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Das Wort der Woche

Japan, Japaner und deren Sprache

Moderator: Watashi

Das Wort der Woche

Beitragvon Watashi » 28. Okt 2005 12:44

In diesem Thread werde ich jede Woche ein anderes japanisches Wort auswählen und vorstellen (so zumindest der Plan). Die Auswahl wird wohl nicht logisch oder thematisch sein, sondern ich nehme das, was mir gerade so einfällt. Eine Verbindung zum Sumo ist, wenn überhaupt vorhanden, zufällig, da in diesem Forum (fast) alle sumobezogenen Wörter schon von anderer Seite kompetent erklärt wurden.
Ich werde (hoffentlich) zum Wort der Woche Erklärungen, Schriftzeichen oder kleine Stories schreiben. Ich übernehme aber keine Garantie für hundertprozentige Richtigkeit, da es oft unterschiedliche Erklärungen oder Geschichten gibt und ich nicht alles lange nachprüfen werde.
Für Korrekturen oder Verbesserungsvorschläge und Ergänzungen bin ich jederzeit dankbar. Falls es euch zu langweilig oder blöd wird, meldet euch. Ich bin auch nicht böse, wenn ich das Experiment wieder einstellen soll.

Ich hoffe, das neue Wort immer sonntags posten zu können, bitte aber schon einmal um Verzeihung, wenn ich es einmal vergesse oder erst später machen kann. Ich muss mal sehen wie es sich entwickelt. Falls der Thread (etwa durch viele Anmerkungen) zu lang wird, eröffne ich einen neuen, aber ich will nicht für jedes Wort einen neuen aufmachen.
Watashi
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1. Nihon - Japan

Beitragvon Watashi » 28. Okt 2005 12:45

Zum Einstieg etwas Leichtes, das wahrscheinlich (fast) alle schon gehört haben – zumindest in Nihon Sumō Kyōkai.

日本 Nihon (oder Nippon)…
… bedeutet Japan. Der Begriff setzt sich zusammen aus den Schriftzeichen für
日 ni: Sonne (oder Tag)
本 hon: Ursprung (oder Wurzel).

Damit kommt der Begriff „Land der aufgehenden Sonne“ dem japanischen Verständnis am nächsten.
Die heute gebräuchlichere Lesung ist Nihon (wie in Nihon Sumō Kyōkai – NSK, oder Nihon Hōsō Kyōkai – NHK). Nippon ist die ältere Version, die aber vor allem in manchen Firmennamen noch aktuell ist (z. B. Nippon Kūkō – JAL, oder Nippon Bikutaa – JVC).

Mit Nihon wird allgemein Japan gemeint, in Zusammenhang mit verschiedenen Suffixen können andere japanbezogene Worte gebildet werden:

日本国 Nihon-koku: offizieller Landesname Japan
日本人 Nihon-jin: Japaner
日本語 Nihon-go: Japanische Sprache
日本史 Nihon-shi: Japanische Geschichte
日本海 Nihon-kai: Japanisches Meer (zwischen Japan, Korea und Russland; von den Koreanern allerdings ‚Östliches Meer’ genannt)

Übrigens: Der Begriff Japan stammt angeblich ursprünglich von einem Bericht Marco Polos ab, der von dem Inselreich Zipangu östlich von China erzählt, in dem alles aus Gold sei (natürlich war der gute Marco nie selbst da).
Watashi
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2. Kanji – die Schriftzeichen aus China

Beitragvon Watashi » 28. Okt 2005 12:46

漢字 Kanji…
…sind die aus China importierten Schriftzeichen. Die Japaner hatten originär keine echte Schrift, deshalb übernahmen sie im 5./6. Jahrhundert die Schrift aus China (wie so vieles andere).

Der Begriff setzt sich zusammen aus den Schriftzeichen für
漢 KAN: das hier für China steht (von den chinesischen Han)
字 JI: das Zeichen oder der Buchstabe.

Kanji sind also streng genommen die Schriftzeichen der Han und im weiteren Sinne die Chinesischen Schriftzeichen

Es gibt nicht so viele Kanji in Japan wie in China, es reicht aber trotzdem, um Ausländer zu verwirren. Hinzu kommt, dass die meisten Zeichen in Japan mindestens zwei Lesungen haben, eine rein-japanische und eine sino-japanische (also aus dem Chinesischen kommende japanisierte) – oder auch mehrere einer Art.
Das Kanji für Tag 日 (s. Nihon) hat nicht nur die (sino-japanische) Lesung NI, sondern daneben sino-japanisch: NICHI, JITSU und rein-japanisch: hi, ka. Ich werde hier immer nur die relevanten Lesungen angeben. Sino-japanische Lesungen werde ich GROSS schreiben, rein-japanische klein.

Im Laufe der Zeit entwickelten die Japaner auch selbst ein paar Kanji und nach dem Zweiten Weltkrieg gab es eine Schriftreform mit einigen Vereinfachungen, z.B. wurde das Zeichen für Geist, Seele KI zu 気. Die Festlandchinesen machten eine noch dramatischere Vereinfachung (气), während die Taiwanesen immer noch die alten Zeichen verwenden (氣), so dass sich die drei Schriftsysteme trotz gleicher Wurzeln inzwischen unterscheiden.

Übrigens: Kanji werden heute in erster Linie für die sinntragenden Worte und Wortbestandteile benutzt. Allein mit Kanji kommt das Japanische aber nicht aus und deshalb widme ich mich nächste Woche den Silbenschriften.
Watashi
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3. Kana - die Silbenschriften

Beitragvon Watashi » 28. Okt 2005 12:47

Im Laufe der Jahr(hundert)e stellten die Japaner fest, dass die chinesischen Kanji nicht richtig zur japanischen Sprache passten (insbesondere grammatikalisch). Zuerst wurde versucht, die grammatikalischen Teile durch einheitliche Kanji zu ersetzen, doch wurde das auf lange Sicht nervig. Deshalb wurden aus den Kanji vereinfachte Silbenzeichen entwickelt. Und da es langweilig gewesen wäre, sich auf eine einheitliche Silbenschrift zu einigen, entstanden zwei unterschiedliche Schriftsysteme, die

かな Kana (in Kanji: 仮名), aufgeteilt in:

ひらがな Hiragana (平仮名) und
カタカナ Katakana (片仮名).

Ursprünglich wurden tendentiell Hiragana von Frauen benutzt und Katakana von Männern. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg waren in offiziellen Dokumenten nur Kanji und Katakana zugelassen.
Über die Jahrhunderte veränderten sich die Kana, da einige Silben wegfielen, so dass beide heute je 47 Zeichen haben.

Heute sind auch die Rollen anders verteilt:

Hiragana werden für grammatikalische Dinge wie Partikel, Endungen von Verben oder Adjektiven verwendet. Darüber hinaus werden sie eingesetzt, wenn die betreffenden Kanji zu schwer oder sonst irgendwie unpassend wären.

Katakana werden für Lehnwörter aus dem Ausland und ausländische Namen benutzt. Daneben stellen sie auch so etwas wie Kursivschrift dar, dienen also der Hervorhebung (immer wieder gern in Manga zur Betonung von Bäng! und Bumm!).

Übrigens: In japanischen Artikeln in Zeitungen oder Zeitschriften werden neben Kanji (für sinntragende Worte und Wortteile), Hiragana und Katakana auch teilweise lateinische Buchstaben (für Abkürzungen) und arabische Ziffern benutzt. Also viel Spaß beim Lesen!
Watashi
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4. Watak(u)shi – ich

Beitragvon Watashi » 28. Okt 2005 12:48

Nein, das ist keine (falschgeschriebene) Schleichwerbung für die Schreiberin, sondern ein Wort, das man tatsächlich regelmäßig gebrauchen kann.

私 watak(u)shi… (mit stummem u)
…bedeutet einfach nur „ich“ (also das Pronomen für die 1. Person Singular).
Da das Japanische Fälle nicht am Pronomen ausdrückt, kann es aber je nach Satzzusammenhang auch „mein“, „mir“ oder „mich“ heißen.

Watak(u)shi ist die Lesung, die im Wörterbuch steht. Sie ist eine formelle Art, „ich“ zu sagen. Daneben gibt es auch die Lesungen:
watashi…
… die umgangssprachlichere Variante desselben Zeichens (womit jetzt auch mein wenig kreativer Shikona erklärt wäre), im täglichen Gespräch ist dies sicherlich die häufigste Variante „ich“ zu sagen
atashi…
… eine etwas affektierte Art, die nur von Japanerinnen benutzt wird (und auch bei weitem nicht von allen)

Als Ausländer im Gespräch mit Japanern fährt man mit watashi wahrscheinlich am besten. In formelleren Situationen könnte auch watak(u)shi angemessen sein, aber in solchen Situationen war ich noch nicht.

Im Japanischen verwendet man Pronomen allgemein allerdings nicht so häufig wie im Deutschen. Ist aus dem Kontext eindeutig erkennbar, dass man von sich spricht, lässt man watashi etc. am besten ganz weg.

Obwohl das Japanische normalerweise keine Pluralformen kennt, wird hier eine Pluralsilbe angehängt:
私達 watashi-tachi; watak(u)shi-tachi heißt dann „wir“


Übrigens: Das Leben wäre langweilig, wenn es nur ein Kanji (mit mehreren Lesungen) für „ich“ gäbe, deshalb gibt es noch einige andere „ichs“ in der japanischen Sprache (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

僕 boku; wird in der Regel nur von Jungen im Gespräch mit Gleichaltrigen oder Jüngeren verwendet
俺 ore; wird in der Regel von Männern im Gespräch mit Gleichrangigen oder Untergebenen verwendet; gilt als grobe Ausdrucksweise, z. B. beim gemeinsamen Kneipenbesuch
我 ware; kann genialer Weise „ich“ oder „du“ meinen; eher veraltetes Wort;
wird in der japanischen Übersetzung von „ich denke also bin ich“ verwendet:
我思う、故に我あり; ware omou, yue ni ware ari
己 onore; auch „ich“ oder „du“; ebenfalls veraltet
我輩 wagahai; von Männern benutzt, aber wohl sehr selten, wirkt arrogant;
bekannt aus einem Roman von Natsume Sōseki: 我輩は猫である; Wagahai wa neko de aru (zu deutsch: Ich bin eine Katze)
Watashi
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5. da/desu - sein

Beitragvon Watashi » 28. Okt 2005 12:49

Heute widmen wir uns unserem ersten Verb (wenn auch kein Vollverb):

だ da; bedeutet „sein“ sowie alle Gegenwartsformen, also „bin“, „bist“, „ist“, „sind“, „seid“
da ist die höflichkeitsleere Form (nicht: unhöflich), die man gegenüber engen Freunden benutzt und in unpersönlichen Schriftstücken, beispielsweise wissenschaftlichen Abhandlungen, Zeitungsartikeln etc.; diese Form steht in der Regel auch im Wörterbuch (weshalb sie zuweilen auch als Wörterbuchform bezeichnet wird).

です des(u) (mit stummem u); ist die standardhöfliche Form von „sein“, die man Fremden oder entfernten Bekannten gegenüber benutzt.

Es gibt auch noch eine elaborierte Höflichkeitssprache, diese kann allerdings ziemlich kompliziert werden und wird von Ausländern nicht unbedingt erwartet. Viele Feinheiten können selbst moderne Japaner nicht mehr. Deshalb lasse ich diese Formen zumindest erst einmal außen vor.

Das Verb ist der wichtigste Bestandteil eines japanischen Satzes. Ein einzelnes Vollverb kann ein vollständiger Satz sein. Am Verb werden Dinge wie Zeit, Negation und anderes (wie „müssen“ oder „können“) ausgedrückt, für die wir Deutsche eigene Hilfsverben brauchen.

Da da und des(u) keine Vollverben sind, können sie auch nicht allein stehen. Durch ein Substantiv kann jedoch ein Satz daraus werden; und so können wir jetzt unseren ersten Satz bilden:

„Anke des(u)“ bedeutet „Ich bin Anke“.
Anke lässt sich selbstverständlich durch jeden beliebigen anderen Namen ersetzen und so kann man sich auf einfache Art vorstellen. Solange klar ist, dass man von sich selbst spricht, kann man auch das Pronomen „ich“ (s. letzte Woche) weglassen.

Will man klarstellen, dass man über sich selbst spricht, sagt man:
„Watashi ha (sprich hier: wa) Anke des(u)“.
Die Partikel ha zeigt das Thema des Satzes an. Nur im Fall der Partikel spricht man die Silbe ha aber wie wa aus!

PS: Ich werde gleich noch ein Posting zur allgemeinen Aussprache anfügen. Ich hoffe, es ist einigermaßen verständlich.
Watashi
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Allgemeines zur Aussprache

Beitragvon Watashi » 28. Okt 2005 12:49

Vokale werden sehr ähnlich dem Deutschen ausgesprochen. Mit der deutschen Aussprache liegt man in der Regel nicht falsch, zumal es regionale Unterschiede gibt.
Aber Achtung: kurze Vokale auch wirklich kurz aussprechen,
z. B.: a wie in „nass“, nicht wie in „Hase“

Lange Vokale wie ū (langes u; auch û geschrieben) sind prinzipiell doppelt so lang wie kurze Vokale, in Hiragana wird das lange ū durch ein zusätzliches u geschrieben
das gleiche gilt für das lange ō (wie in kyōkai; auch ô); in Hiragana gibt es zwei lange ō, durch einzusätzliches o oder (häufiger) durch ein angehängtes u (Ôzumô wird in Hiragana Oozumou geschrieben)
ei ist ein langes e (und kein ai-Laut)
ai wird wie das deutsche „Ei“ gesprochen (nicht a-i wie oft gehört!)

Konsonanten folgen eher der englischen Sprache:

k, s, t sind stimmlos
g, z, d sind die entsprechenden stimmhaften Laute

beachte besonders:
s ist ein scharfer Laut wie in „nass“, nicht wie in „Sand“
z ist der stimmhafte Laut wie in „Sand“, nicht wie in „Zeit“
ts ist der Laut wie in „Zeit“ (nur als Silbe tsu)

sh ist ein Laut wie das deutsche sch wie in „Schule“
ch klingt wie tsch wie in „Tschechien“
j ist ein stimmhaftes dsch wie im englischen „Jingle“

y ist wie das deutsche j in „Januar“

r ist eine Mischung aus l, r, d; ein einfaches l tut es aber auch

w (nur noch in wa) nicht wie im deutschen „Wand“, sondern wie das englische „wonder“ (nur mit a); also eher ein ua-Laut

Doppellaute wie in kyoku werden als ein Laut gesprochen, also in deutscher Umschrift: kjoku, nicht kijoku

Doppelte Konsonanten wie in „tsuppari“ führen dazu, dass statt des ersten Konsonanten eine kurze Pause gemacht wird, also etwa tsu•pari.

Ich könnte jetzt noch eine Abhandlung über Buchstaben, insbesondere Vokale, schreiben, die nicht gesprochen werden (wie in Kotomits(u)ki), aber diese werde ich einfach in Klammern setzen.
Watashi
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6. Ohayo gozaimas(u)

Beitragvon Watashi » 28. Okt 2005 12:50

Heute widmen wir uns den alltäglichen Begrüßungen:

おはよう (ございます), Ohayō (gozaimas(u))
„Guten Morgen
Watashi
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7. Hajimemash(i)te … yorosh(i)ku onegaishimas(u)

Beitragvon Watashi » 28. Okt 2005 12:51

7. Hajimemash(i)te … yorosh(i)ku onegaishimas(u) - Es ist schön, Sie kennenzulernen

Wenn man jemandem vorher noch nicht begegnet ist, sagt man nicht schnöde „Konnichi ha“ (s. letzte Woche), sondern:

はじめまして;
Hajimemash(i)te (mit stummem i)…
die Begrüßungsformel, wenn man jemanden zum ersten Mal trifft.

Dann stellt man sich selbst vor.

Und danach endet man mit:

(どうぞ)よろしくお願いします; (Dōzo) yorosh(i)ku onegaishimas(u).
Formeller Ausdruck, gegenüber Höhergestellten. „Dōzō“ macht es noch etwas formeller.
どうぞよろしく; Dōzo yoroshiku.
Bei Gleichrangigen.
よろしく; Yorosh(i)ku.
Gegenüber Niederrangigen oder vielleicht unter Studenten etc.

Das bedeutet so viel wie: „Es freut mich, Sie kennen zu lernen.”

Ergo:
はじめまして。
アンケです。
よろしくお願いします。
„Hajimemash(i)te. Anke des(u). Yorosh(i)ku onegaishimas(u).”
(„Guten Tag! Ich bin Anke. Es freut mich, Sie kennen zu lernen.”)
Watashi
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8. Sumimasen, gomen nasai, moshiwake gozaimasen

Beitragvon Watashi » 28. Okt 2005 12:53

Entschuldigt, dass ich mich diese Woche etwas verspäte, aber ich habe gestern meine Magisterarbeit abgegeben und deshalb war das letzte Wochenende etwas sehr stressig. Das Wort der Woche musste da etwas zurückstehen.

Also:

すみません sumimasen, Entschuldigung…
… ist wohl einer der bekanntesten japanischen Ausdrücke,
sumimasen ist die Standard-Entschuldigungsformel, kann sowohl im Sinne von „Ich habe Mist gebaut, tut mir leid“, als auch „Entschuldigen Sie bitte, wie komme ich zu…“ benutzt werden;

aber Japaner wären nicht Japaner, wenn es nicht noch andere Entschuldigungsfloskeln gäbe:

ごめんなさい gomen nasai;
ist weniger höflich als sumimasen, benutzt man eher gegenüber Freunde und guten Bekannten, auch möglich:
ごめんね gomen ne;
ist noch etwas weniger höflich, also vor allem im Freundeskreis (etwa „Bin zu spät, tut mir leid“)

申し訳ございません mōshiwake gozaimasen;
wörtlich: „es gibt keine Ausrede“, das ist die höflichste Form, formuliert in „echter“ Höflichkeitssprache; zu benutzen gegenüber Höhergestellten, Unbekannten etc.;
wenn man jemanden auf der Straße anspricht, um nach dem Weg zu fragen, ist sumimasen eindeutig ausreichend (wenn es auch ein Unbekannter ist)

失礼しますshitsurei shimas(u);
wörtlich: „ich begehe eine Unhöflichkeit“; angebracht, wenn man beispielsweise das Zimmer seines Vorgesetzten oder Professors betritt

失礼しました shitsurei shimash(i)ta;
ist die Vergangenheitsform, also „ich beging eine Unhöflichkeit“; anzuwenden beispielsweise, wenn man zu spät zum Unterricht kommt oder wann man sich von einem Höherrangigen verabschiedet

Für den normalen Ausländer ist es allerdings erstmal ausreichend, nur sumimasen zu kennen. Es wird nicht erwartet, dass man alle Unterschiede kennt (auch ich bin mir regelmäßig nicht sicher).
Watashi
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9. Doitsu-jin, Oos(u)toria-jin, … - Deutsche/r, Österreicher

Beitragvon Watashi » 28. Okt 2005 12:54

Eine wichtige Information, die Japaner immer gern wissen möchten, ist die Nationalität. Europäisch/amerikanisch aussehende Ausländer landen in der Regel erst einmal in der Schublade „Amerikaner/in“. Die meisten Japaner freuen sich aber, wenn sie Ausländer treffen, die woanders herkommen (mir hat mal ein freudestrahlender Japaner erklärt, er habe sehr schöne deutsche Bleistifte, nachdem ich ihm gesagt hatte, dass ich Deutsche bin).

Deshalb lernen wir heute:

ドイツ人; Doitsu-jin: der/die Deutsche/r
オーストリア人; Oos(u)toria-jin: der/die Österreicher/in
スイス人; Suisu-jin: der/die Schweizer/in
リヒテンシュタイン人; Lih(i)tensh(u)tain-jin: der/die Liechtensteiner/in (das hi kann man ruhig wie das ch in Liechtenstein aussprechen)

-人; -jin bedeutet also immer den Einwohner des Landes, das davor kommt (s. auch Nihon-jin in der ersten Woche).

Wir können jetzt also sagen:

はじめまして。
私はアンケです。ドイツ人です。
よろしくお願いします。
„Hajimemash(i)te. Watashi ha Anke des(u). Doitsu-jin des(u). Yorosh(i)ku onegaishimas(u).“ („Guten Tag. Ich bin Anke. Ich bin Deutsche. Es freut mich, Sie kennen zu lernen.“)

PS: Falls jemand weitere Länder wissen möchte, melde er/sie sich bitte.
Watashi
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10. hai - ja (oder auch nicht)

Beitragvon Watashi » 28. Okt 2005 12:54

はい hai…
…bedeutet erst einmal einfach „ja“,
nur leider ist ein einfaches „Ja“ im Japanischen noch lange kein einfaches „Ja“:

Stellt man einem Japaner eine Frage und er sagt „hai“, kann das bedeuten:

„Ja, ich habe gehört, dass du mich was fragst“
„Ja, ich habe Sie verstanden“
„Ja, ich denke darüber nach, was ich antworten soll“;

ohne weiteren Zusatz heißt es aber jedenfalls nicht einfach „Ja“.

Beispiel 1:
Japanologiestudenten im ersten Semester stellen ihrer japanischen Japanischlehrerin die (zugegeben naive) Frage:
„Dürfen wir in der Prüfung ein Lexikon benutzen?“
Lehrerin: „Hai…“
Studenten jubilieren; Lehrerin überlegt, schüttelt den Kopf und sagt:
„Nein, leider nicht“
Studenten gucken deprimiert.

Beispiel 2:
Ausländische Studentin in Japan wartet auf Lieferung; Lieferant ruft an:
„Wir kommen in zehn Minuten“,
Studentin: „Hai!“
Großes Schweigen;
Studentin: „Hai, wakarimash(i)ta“ (Ja, ich habe verstanden/weiß bescheid)
Lieferant (nunmehr beruhigt): „Auf Wiederhören“
Gespräch beendet.

Ergo: Ein einfaches „Hai“ besagt wenig, es ist nur ein Weg, dem Gegenüber zu signalisieren, dass man ihm aufmerksam zuhört. In der Regel muss das „hai“ ergänzt werden.

Neben „hai“ gibt es auch andere Wege, „ja“ zu sagen:
ええ (ee)… ist weniger höflich als hai
うん (un, aber mehr mh gesprochen)… ist am wenigsten höflich; vor allem im Freundes- oder Familienkreis zu benutzen;
keine Form bedeutet aber eindeutig „ja“;
außer vielleicht wenn einen im Geschäft die Bedienung fragt:
„Soll ich das Buch einpacken?“, dann kommt man auch nur mit „hai“ weiter…

Übrigens:
いいえ iie…
…bedeutet hingegen wirklich „nein“; das ist aber so direkt, dass man es allein eher vermeidet (sollte also auch ergänzt oder umschrieben werden).
Watashi
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11. Fujisan - das Ende eines Missverständnisses

Beitragvon Watashi » 28. Okt 2005 12:55

Aus aktuellem Anlass (meine Mittwoch beginnende Japanreise), widme ich mich in den nächsten Wochen ein paar touristischen Highlights. Den Anfang macht dabei ein beliebtes Missverständnis im Westen:

Der höchste Berg Japans (3776 m) heißt entgegen der landläufigen Meinung im Westen NICHT Fujiyama, sondern
富士山 Fujisan;

富士 Fuji ist sozusagen der Eigenname und
-山 -san bedeutet Berg (gehört aber genauso zum Namen wie das Mount in Mount Everest oder das Mont in Mont Blanc);
Der Fujisan wurde über die Jahrhunderte mit vielen verschiedenen Kanji geschrieben, deshalb ist es schwierig in die einzelnen Kanji (außer das Berg) die ursprüngliche Herkunft des Namens hineinzuinterpretieren. Ich nehme den Namen einfach als gegeben hin.

山 SAN kann auch yama gelesen werden und es gibt Berge, in denen dasselbe Zeichen
-山 -yama gelesen wird, daher kommt wohl auch die falsche Lesung im Westen.

Im Deutschen sollte man also entweder „Fujisan“ sagen wie im Japanischen; oder aber man kann auch einfach „Fuji“ sagen (ist zwar teilweise umstritten, wird aber auch in Japanologenkreisen verwendet).

Übrigens: Der Fujisan ist auch nicht im westlichen Sinne „heilig“, sondern er ist wie viele andere Berge, Bäume und Ähnliches Sitz von kami (Göttern/Geistern), die im Shintō angebetet werden. Und da der Fujisan der höchste Berg Japans ist, hat er eben auch in diesem Sinne einen besonderen Status, das Wort „heilig“ hat im Deutschen aber in der Regel eine andere Konnotation, auch wenn es oft verwendet wird.

Bild unter:
http://www.japan-guide.com/g4/2172_01.jpg

PS: Man kann den Fujisan während der Sommermonate auch besteigen (zusammen mit Millionen anderer). Das ist zwar sehr japanisch und soll eine tolle Erfahrung sein, aber auch nur bedingt schön, unter anderem weil die himmlischen Heerscharen, die vor einem kamen, eine Unmenge an Müll hinterlassen. Deshalb gibt es in Japan ein Sprichwort: Der weise Mann besteigt den Fujisan. Aber nur ein Narr tut es ein zweites Mal.
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12. Nihon sankei - die drei schönsten Landschaften Japans

Beitragvon Watashi » 28. Okt 2005 12:59

Die Japaner haben ein Faible für Rankings aller Art, so gibt es beispielsweise die drei schönsten Gärten Japans. Die bekanntesten touristischen Highlights sind jedoch:

日本三景 Nihon sankei...
...die drei schönsten Landschaften Japans.

日本 Nihon kennen wir ja schon, das ist Japan,
三 san ist drei,
景 kei wie in 景勝 keishō, was schöne Landschaft bedeutet.

Diese drei Landschaften sind:

- die Bucht von Matsushima im Nordosten Japans,

- die Landzunge von Amanohashidate, nördlich von Kyōto,

- und der Itsukushima-Schrein auf der Insel Miyajima in der Nähe von Hiroshima.

松島 Matsushima ist eine Bucht mit vielen Inseln (shima), die von Kiefern (matsu) bewachsen sind. Der Blick soll den berühmten Haiku-Dichter Bashō vor Begeisterung zu folgendem Ausspruch animiert haben: „Matsushima ya, aa Matsushima ya, Matsushima" (also etwa Matsushima oh Matsushima Matsushima).

Bild:
http://www.japan-guide.com/g4/5100_01.jpg

天橋立 Amanohashidate (wörtlich: Brücke in den Himmel) ist eine dünne bewaldete „Brücke" (hashi) aus Sand durch das Wasser. Der Witz daran ist, dass man sich an einem bestimmten Platz mit dem Rücken dazu hinstellen und dann die Landzunge auf dem Kopf stehend durch die Beine betrachten soll. Dann sieht sie angeblich wie eine Brücke in den Himmel aus.

Bild:
http://www.japan-guide.com/g4/3990_01.jpg

厳島神社 Itsukushima jinja (Itsukushima-Schrein) ist vor allem für das rote torii („Tor" vor einem Schrein) bekannt, das bei Flut vom Wasser umgeben ist. Das gehört bestimmt zu den 10 häufigsten Postkartenmotiven in Japan (noch kein „offizielles Ranking", denke ich). Der Schrein selbst ist auch sehr schön und die Insel Miyajima ist sicherlich insgesamt eine Reise wert, zumal sie von Hiroshima aus am besten zu erreichen ist, während Matsushima schon ziemlich weit weg von allem ist.

Bild:
http://www.japan-guide.com/g4/2250_03.jpg
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13. Hanami - Kirschblütenschau

Beitragvon Watashi » 28. Okt 2005 13:01

花見 Hanami...
...bedeutet wörtlich Blütenschau.

花 hana ist Blüte oder Blume,
見 mi kommt von dem Verb 見る miru, was „sehen, (an)schauen" bedeutet.

In Japan spielen die verschiedenen Blüten, die im Laufe des Frühlings blühen, eine besondere Rolle. Das beginnt mit den Pflaumenblüten im Februar und erreicht seinen Höhepunkt ab Ende März und im April mit der Kirschblüte. Jedes japanische Touristenhighlight, das etwas auf sich hält, hat deshalb einige der berühmten japanischen Zierkirschen (桜 sakura). Die Kirschblüte gilt als besonders japanisch, da ihre Schönheit nur wenige Wochen hält und dann schnell verfällt, was Japaner (angeblich) sehr anspricht.

Während der Kirschblüte ist es Tradition, dass Firmen oder Clubs sich unter den blühenden Kirschen treffen und essen, trinken und Party machen. Das bezeichnet man dann als
花見 hanami, Blütenschau (wenn es auch mindestens so sehr um die Party geht wie um die Blüten).
Die jüngsten Mitglieder gehen dazu schon früh am Tag in die beliebtesten Parks etc. und müssen in großem Stil Plätze freihalten. Das wird dadurch erleichtert, dass für das Platzfreihalten eine große Plastikplane reicht, die ausgebreitet in Japan fast so wirksam ist, wie ein Schlägertrupp, der die Stelle verteidigt (ähnlich läuft es auch beispielsweise beim Anstehen vor Baseballspielen oder beim Platzfreihalten für die Feuerwerkfeste im Sommer).
Die beliebtesten Parks und ähnliches, die für eine besonders schöne Kirschblüte bekannt sind, sind deshalb Anfang April ab nachmittags überfüllt. Die Tōkyō ist das beispielsweise der Ueno Kōen (großer Park im Stadtteil Ueno), in Kyōto wandelt man gerne auf dem Philosophenweg. Für den Touristen ist das Treiben zuweilen etwas befremdlich, aber auch interessant, wobei die Kirschblüten als solche wirklich sehr schön aussehen.

Übrigens: Die japanischen Zierkirschen sind immer wieder ein beliebtes Geschenk der Japaner bei Staatsbesuchen im Ausland gewesen. Deshalb gibt es sie sowohl in Washington, D.C., als auch am Eiffelturm oder sogar in Glasgow. Wer also nur die Kirschblüte ohne hanami will, braucht nicht unbedingt nach Japan zu fliegen
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14. Jinja to tera –Schreine und Tempel

Beitragvon Watashi » 31. Okt 2005 14:12

Bei offiziellen Befragungen zur Religion in Japan ergibt sich immer wieder, dass deutlich mehr als die Hälfte der Japaner sich dem Shintō zugehörig fühlen und noch mal so viele sich als Buddhisten sehen. Es ist offensichtlich also kein Problem, beides zu sein. Für den geneigten Ausländer hat das den Vorteil, dass beide Religionen in ganz Japan ihre Bauwerke verteilt haben, die man sich nun ansehen kann. Dabei gilt es zu beachten, dass

神社 jinja...
...“Schreine“ dem Shintō zugehörig

と to...
...“und“

寺 tera (oder 寺院 jiin)...
...“Tempel“ buddhistisch sind.

神 JIN, kami steht für die Götter/Geister des Shintō (als solche kami gelesen) und
社 SHA, JA wird für Gebäude, Firmen, etc. verwendet.

Die Namen von Schreinen enden oft direkt auf jinja, z.B. 靖国神社 Yasukuni jinja (Tōkyō), auf 大社 taisha (großer Schrein), wie in 出雲大社 Izumo taisha, oder 神宮 jingū (gū ist eine andere Be-zeichnung für Schreine), beispielsweise in 明治神宮 Meiji jingū (Tōkyō) oder 伊勢神宮 Ise jingū. Auch -宮 –gū allein ist möglich wie beim 鶴岡八幡宮 Tsurugaoka Hachimangū in Kamakura.
Der Ise jingū ist dabei der höchste Schrein im Shintō, da er der Sonnengöttin Amaterasu, der Urahnin des Tennō-Hauses, gewidmet ist.

寺 tera oder JI ist der Tempel,
院 IN wird für Institutionen etc. verwendet.

Tempelnamen erkennt man in der Regel dadurch, dass sie auf -ji enden (z.B. 東大寺 Tōdai-ji in Nara), in Ausnahmefällen auch auf –tera oder –dera (z.B. 清水寺 Kiyomizu-dera in Kyōto) oder auch auf –in (平等院 Byōdō-in, ebenfalls Kyōto).

Übrigens: Die Religionsbefragungen haben auch ergeben, dass die häufigste „religiöse“ Sitte der Weihnachtskuchen sei. Die Religionsdefinition und –nutzung ist also ziemlich frei, da nur etwa 1 % der Japaner auch wirklich Christen sind. Ähnlich geht es auch bei den Festen zu, so wird man als Kind im Schrein vorgestellt, heiratet oft „christlich“ und wird auf einem buddhistischen Friedhof begraben.
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15. ichi, ni, san, … - eins, zwei drei, …

Beitragvon Watashi » 31. Okt 2005 14:13

Heute nicht ein Wort, sondern die japanischen Zahlen:

一 ICHI; eins
二 NI; zwei
三 SAN; drei
四 SHI, yon; vier; die sino-japanische Lesung, die man normalerweise benutzen würde (SHI) wird häufig durch die rein-japanische (yon) ersetzt, weil das Zeichen für Tod (死) auch SHI gelesen wird (wie mehrere dutzend andere Kanji)
五 GO; fünf
六 ROKU; sechs
七 SHICHI, nana; sieben; auch hier wird statt sino-japanisch SHICHI oft rein-japanisch nana verwendet
八 HACHI; acht
九 KYŪ; neun
十 JŪ; zehn

Zahlen jenseits der zehn kann man einfach zusammenbasteln:

11 ist jū-ichi (十一); 12 ist jū-ni (十二)
20 ist ni-jū (二十); 21 ist ni-jū-ichi (二十一)

Für Zahlen jenseits der 99 gibt es neue Zeichen für hundert, tausend und zehntausend, die aber im Prinzip genauso zusammengebaut werden:

百 HYAKU, (BYAKU, PYAKU); hundert
千 SEN, (ZEN); tausend
万 MAN; zehntausend (hier sagt man nicht einfach 万 man für 10000, sondern 一万 ichi-man)

damit:

101 ist hyaku-ichi (百一); 210 ist ni-hyaku-jū (二百十)
12.345 ist ichi-man-ni-sen-san-byaku-yon-jū-go (一万二千三百四十五)

100.000 ist dann 十万 jū-man
1.000.000 ist 百万 hyaku-man
10.000.000 ist 千万 sen-man

für 100.000.000 gibt es wieder ein neues Wort:

億 OKU

und das geht alle 10.000 so weiter, aber mehr als 100.000.000.000 (千億 sen-oku) braucht man wohl eher selten
Watashi
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16. Domo arigato gozaimashita - Vielen Dank!

Beitragvon Watashi » 31. Okt 2005 14:13

Erstmal danke, dass ihr so lange gewartet habt. Diese Woche war etwas stressig, weil ich eine Seminararbeit fertig machen musste, aber nun kommt es doch noch – das Wort der Woche!

Zum Dank fürs Warten lernen wir heute:

どうもありがとうございました dōmo arigatō gozaimash(i)ta, Vielen Dank!

Diese Form ist schon eine sehr höfliche, die man Fremden oder Höhergestellten gegenüber benutzt. Ähnlich wie wir das schon früher gesehen haben, gibt es hier aber auch weniger höfliche/formelle Formen.

どうも dōmo, am wenigsten höflich, im Freundeskreis (einfach „Danke“)
ありがとう arigatō, immer noch eher weniger höflich, aber etwas formeller
どうもありがとう dōmo arigatō, zusammengesetzt ist es stärker, auch höflicher („Vielen Dank“); in der Regel reicht das auch für Ausländer
どうもありがとうございました dōmo arigatō gozaimash(i)ta, die volle Höflichkeit, klingt aber etwas übertrieben, wenn man es überall einsetzt (z. B. Wechselgeld im Restaurant etc. wird zwar von einem Fremden übergeben, das ist jedoch dessen Aufgabe, deshalb braucht man im Zweifelsfall gar nichts zu sagen)
どうもすみません dōmo sumimasen, klingt erstmal wie eine Entschuldigungsfloskel, kommt einem „Danke“ aber näher (z. B. wenn jemand dir den Weg zeigt, deine Tasche trägt etc.)
Watashi
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17. suru - tun, machen

Beitragvon Watashi » 31. Okt 2005 14:14

Heute widmen wir uns unserem zweiten Verb:
する suru…
…bedeutet „tun, machen“ und wird nicht mit Kanji geschrieben (schön, ne?).

する suru ist die höflichkeitsleere Form, die auch im Lexikon steht, man verwendet sie im engen Freundes- oder Familienkreis

します shimas(u) ist die standardhöfliche Form, die man sonst in der Regel benutzt (echte Höflichkeitssprache ausgenommen)

Beide Formen sind alle Formen der Gegenwart und Zukunft von „tun, machen“, allerdings nicht die Verlaufsformen, sondern nur, was man regelmäßig tut; es gibt keinen Unterschied zwischen Singular/Plural, auch können die Pronomen gleich mit ausgedrückt werden, falls klar ist, worüber gesprochen wird.

suru/shimas(u) kann also
ich tue/werde tun, du tust/wirst tun, er/sie/es tut/wird tun;
wir tun/werden tun, ihr tut/werdet tun, sie tun/werden tun
heißen (bezogen auf generelle Aussagen, nicht das Geschehen in diesem Augenblick).

suru/shimas(u) ist furchtbar praktisch, man kann viele Dinge wie Hobbys oder Berufe davor setzen und so ausdrücken, was man (gerne, regelmäßig) tut. Man muss nur ein を (w)o dazwischen bauen ((w)o ist die Akkusativpartikel, die anzeigt, dass das, was davor steht, das ist, was man tut).

z. B.:
相撲をする。 Sumō (w)o suru. – Ich betreibe Sumō.
料理をする。 Ryōri (w)o suru. – Ich koche (gerne). (ryōri = Essen)
花見をする。 Hanami (w)o suru. – Ich werde hanami machen (mir die Blüten ansehen).
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18. Kaimono - Einkauf

Beitragvon Watashi » 31. Okt 2005 14:15

Da ich in den letzten Wochen immer Probleme hatte, mich auf ein Wort festzulegen, habe ich beschlossen, die Begriffe jetzt thematisch zu sortieren. Jeden Monat stelle ich deshalb Worte aus einem anderen Bereich vor, das macht die Entscheidung einfacher für mich (ich hoffe, das macht es nicht zu langweilig).

Hiermit erkläre ich den Mai zum Monat des Einkaufens. Die nächsten Wochen haben somit mit dem Oberthema
買い物 kaimono – Einkauf zu tun.

買い kai kommt von dem Verb 買う kau, was (ein)kaufen bedeutet,

物 mono ist Sache;

kaimono ist wörtlich also die Einkaufssache,
kaimono ist aber nicht die eingekaufte Sache, sondern die Tätigkeit des Einkaufens. Es lässt sich prima mit unseren bisherigen Verben kombinieren:

Was ist dein Hobby? (Shumi ha (sprich: wa) nan des(u) ka?)
趣味は何ですか。
- 買い物です。
- Kaimono des(u). (Einkaufen/Shopping).

Was machst du nächstes Wochenende? (Konshūmatsu ha (sprich: wa) nani (w)o shimas(u) ka?)
今週末は何をしますか。
- 買い物をします。
- Kaimono (w)o shimas(u). (Einkaufen.)

„kaimono (w)o suru/shimas(u)“ bedeutet also „einkaufen“ als Verb
Watashi
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