gekommen ist, ist sehr japanisch. Sugawara war am Hof in Kyōto bis in eine hohe Position aufgestiegen, fiel dann aber in Ungnade. Deshalb wurde er auf den wenig einladenden Posten in Dazaifu auf Kyūshū strafversetzt. Daizaifu hatte eine eher suboptimale Entwicklung hinter sich: Mitte des ersten Jahrtausends war die Stadt der Mittelpunkt der japanischen Diplomatie, wo ausländische Gesandtschaften empfangen und Gesandtschaften ins Ausland verabschiedet wurden. Mit der Zentralisierung des Landes in Kyōto rückte Dazaifu immer mehr an den Rand. Ende des ersten Jahrtausends war es dann ein beliebtes Exil, um unbeliebte Personen aus Kyōto loszuwerden. Das traf nun eben auch Sugawara no Michizane. Als er in Dazaifu starb, wurde Kyōto von einer ganzen Reihe von Katastrophen heimgesucht und mehrere Söhne des Tennō starben nacheinander. Schließlich setzte man den Verstorbenen posthum wieder in seine Ränge und Ämter ein und widmete ihm den heutigen Kitano Tenman-gū in Kyōto. Doch damit nicht genug. Der Tennō wollte sicher gehen, so dass in Dazaifu ein weiterer Tenman-gū gebaut wurde, ein Schrein für Sugawara, um seinen bösen Geist beruhigen zu können. Da der Schrein immer noch steht und gut besucht ist, scheint es geholfen zu haben.

Heute gibt es über vierzehntausend Schreine, die Tenjin gewidmet sind. Es gibt also viel Auswahl für die drei bedeutendsten. Die ersten zwei der wichtigsten Tenman-gū, die besagten San-tenjin, sind allerdings relativ offensichtlich: der 北野天満宮 Kitano Tenman-gū in Kyōto und der 太宰府天満宮 Dazaifu Tenman-gū in der Präfektur Fukuoka. Dazu kommt der 防府天満宮 Hōfu Tenman-gū in der Präfektur Yamaguchi.

Der wichtigste (wenn man das so sagen darf) ist aber wahrscheinlich der Dazaifu Tenman-gū. Obwohl er eher an der Peripherie des modernen Japans und wird trotzdem von vielen Besuchern aufgesucht (zumindest, wenn das Wetter besser ist als an dem Tag, als ich da war).

6 Dazaifu Tenmangu.jpg


Besonders beliebt ist er dabei bei Schülern, die sich auf die Aufnahmeprüfung für die nächste höhere Schule oder Universität vorbereiten. Dazu schreibt man seinen Wunsch, also beispielsweise das Bestehen der Prüfung, auf die Rückseite eines sogenannten 絵馬 ema, (wörtl: „Pferdebild“). Diese gibt es an praktisch jedem Schrein oder Tempel in Japan, jeweils mit einem oder verschiedenen Motiven, die zum Schrein passen.

6 Ema am Tenmangu.jpg


Die Beliebtheit eines Schreins kann man auch an der Menge der ema am Schrein sehen. In Dazaifu ist das eine ganze Wand des Schreins entlang.

6 Viele Ema.jpg
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Watashi
Mo(dere)tte
 
Registriert: 30.08.2005
Wohnort: Braunschweig

Re: Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Beitragvon Watashi » 6. Dez 2010 19:48

tainosen hat geschrieben:Hallo Advents-Kalenderdesignerin,

schön, dass Du Deine Idee vom letzten Jahr wieder aufgegriffen hast - eine willkommende Ablenkung zum alljährlichen Bürojahresendstress.

Watashi hat geschrieben: dem 後楽園 Kōraku-en in Okayama.


Eine Nachfrage - ist Kōraku-en ein Eigenname - oder aber hat diese Bezeichnung eine allgemeine Bedeutung. Ich kann mich erinnern, in Tokio einen angepriesenen Park besucht zu haben - den Koishikawa Kōraku-en in Bunkyo?


Das habe ich mich auch einmal gefragt. Soweit ich mich erinnere, haben die beiden Gärten nichts miteinander zu tun. Sie beziehen sich wohl beide auf dasselbe chinesische Sprichwort: 先憂後楽 (senyū - kōraku). Das sagt, dass der Herrscher früher leiden muss als seine Untertanen (senyū) und erst später Entspannung finden kann (kōraku).
Beide Gärten sind in diesem Geiste gebaut worden. Sie dienen also der Entspannung des Herrschers, wenn er sie sich verdient hat. Wahrscheinlich also ein Fall von zwei Gartenbauer, ein Gedanke.
Watashi
Mo(dere)tte
 
Registriert: 30.08.2005
Wohnort: Braunschweig

Re: Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Beitragvon Watashi » 6. Dez 2010 19:53

Schnappamawashi hat geschrieben:Erstmal herzlichen Dank für die Bilder
zweitens - noch herzlicheren Dank für die professionellen Erklärungen.
Das ist einfach klasse und lehrreich zugleich.

Die Japaner krempeln für Ihre schnellen Züge das halbe Land um und bei uns gibt es einen riesen Zauber wegen Stuttgart 21. Wenn ich die Bilder genau betrachte, so glaube ich, eine solche Nummer wäre in Japan undenkbar. Da würde gebaut - das würde von der Bevölkerung anerkannt und fertig.

Im Übrigen freue ich mich schon auf das siebte Türchen

Gruß
Schnappamawashi :D :D


Ganz so einfach ist es auch in Japan nicht. Es wird wahrscheinlich schon mehr hingenommen und zum Thema Shinkansen wüsste ich jetzt auch keine so großen Aufstände, aber es gibt auch in Japan Volksbewegungen gegen große Infrastrukturprojekte. Als in den 1960/70ern der neue internationale Flughafen für Tokyo in Narita gebaut wurde, gab es Straßenschlachten zwischen Flughafengegnern und der Polizei. Das stellt alles, was S21 bisher geliefert hat, in den Schatten.
Und bis in die 2000er hinein gab es eine Gruppe renitenter Bauern, die sich weigerten, ihre Felder an den Flughafen zu verkaufen. Deshalb hatte Narita bis vor kurzem nur 1 1/2 Start- und Landebahnen (eine große und eine, die nur für Regionalflieger zugelassen war). Japaner nehmen also nicht alles klaglos hin.
Watashi
Mo(dere)tte
 
Registriert: 30.08.2005
Wohnort: Braunschweig

Re: Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Beitragvon Jakusotsu » 6. Dez 2010 20:16

Watashi hat geschrieben:Und bis in die 2000er hinein gab es eine Gruppe renitenter Bauern, die sich weigerten, ihre Felder an den Flughafen zu verkaufen. Deshalb hatte Narita bis vor kurzem nur 1 1/2 Start- und Landebahnen (eine große und eine, die nur für Regionalflieger zugelassen war). Japaner nehmen also nicht alles klaglos hin.

Ich kann mich auch noch an das große, prominent platzierte Plakat "Down with Narita!" auf dem Dach einer Scheune erinnern, welches man beim Anflug gut lesen konnte.
Avatar Copyright © 2004 by Boltono
Benutzeravatar
Jakusotsu
Globaler Moderator
 
Registriert: 28.08.2005
Wohnort: Nürnberg
Lieblingsrikishi: 皇司

Re: Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Beitragvon Schnappamawashi » 7. Dez 2010 16:24

oh, das erstaunt mich sehr

Gruß
Schnappamawashi
Probleme sind Geschenke in Arbeitskleidung - Johannes Warth
Benutzeravatar
Schnappamawashi
 
Registriert: 06.07.2007
Wohnort: Geislingen/Stg
Lieblingsrikishi: Kotoshogiku / Onosho

Re: Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Beitragvon Watashi » 7. Dez 2010 20:30

7. Ein Tänzchen in Ehren

Mitte August findet in Japan das お盆 O-bon Fest statt. Bei diesem Fest ehren die Japaner ihre Ahnen. Man fährt an seinen Heimatort zurück und feiert dort mit der Familie und dem ganzen Ort. Zu diesen Feiern gehören die Bon-Tänze, die in jedem Teil des Landes anders aussehen.

Natürlich gibt es auch die drei großen Bon-Tänze, 三大盆踊り sandai bon-odori.

三大 sandai - wie gehabt die drei großen
BON – Tablett oder buddhistisches Totenfest (hier also letzteres)
踊り odori – Tanz

Das sind der 西馬音内の盆踊り Nishimonai no bon-odori in der Stadt Ugo-machi in Akita, der 郡上おどり Gujō-odori in Gujō, Gifu sowie der 阿波踊り Awa-odori in Tokushima (Awa ist der alte Name der Präfektur Tokushima). Letzteres ist mit etwa 1,2 Mio. Besuchern pro Jahr das objektiv größte oder zumindest meistbesuchte von dem Trio.
Vom 12.-15. August ist die Stadt Tokushima fest in der Hand der tanzenden Narren. Berühmte Tanzgruppen aus der Stadt, aber auch weniger bekannte Tanzclubs aus dem ganzen Land nehmen an den Umzügen durch die Innerstadt teil. Die Stadt wird herausgeputzt und beleuchtet.

7 Awa-odori Abend.jpg


Abends beginnt dann das Fest. Es gibt dabei zwei grundsätzliche Gruppen: die Frauen, die eher ruhige, genau definierte Bewegungen machen…

7 Awa-odori weiblich.jpg


… und die Männer, die einen deutlich wilderen Tanzstil haben. (In Japan ist es aber wohl auch schwierig, Männer zum Tanzen zu bewegen. Zumindest werden die Männergruppen oft von getarnten Frauen unterstützt.)

7 Awa-odori männlich.jpg


Der Awa-odori ist das bedeutenste Ereignis in Tokushima. Es gibt sogar eine Bushaltestelle, bei der zu bestimmten Zeiten Puppen den Awa-odori nachtanzen. Und das nicht nur im August.

7 Awa-odori Uhr.jpg
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Watashi
Mo(dere)tte
 
Registriert: 30.08.2005
Wohnort: Braunschweig

Re: Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Beitragvon Watashi » 8. Dez 2010 20:48

8. Ein Königreich für eine Klimaanlage… oder einen Fächer

Im Sommer wird es in Japan zum Teil fast unerträglich heiß und schwül. Deshalb haben sich die Japaner immer schon überlegt, wie man dem am besten abhelfen kann. Vor dem Aufkommen von Klimaanlagen war die Antwort darauf: ein Fächer. Deshalb gibt es verschiedene Arten von Fächern. Solche, die man zusammenklappen kann, die 扇子 sensu, und solche, die auf einem festen Bambusgerüst basieren, die 団扇 oder うちわ uchiwa.

Und Japan wäre nicht Japan, wenn es nicht auch die 三大うちわ sandai uchiwa, die drei großen uchiwa geben würde. Diese sind 京うちわ Kyō-uchiwa aus Kyōto, 房州うちわ Bōshū-uchiwa aus der Präfektur Chiba und 丸亀うちわ Marugame-uchiwa aus der Stadt Marugame auf Shikoku.

Heute stammen etwa 90% der in Japan hergestellten uchiwa aus Marugame. Damit ist das der wohl wichtigste Wirtschaftszweig der Stadt. Daneben gibt es auch Tourismus, weil es in Marugame eine der letzten noch originalen Holzburgen Japans gibt.

8 Marugame Burg.jpg


Und weil die uchiwa so wichtig sind, hat man ihnen am Hafen ein kleines Museum gewidmet. Da kann man dann die unterschiedlichen Fächer sehen. Die kleinen…

ß Marugame uchiwa klein.jpg


…aber auch die großen.

8 Marugame uchiwa groß.jpg


Außerdem kann der geneigte Tourist einigen uchiwa-Handwerkern bei der Herstellung der Fächer zusehen, vom Bambusrohr bis zum fertigen Fächer.

8 Marugame uchiwa Herstellung.jpg
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Watashi
Mo(dere)tte
 
Registriert: 30.08.2005
Wohnort: Braunschweig

Re: Best of Japan – Ein Adventskalender in 24 Highlights

Beitragvon Watashi » 9. Dez 2010 23:38

9. Kleine Denksportaufgaben für zwischendurch

Leider etwas spät heute, tut mir leid. Dafür machen wir uns heute wieder auf in die Welt und sehen und nicht nur die drei besten Japans, sondern gleich die drei größten der Welt, die drei großen Schacharten der Welt nämlich, an. Nach japanischer Lesart sind das das uns wohlbekannte Schach, das chinesische Xiangqi und das japanische 将棋 shōgi. Eine leichte Tendenz zu den ostasiatischen Spielarten lässt sich wohl nicht abstreiten. Auf Japanisch heißt es dann auch 世界三大将棋 sekai sandai shōgi, die drei großen shōgi-Arten der Welt.

95% der japanischen shōgi-Steine stammen aus der Stadt Tendō in der Präfektur Yamagata. Dort gibt es außer einem kleinen Hiroshige-Museum vor allem Sehenswürdigkeiten, die mit shōgi zu tun haben. Ein Museum, einen Laden, wo man die Steine kaufen kann und beim Herstellprozess zuschauen kann, sogar ein onsen in Form eines shōgi-Steins. Auch auf dem Fußweg sind die charakteristischen fünfeckigen Steine eingelassen.

9 Tendo Fußweg.jpg


Im Frühjahr gibt es auch ein Menschen-shōgi, bei dem Menschen als Steine auftreten.

In Tendō sehen wir aber auch eine Denksportaufgabe anderer Art. Wir lernen etwas, was bei Reisen in Japan nützlich zu wissen ist. Aber zuerst die Frage: Wo auf der Karte ist Norden?

9 Stadtplan.jpg


Richtige Antwort: links! In Japan gibt es an den meisten Bahnhöfen und U-Bahnstationen Stadtpläne, was grundsätzlich sehr praktisch ist. Diese sind entgegen der westlichen Gewohnheit aber nicht eingenordet, sondern so aufgestellt, wie es der Umgebung entspricht. Und wenn die Straße geradeaus nun einmal Richtung Osten geht, dann ist auf der Karte Osten oben, wie in diesem Fall.
Das ist für eine Richtungslegastenikerin wie mich sehr hilfreich, weil ich mich mit Himmelsrichtungen ohnehin nicht auskenne, sondern an den Gegebenheiten der Gegend orientiere. Meiner Mutter hingegen, die einen sehr guten Richtungssinn hat, hat diese Art der Stadtpläne in Tōkyō einmal übel mitgespielt, weil sie eine halbe Stunde genau in die falsche Richtung gegangen ist, weil geradeaus Süden war, sie den Plan aber für eingenordet hielt. Also: Augen auf beim Stadtplan lesen!
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Watashi
Mo(dere)tte
 
Registriert: 30.08.2005
Wohnort: Braunschweig

Vorheriges ThemaNächstes Thema
Nächste

Zurück zu Japan und Japanisch

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast