10. Magome bis Tsumago – Entlang der alten Poststraße
Wir fahren nach Yokohama zurück und steigen in den Shinkansen nach Westen. Dieses ist die älteste Shinkansen-Strecke, von Tōkyō nach Ōsaka, die 1964 zu den Olympischen Spielen eröffnet wurde und damit die älteste Hochgeschwindigkeitszugverbindung der Welt ist. Diese Strecke ist heute als der Tōkaidō-Shinkansen bekannt. Woher dieser Name?
Es gab früher zwei Poststraßen, die Kyōto mit Edo verbanden: den Tōkaidō, der am Pazifik entlangführte, und den Nakasendō, der durch die Berge verlief.
東
TŌ – Osten
海
KAI – Meer
道
DŌ – Weg
Also ist der 東海道 Tōkaidō der Weg am Ostmeer entlang (entlang der Pazifikküste).
中
NAKA – Mitte
山
SEN – Berg
道
DŌ – Weg,
Der 中山道 Nakasendō ist also der Weg mitten durch die Berge.
Der Tōkaidō-Shinkansen folgt lose dem Verlauf der alten Poststraße am Pazifik entlang. Der Nakasendō ist nicht mehr so prominent vertreten. Deshalb werden wir uns heute seiner annehmen.
Die alten Stationen am Nakasendō im Kiso-Tal waren früher reiche Orte. Leider wurde nach Ende des alten Regimes eine Eisenbahnstrecke gebaut, die auf der anderen Seite des Kiso-Tals verläuft. Damit waren die alten Stationsstädte von der modernen Entwicklung abgeschnitten. Schließlich machten zwei davon, die Ort Magome und Tsumago aus der Not eine Tugend und vermarkteten sich für Touristen als Zeugen einer vergangenen Zeit. Heute gehören beide zu beliebten Ausflugszielen und wer Lust hat, kann entlang der alten Poststraße von einem zum anderen wandern (aber Vorsicht vor den Bären, die dort ab und zu gesehen werden).
Magome liegt an einer ansteigenden Stelle des Nakasendō. Das führte zum Beispiel dazu, dass hier Wasserräder als Antrieb für Maschinen eingesetzt werden konnten. Heute ist eine der „Sehenswürdigkeiten“ der Postbote, der seinen normalen Dienst in historischen Kleidern ausführt.
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Die Poststraßen waren nicht so breit wie die großen Straßen in Europa. Die Mindestbreite war so, dass zwei Läufer aneinander vorbeilaufen konnten. Diese Läufer waren für die Übermittlung von Nachrichten zwischen Edo und der Region um Kyōto zuständig. Sie liefen mit der Nachricht eine bestimmte Strecke entlang der Poststraße und gaben sie dann an den nächsten Läufer weiter. Heute kann man die Strecke ganz entspannt entlang wandern.
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Tsumago achtet darauf, dass an der Hauptstraße keine Zeichen der Moderne zu sehen sind. Es gibt hier keine Autos oder auch nur Fahrräder, auch die in Japan üblichen überirdischen Stromleitungen wurden entfernt und man sieht keine Fernseh- oder Satellitenantennen.
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