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Reiskräcker und Eisenbahn...

Japan, Japaner und deren Sprache

Moderator: Watashi

Reiskräcker und Eisenbahn...

Beitragvon tsunamiko » 5. Aug 2008 18:55

...eigentlich haben die ja nichts miteinander zu tun...so auf den ersten Blick....ABER...in Japan gibt es eine kleine Regionalbahn mit einer Gesamtstreckenlänge von 6,4 km (eingleisig), die vom Bahnhof Choshi auf das Kap Inubo-saki fährt. Auf dieser Strecke war kein Gewinn rauszuholen und die kleine Bahngesellschaft stand kurz vor dem Ende, bis....ja bis sie 1997 begannen Nure-senbei-Reiskräcker zu verkaufen

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Diese Aktion erregte soviel Aufmerksamkeit, dass aus ganz Japan Bestellungen eingingen und eingehen und da es auch in Japan Eisenbahnfans gibt, die sich um die Erhaltung einer der seltenen eingleisigen Lokalbahnen bemühen und sei es durch den Kauf von Crackern.

Heute verkaufen sie am Tag ca 20.000 von den Crackern und verdienen damit doppelt so viel wie mit dem Betrieb der Bahn...

Für Japanreisende...ein Tagespass kostet 620 Yen und .... ein Cracker ist im Preis enthalten

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Re: Reiskräcker und Eisenbahn...

Beitragvon Hakanonami » 6. Aug 2008 11:57

Solche Geschichten finde ich toll - vielen Dank Tsunamiko :D
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Katzen und Eisenbahn...

Beitragvon Watashi » 6. Okt 2008 21:11

Nicht nur Reiskräcker können die Beliebtheit einer Eisenbahnlinie nachhaltig steigern und sie vor dem möglichen Ruin retten. Auch eine Katze als Stationsvorsteher kann einen ähnlichen Effekt haben:

Im unbemannten Bahnhof Kishi an der Kishigawa-Linie in der Präfektur Wakayama wacht die Katze Tama als „Stationsvorsteher“ über den Bahnhof. Professor Katsuhiro Miyamoto der Kansai University Graduate School sagt der ökonomische Einfluss des tierischen Maskottchens auf die Gegend habe über den Zeitraum von einem Jahr etwa 1,1 Mrd. Yen (etwa 7,5 Mio. Euro) betragen.
Miyamoto veröffentlichte letzte Woche eine Studie über den Einfluss der Katze über das erste Jahr, seit sie im Januar 2007 ihren „Dienst“ antrat. Die Zahl der Passagiere auf der Kishigawa-Linie stieg in der Zeit um 55.000 und die damit verbundenen zusätzlichen Einnahmen betragen etwa 15 Mio. Yen (ca. 100.000 Euro). Dazu kommen 27 Mio. Yen (185.000 Euro) aus dem Verkauf von Fotosammlungen und anderen Fanartikeln. Außerdem wird ihr eine Steigerung des Tourismus in der nahegelegenen Stadt Wakayama zugerechnet. Dazu kommen ein TV-Auftritt und andere PR-Termine, die etwa 280 Mio. (knapp 2 Mio. Euro) einbrachten.

Tama ist das Tier von Toshiko Koyama, der Besitzerin eines Geschäfts in der Nähe des Bahnhofs, die die Verantwortung für die Station übernahm, nachdem sie seit April 2006 aus Kostengründen nicht mehr bemannt war. Tama ist eine von mehreren Streunern, die Koyama am Bahnhof regelmäßig fütterte. Deshalb blieb die Katze dort. Heute kommt sie morgens mit Koyama zusammen zum Bahnhof und geht abends mit nach Hause.
Im Januar 2007 wurde sie von der Bahngesellschaft offiziell zum Stationsvorsteher ernannt. Damit wurde sie landesweit bekannt. Sie hält damit technisch gesehen die fünfthöchste Stellung in der Gesellschaft und ist die einzige weibliche Führungsperson des Unternehmens.
Nun „arbeitet“ sie montags bis samstags von morgens bis abends im Bahnhof. Sie hat dort seit April 2007 einen Unterschlupf in der ehemaligen Kabine des Stationsvorstehers und trägt während der „Arbeit“ eine kleine Stationsvorstehermütze. Ihr Job ist es, herauszukommen und die Reisenden zu begrüßen, wenn ein Zug kommt. Bezahlt wird sie mit Katzenfutter.

Die Kishigawa-Linie, die von der Wakayama Electric Railway Co. betrieben wird, war am Rande des Bankrotts als Tama auf der Bildfläche erschien. Jetzt benutzen viele Touristen aus dem ganzen Land die Linie, um einen Blick auf das tierische Maskottchen zu erlangen.
Miyamoto sagt dazu: „Eine Katze als Stationsvorsteher zu haben… diese verrückte Idee ist wirklich durchgestartet und hatte Erfolg damit, die Gegend zu revitalisieren.“

Quellen: Japan Times (mit Foto)
Yahoo News (mit Foto)
iol.co.za
Station-Master_Tama.JPG
Zuletzt geändert von tsunamiko am 7. Okt 2008 16:38, insgesamt 1-mal geändert.
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