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Der traditionelle Adventskalender

Japan, Japaner und deren Sprache

Moderator: Watashi

Der traditionelle Adventskalender

Beitragvon Watashi » 2. Dez 2018 21:23

Liebe Forumsgemeinde,

heute setze ich zwei Traditionen des Sumoforums fort:
1. Hier kommt der Adventskalender
2. er ist mal wieder zu spät.

Und hier ist die traditionelle Karte.
Watashi
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Re: Der traditionelle Adventskalender

Beitragvon Watashi » 2. Dez 2018 21:46

1. Miyazaki - was ist eigentlich Miyazaki?

Eigentlich können wir heute gleich wieder Schluss mit dem Adventskalender machen, denn das war's. Mit dem heutigen Tag haben wir alle 47 Präfekturen besucht. Nichts mehr übrig.
Naja, aber vielleicht finde ich ja noch so das eine oder andere, wenn ihr dabei bleiben wollt.

Jetzt aber erst einmal: Miyazaki.

Die Präfektur Miyazaki liegt an der südöstlichen Ecke der Insel Kyûshû und ist nicht eben leicht zu erreichen. Kein Shinkansen fährt hierher und auch vierspurige Straßen haben Seltenheitswert, aber ich habe es trotzdem geschafft. Um einen Überblick zu bekommen, was dieses Miyazaki eigentlich ausmacht, geht es zuerst ins Miyazaki Prefectural Museum of Nature and History in der Präfekturhauptstadt Miyazaki (kreative Namensgebung).

Hier können wir sehen, wie die Einwohner früher (sehr viel früher) mal gelebt haben.

1a_Miyazaki Steinzeit.jpg


Dann gibt es jede Menge Ausstellungsstücke, die einen durch die Geschichte der Präfektur begleiten, auch als es noch keine Präfekturen gab. Dabei sehen wir etwas, was uns durchaus bekannt vorkommt.

1b_Kaufleute banzuke.jpg


Aber vorsicht: Das ist eine Rangfolge, aber von Kaufleuten, nicht von rikishi.

Auch kann man sehen, wie die Leute in verschiedenen Zeiten und Berufen lebten. Was machte zum Beispiel der Bauer, um sicherzustellen, dass die Kinder nicht davonkrabbelten, während die Familie auf dem Feld arbeitete?

1c_Feldarbeit für Anfänger.jpg


Und schließlich bekommt man einen Einblick in die religiösen Bräuche der Gegend. Zum Beispiel gibt es viele traditionelle Tänze zu Ehren der regional relevanten Gottheiten. Eine Bühne für einen solchen Tanz gibt es im Museum zu sehen.

1d_Göttertanz.jpg
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Re: Der traditionelle Adventskalender

Beitragvon tsunamiko » 2. Dez 2018 21:47

auf gute dinge warte ich doch gerne....
...there are so many different ways that lead to the gods
so many ways that lead to enlightment


but only one way that leads to the next gucci boutique...........


nadja maleh - flugangsthasen
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Re: Der traditionelle Adventskalender

Beitragvon Watashi » 2. Dez 2018 22:01

2. Neben dem Miyazaki Prefectural Museum of Nature and History

Wir brauchen nicht weit zu gehen und stehen im Außenbereich des Museums, das so eine Art keines Freilichtmuseum ist. Hier wurde eine Reihe von alten Bauern- und Samuraihäusern zusammengetragen, die man sich dort jetzt ansehen kann. Man kann zwischen den Häusern hindurch gehen und sich die Gebäude von außen ansehen.

2a_von außen.jpg


Man kann auch zu den Häusern gehen und sich die Architektur aus der Nähe ansehen. Zum Beispiel sieht man, wie dick die Dächer waren, was vermutlich auch besser so war, da sie schließlich dem einen oder andern Taifun standhalten mussten. Auch kann man erkennen, dass die Häuser gerade im Sommer sehr offen waren, so dass die Luft frei zirkulieren konnte, was definitiv besser so war, da es im Sommer gnadenlos heiß wird.

2b_näher.jpg


Man kann auch alle Häuser von innen betrachten. Dabei lässt sich feststellen, dass die Häuser auch innen offen gestaltet sind. Die Wände sind durch Schiebetüren unterbrochen, die im Sommer offen gelassen werden können, um auch dem kleinsten Lüftchen eine Chance zu geben. Und man kann die Dächer von unten sehen, um einen umfangreichen Eindruck von den alten Häusern zu bekommen.

2c_nah.jpg


Und wenn man bereit ist, die Schuhe auszuziehen, kann man in alle Häuser auch hineingehen und sich das Layout anzusehen. Oder sich an eine der Feuerstellen setzen, die im Hochsommer aber natürlich kalt sind. Oder so kalt wir es im Hochsommer in Japan eben ist.

2d_drin.jpg


Quizfrage: Was hättet ihr nicht auf Fotos aus Miyazaki erwartet?
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Re: Der traditionelle Adventskalender

Beitragvon Jakusotsu » 3. Dez 2018 08:46

Watashi hat geschrieben:Quizfrage: Was hättet ihr nicht auf Fotos aus Miyazaki erwartet?

Den Kesho-Mawashi auf dem letzten Bild?

Sehr kreativ finde ich den Kinderaufbewahrungsbehälter vom ersten Kalenderblatt.
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Re: Der traditionelle Adventskalender

Beitragvon gernobono » 3. Dez 2018 09:04

Jakusotsu hat geschrieben:
Watashi hat geschrieben:Quizfrage: Was hättet ihr nicht auf Fotos aus Miyazaki erwartet?

Den Kesho-Mawashi auf dem letzten Bild?


Andonishiki
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fällt der Groschen?

Danke für den Adventkalender
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Re: Der traditionelle Adventskalender

Beitragvon Watashi » 3. Dez 2018 18:37

3. Die blaue grüne Insel

Wir bleiben in Miyazaki (Präfektur), verlassen aber Miyazaki (also die Stadt), um uns mal ein bisschen in der Gegend umzusehen. An der Küste südlich von Miyazaki (Stadt) liegt die Insel Aoshima.
ao bedeutet blau oder blaugrün
shima ist die Insel; 青島 Aoshima ist also die blaue oder blaugrüne Insel.

Sieht man sich Aoshima an, sieht man, dass die Insel den Namen zu recht trägt: blaues Wasser, blauer Himmel, grüner Bäume.

3a_Aoshima.jpg


Geht man auf die Insel, sieht man ihr grünes Herz besonders gut. Man kann auf dem Sandstreifen um die Insel gehen oder den Schrein im Zentrum besuchen, aber das machen wir später, jetzt sehen wir uns die Seeseite an.

3b_grüne Insel.jpg


Denn um die Insel herum gibt es das so genannte "Waschbrett des Teufels", eine Gesteinsformation, die durch das Meer aus dem Fels geschliffen wurde. Hier wurden verschiedene Gesteinsarten übereinander gefaltet und das weichere Gestein wurde ausgewaschen. Das härtere zeigt sich jetzt in Form eines sehr großen Waschbretts.

3c_Waschbrett des Teufels.jpg


Man darf dieses Gestein betreten und über die Rippen des Waschbretts laufen. Man sollte dabei nur vorsichtig sein, sonst steht man mit dem Fuß im Wasser.

3d_Waschbrett ganz nah.jpg
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Re: Der traditionelle Adventskalender

Beitragvon Andonishiki » 3. Dez 2018 22:44

wow, mei Schürze hängt ja imma no da drin..,
sauberner Wandschmuck !
de hamm an guadn Gschmack, de Miyasakkianer !
暗怒錦
In the year 1500, there were 500mio homo sapiens on planet earth.
Today we are more than 7bn. How many in the year 2500 ?
and who will be the First European Yokozuna ?
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Re: Der traditionelle Adventskalender

Beitragvon Jakusotsu » 4. Dez 2018 09:19

Andonishiki hat geschrieben:wow, mei Schürze hängt ja imma no da drin..,
sauberner Wandschmuck !
de hamm an guadn Gschmack, de Miyasakkianer !

Fehlt da nicht das FC Bayern Logo?
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Re: Der traditionelle Adventskalender

Beitragvon gernobono » 4. Dez 2018 10:11

Jakusotsu hat geschrieben:
Andonishiki hat geschrieben:wow, mei Schürze hängt ja imma no da drin..,
sauberner Wandschmuck !
de hamm an guadn Gschmack, de Miyasakkianer !

Fehlt da nicht das FC Bayern Logo?


ist auf der hinterseite
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Re: Der traditionelle Adventskalender

Beitragvon Watashi » 4. Dez 2018 17:49

4. Der Schrein unter dem Kliff

Wir fahren die Küste von Miyazaki entlang und halten auf einem eher unscheinbaren Parkplatz. Eine Treppe, einen Tunnel, einen Souvenirshop und einen Hof später stehen wir vor einem großen roten Tor.

4a_Eingang.jpg


Wir gehen hindurch und steuern auf eine Treppe zu. Wir sehen über die Brüstung und sehen das Meer, die Küste und einige Felsen. Einer auf der linken Seite hat auch noch ein Loch und ein shimenawa, ein Schrein-Seil, um das Loch. Aber dazu kommen wir später.

4b_von oben.jpg


Wir sehen die Treppe hinunter und erkennen eine Höhle mit einem torii, einem Schreintor, davor. Das ist ein Hinweis auf das, was wir hier sehen wollen.
Außerdem kann man sehen, dass wir hier schon ziemlich südlich sind. So wachsen hier Palmen einfach so am Hang.

4c_steigen wir herab.jpg


Am Ende der Treppe treten wir durch das torii und finden einen Schrein, unter dem Kliff, mitten in einer Höhle. Und im Gegensatz zu anderen Schreinen oder Tempeln in Höhlen ist hier gleich das ganze Schreingebäude in der Höhle, nicht nur der innere Teil.

4d_Udo Jingu.jpg


Und dann war da ja noch dieser Fels mit dem Loch und dem Schreinseil. Der Schrein verkauft kleine Keramikbällchen, mit denen man nach dem Loch wirft. Trifft man, bringt das Glück. Was sonst.

4e_zum Glück.jpg
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Re: Der traditionelle Adventskalender

Beitragvon Watashi » 5. Dez 2018 21:12

5. Am Ende

...nein noch nicht am Ende des Adventskalenders, aber bevor wir Miyazaki für dieses Jahr verlassen, sehen wir uns das südliche Ende der Präfektur an. Hier ist Toi-misaki, ein Kap mit Öffnungszeiten. Und ich wäre beinahe zu spät gekommen, dann wäre die Straße zu gewesen.

So aber fahren wir über die sich in Serpentinen den Berg hinaus windenden Straße, am Besucherzentrum vorbei und bis zur Spitze des Kaps.

5a_Kurven.jpg


Hier ist der obligatorische Parkplatz und ganz am Ende ein Leuchtturm. Und natürlich gibt es einen Kiosk und die noch obligatorischeren Getränkeautomaten, damit niemand im Hochsommer verdursten muss.

5b_oben.jpg


Den Leuchtturm kann man sich auch aus der Nähe ansehen. Wenn ich etwas früher dran gewesen wäre, hätte ich auch noch auf die Aussichtplattform des Leuchtturms gekonnt, aber so müssen wir mit der Aussicht von unten vorlieb nehmen.

5c_Leuchtfeuer.jpg


Aber, seien wir ehrlich, wir sind nicht des Leuchtturms wegen hier, sondern wegen des Ausblicks. Kap Toi liegt ziemlich abgeschieden und natürlich direkt am Meer. So hat man einen super Rundumblick, z.B. auf die Buchten, die immer wieder die Küstenlinie einschneiden.

5d_Buchten.jpg


Und die Küste selbst kann man auch ein ganzes Stück hinauf sehen. Hier ist Japan noch weitgehend natürlich und wenig durch menschliche Einflüsse geprägt. Und um diese Uhrzeit hat man das ganze auch noch praktisch für sich allein.

5e_Felsen.jpg


Das einzige, was ich euch nicht zeigen kann, sind die Wildpferde, die am Kap leben. Ich hätte zwar fast welche auf der Straße umgefahren, wo sie sich im Schatten untergestellt hatten, aber ich wollte dann nicht mitten auf der Straße halten, um sie zu fotografieren. So japanisch bin ich dann auch nicht.
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Re: Der traditionelle Adventskalender

Beitragvon Watashi » 6. Dez 2018 23:37

6. Klo mit Anleitung

Zum Nikolaus gibt es ein paar Fotos mehr, dafür aber von der eher ungewöhnlichen Art. Wir haben ja letztes Jahr schon gelernt, dass die Benutzung einer japanischen Toilette schwieriger als gedacht sein kann. Das geht offenbar nicht nur uns so, daher hat sich in den letzten Jahren die Tendenz entwickelt, bei öffentlichen Toiletten mehr und mehr Hinweisschilder anzubringen, was die korrekte Nutzung angeht.

So wird bei manchen manuell zu bedienenden Toiletten explizit darauf hingewiesen, dass man zum Spülen die Spülung mit einem Drücken auf den Spülknopf auslöst. Es gibt ja tatsächlich schon viele automatische Toiletten.

6a_Spülen.jpg


Ein Klassiker unter den Kloanleitungen ist der Hinweis, dass man außer Klopapier nichts im Klo herunterspülen soll. Den gibt es teilweise auch nur auf Japanisch schon seit Jahrzehnten.

6b_nicht Spülen.jpg


Der Hinweis, dass man aber das Klopapier doch bitte im Klo herunterspülen soll, ist hingegen jünger. Gerne auch mit dem Hinweis, dass das Klo dadurch nicht verstopft. Das ist wichtig, weil diese Gefahr in Korea beispielsweise durchaus besteht, weswegen die Koreaner Klopapier üblicherweise in den Eimer werfen.

6c_Wegspülen.jpg


Auch die Nutzung des Bidet-Sitzes, also der elektronischen Klobrille, wird erklärt. Das ist ja durchaus von Vorteil, wenn man das von zu Hause nicht kennt und kein Japanisch kann.

6d_Washlet.jpg


Dass aber auch die Nutzung der klassischen japanischen Hocktoilette erklärt wird, ist auch eher neueren Datums.

6e_Japantoilette.jpg


Und auch das reine Sitzen auf dem WC-Sitz ist offenbar komplizierter als man sich das gemeinhin vorstellt. Warum sonst sollte man explizit zeigen, wie man auf dem Sitz Platz zu nehmen hat.

6f_richtig sitzen.jpg


Dann kann man den ganzen Ablauf natürlich auch in einem Fluss zeigen. Und weil wir in Japan sind, wird das ganze zuweilen von freundlichen Manga-Figuren begleitet.

6g_Zusammenfassung.jpg


Und wer glaubt, dass jetzt jede Falschnutzung der sanitären Anlagen ausgeschlossen ist, wird im Kaufhaus in Okinawa eines Besseren belehrt. Da steht über dem Handwaschbecken folgendes:

6h_Handwaschbecken.jpg


Da die Schilder in der Regel multilingual sind, deutet die Inflation der Klo-Anleitungen auf grundsätzliche sanitäre Differenzen zwischen den Japanern und ihren Besuchern hin. Und die wollen ausgeräumt werden.
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Re: Der traditionelle Adventskalender

Beitragvon Watashi » 7. Dez 2018 21:51

7. Zum Wasser, zum Wal

Da wir gestern schon einen Abstecher nach Okinawa gemacht haben, bleiben wir doch erst einmal. Heute steht ein etwas feuchtes Abendteuer auf dem Programm: Whale Watching. Jeden Winter kommen Buckelwale nach Okinawa und verbringen die kalte Jahreszeit vor den Kerama Inseln in der Nähe der Hauptinsel Okinawa Honto. Und dort kann man sie besuchen fahren.

Wir starten am Miegusuku Port in Naha. Das ist ein kleiner Hafen, der sonst von Sportbooten etc. genutzt wird und von dem im Sommer Tauchtouren starten.

7a_Am Hafen.jpg


Im Winter ist Tauchen nicht so gefragt, daher eben Whale Watching Touren. Das Schiff dazu ist größer als ich dachte, schnell und voller Chinesen (plus wenige Koreaner, zwei Kanadier und ich). Daher wurden die Ansagen irgendwann nur noch auf Chinesisch gemacht, aber ich habe auch so das wichtigste mitbekommen.

7b_Am Schiff.jpg


Vor den Kerama Inseln angekommen, werden einige der Passagiere nach vorne an die Spitze des Bootes gelootst. Keine Ahnung, warum ich mitdurfte, entweder weil ich gut vorbereitet waren (warme Kleidung, feste Schuhe, kleiner Rucksack, der nicht im Weg war) oder vielleicht auch weil ich im Gegensatz zu den meisten Chinesen nicht seekrank war. Zumindest konnte man hier natürlich am besten auf die Wale warten.

7c_Aussicht.jpg


Die Wale waren so mittelkooperativ. Die Tour verspricht eine 98%ige Walwahrscheinlichkeit, wobei ein Ausblasen durch das Luftloch schon reicht, um zu den 98% zu gehören. Zum Teil hat man nur am Spritzen erkannt, dass da ein Wal unterwegs war.

7d_Wal oder nicht Wal.jpg


Zum Teil konnte man den Wal auch wirklich sehen, aber ihn zu fotografieren war noch eine ganz andere Sache. Aber einmal kann man ihn auch mit weniger Fantasie erkennen (also die Seitenflosse).

7e_Wal.jpg
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Re: Der traditionelle Adventskalender

Beitragvon Watashi » 8. Dez 2018 19:36

8. Unsere jährliche kaputte Burg gibt uns heute

Heute führe ich eine weitere Tradition fort: die kaputte Burg. Die Tradition ist vielleicht nicht ganz so alt, aber irgendeine Burgruine haben wir ja meistens.

Heute fahren wir in den Norden von Okinawa Honto und besichtigen die letzte Burg auf Okinawa, die zum Weltkulturerbe gehört: Nakijin-jo. Aber glaubt nicht, dass mir damit die okinawanischen Burgruinen ausgehen, soviel Glück habt ihr nicht. :doppelätsch

Nakijin-jo wurde im 14. Jahrhundert erbaut, als Nakijin die Hauptstadt des nördlichen Königreichs auf Okinawa war. Auch nachdem im 15. Jahrhundert die drei Königreiche unter dem Herrscher von Shuri-jo vereinigt wurden, blieb die alten Herrscherfamilie auf Nakijin-jo als untergeordnete Herrscher, bis Okinawa Anfang des 17. Jahrhunderts vom japanischen Satsuma überfallen und Nakijin-jo niedergebrannt wurde.

Heute steht von Nakijin-jo nur noch eine Ruine. Die ist ob ihrer Größe aber trotzdem beeindruckend.

8a_Nakijinjo.jpg


Man kann bis unter die Außenmauern gehen und blickt ziemlich weit nach oben. Auch sieht man die typisch geschwungene Form der Mauern bei Burgen auf Okinawa.

8b_Weltkulturerbe.jpg


Man darf aber natürlich auch in die Ruine hineingehen und oben über den Innenhof laufen. Von den Gebäuden sind zwar nur noch ein paar Fundamente übrig, aber man bekommt einen Überblick über alles.

8c_Innenhof.jpg


Auf der Rückseite gibt es etwas tiefer gelegen eine weitere Ebene, die von einer tieferen Mauer umgeben ist. Hier waren mehrere Häuser, die wohl als Wohnhäuser dienten, aber die sieht man nur noch als Grundriss, der durch Holzpflöcke im Boden markiert ist.

8d_Hinterhof.jpg


Wieder oben auf der Burg kann man auch noch den Ausblick über das Meer genießen. Hier kann man auch die typische blaue Farbe des Meeres um Okinawa sehen.

8e_Ausblick.jpg


Und morgen sehen wir uns an, wofür Nakijin-jo noch berühmt ist.
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Re: Der traditionelle Adventskalender

Beitragvon Watashi » 9. Dez 2018 19:25

9. Burg plus

Okinawa ist grundsätzlich natürlich japanisch, hier läuft aber einiges dann doch immer etwas anders als im Rest des Landes. So findet die Kirschblüte nicht Ende März oder Anfang April statt, sondern schon Ende Januar/Anfang Februar, das Klima ist eben doch ein anderes. Auch die Sorte der Zierkirschen ist eine andere auf Okinawa, hier herrscht die Kanhi-zakura vor, eine Sorte mit sehr pinken Blüten, nicht weiß bis blass-rosa wie im Rest des Landes.

Ein sehr bekannter Kirschblütenort ist Nakijin-jo, unsere Burgruine von gestern. Schon vor dem Eingang sieht man die Farbe durch das Tor scheinen.

9a_Eingang mit Farbe.jpg


Rechts und links des Aufgangs zur Ruine stehen die Kirschbäume dicht an dicht. Hier kann man auch die tief-pinke Farbe direkt bewundern und sich unter oder neben die Bäume stellen (sie sind auch kleiner als ihre Verwandtschaft im Rest Japans).

9b_Aufgang mit viel Farbe.jpg


Und sie machen sich ganz hervorragend vor alten okinawanischen Burgmauern.

9c_viel Farbe.jpg


Ein Vorteil der relativ kleinen Größe ist auch, dass man ganz nah an die Blüten heran kann. Und so kann man sehen, dass die Zierkirschen nicht nur bei Touristen sehr beliebt sind, sondern auch beim Insektenvolk.

9d_Farbe mit Biene.jpg


Aber auch die Zierkirschen sind nicht das einzige, was für einen Besuch von Nakijin-jo spricht (neben der Burg natürlich). Es gibt auch mehrere kleine Heiligtümer der alten okinawanischen Religion zu sehen. Das meiste sind natürliche Orte, Bäume oder eine Grotte, aber auch ein kleines Haus mitten im Burghof.

9e_Bonus.jpg


Das ist dann auch das einzige Gebäude, dass man auf dem Burggelände finden kann.
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Re: Der traditionelle Adventskalender

Beitragvon Watashi » 10. Dez 2018 22:08

10. Mehr Meer

Manchmal kann man fast vergessen, dass ganz Japan eine Insel ist (oder auch mehrere). Deshalb fahren wir heute auf eine eher kleine Insel, um uns die volle Dröhnung Meer zu geben. Unser Ziel ist dabei gar nicht so weit weg von Nakijin-jo, auch im Norden von Okinawa Honto: die Insel Kouri-jima.

Und unser erstes Zeil auf Kouri-jima ist nicht das Meer oder der Strand, sondern der Kouri Ocean Tower. Dieser hat den Ozean ja schon im Namen und selbstverständlich wollen wir da in erster Linie wegen der Aussicht hin. Vielleicht sieht er von unten gar nicht so hoch aus, aber er steht auf einer der höheren Erhebungen der Insel.

10a_Kouri Ocean Tower.jpg


Und so kann sich die Aussicht durchaus sehen lassen. Man kann die Meeresenge sehen, die zwischen Kouri-jima und der Nachbarinsel liegt, sowie Okinawa Honto im Hintergrund. Vor allem kann man aber auch sehen, warum Kouri-jima heute beliebt für Tagesausflüge ist: die Insel ist mit einer Brücke, der Kouri Ohashi (Große Brücke von Kouri) mit der Nachbarinsel und diese wiederum mit der Hauptinsel von Okinawa verbunden. Man kann also ganz bequem hinüberfahren.

10b_Kouri Bridge.jpg


Außerdem sieht man hier das typische blaue Meer, das Okinawa umgibt. Dieses scheint selbst bei bewölktem Himmel und Sturm blau zu leuchten. Das wird manchmal auch als Okinawa Blue bezeichnet (und hat nebenbei einer Sorte von Töpferwaren ihren Namen gegeben, die auch in leuchtend blauen Farben gestaltet sind).

10c_Okinawa Blue.jpg


Fährt man vom Kouri Ocean Tower etwa eine halbe Umrundung um die Insel, landet man bei einem kleinen Sandstrand im Norden von Kouri-jima. Dieser ist bekannt für den sogenannten Heart Rock, den Herzfelsen. Wir kommen über die Dünen und sehen vor dem Strand im Wasser nicht einen, sondern zwei Felsen. OK, der eine könnte schon als Heart Rock durchgehen, aber was ist dann der andere?

10d_Am Strand.jpg


Des Rätsels Lösung: Heart Roch im engeren Sinne sind beide Felsen zusammen, denn betrachtet man sie aus dem richtigen Winkel, sehen sie wie ein Felsen aus, der dann auch ganz entschieden nach Heart Rock aussieht.

10e_Heart Rock.jpg


Es ist also alles eine Frage der Perspektive.
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Re: Der traditionelle Adventskalender

Beitragvon Watashi » Gestern 21:47

11. Auf nach Japan

Nachdem wir mit Miyazaki ja schon Neuland betreten haben, machen wir heute noch etwas, was wir noch nie gemacht haben: Wir fahren nach Japan anstatt zu fliegen. OK, wir nehmen natürlich nicht das Auto oder den Bus, per Straße ist Japan dann doch nicht zu erreichen, sondern die Fähre. Es gibt eine Fährverbindung zwischen Busan im Süden Koreas und Fukuoka im Norden Kyushus. Mit der Schnellfähre dauert die Überfahrt nur so um die drei Stunden.

Und dann taucht die japanische Küste am Horizont auf. So haben wir uns Japan noch nie genährt.

11a_Land in Sicht.jpg


Vor uns liegt die Bucht von Hakata und unsere Fähre nähert sich der Einfahrt vom Hafen von Hakata und man kann sehen, dass hier außer uns vor allem Industrieanlagen liegen. Das ist also kein kleiner beschaulicher Fährhafen, sondern ein großer internationaler Hafen, den unsere Fähre mitbenutzen darf.

11b_Einfahrt in Sicht.jpg


Am Rande der Bucht kann man auch die Stadt Fukuoka liegen sehen. In Fukuoka gibt es Arbeitsteilung: Natürlich heißt die gesamte Stadt Fukuoka wie die alte Burgstadt der Samurai, der Hafen und der Bahnhof hingegen heißen wie die alte Stadt der Händler Hakata. Und wir sehen, dass der nächste Berg in Japan nie weit ist, so erhebt sich hinter der Stadt schon die nächste Kette.

11c_Stadt in Sicht.jpg


Wir fahren nun in den Hafen ein und die Vorfreude auf Japan steigt. Natürlich unterscheidet sich der Hafen nicht grundsätzlich von den Häfen im Rest der Welt, aber Einbildung ist schließlich auch eine Bildung. Und wir sehen von links ein Flugzeug durchs Bild schweben, denn der Flughafen von Fukuoka (nicht Hakata) liegt auch nicht allzuweit entfernt. Aber dieses eine Mal werden wir eben nicht mit dem Flugzeug einschweben.

11d_Hafen in Sicht.jpg


Schließlich nähern wir uns unserer Endhaltestelle, dem Hakata Port International Terminal. Zuvor fahren wir aber noch an einem Kreuzfahrtschiff vorbei, das direkt vor unserem Terminal im Hafen liegt. Damit kann unsere Fähre dann größenmäßig nicht mithalten. Dafür waren wir aber um einiges schneller.

11e_Schiff in Sicht.jpg


Und dann kommen wir in Japan an. Der Ablauf der Einreise unterscheidet sich nicht deutlich vom Flughafen, nur vielleicht etwas kleiner: diverse Formulare ausfüllen, durch die Immigration und anschließend den Zoll. Ein Unterschied ist jedoch, dass wir den Koffer selbst von der Fähre tragen und somit schon bei der Einreise bei uns haben. Immigration und Zoll liegen denn auch kurz hintereinander und es entfällt das lästige Warten an der Gepäckausgabe. Und damit: Willkommen in Japan!
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