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Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Japan, Japaner und deren Sprache

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Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Beitragvon Watashi » 1. Dez 2017 19:56

Liebe Sumo-Gemeinde,

dieses Jahr gibt es etwas sehr seltenes: Mein Adventskalender beginnt pünktlich am 1. Dezember. Nehmen wir das als gutes Omen für einen guten Adventskalender.

Ansonsten kennt ihr das Prozedere: Jeden Tag stelle ich etwas aus Japan vor, mal touristisch, mal skurril. Bezüge zum Sumo sind wie immer zufällig bis nicht vorhanden, wer also nur des Sumo wegen im Sumoforum ist, ist hier also falsch. Allen anderen wünsche ich: Viel Spaß und nur noch 23 Tage bis Heiligabend!

PS: Die passende Karte findet hier hier.
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Re: Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Beitragvon Watashi » 1. Dez 2017 20:17

1. Eine Burg in Fukui

Dieses Jahr war ich nach langer Zeit tatsächlich wieder in Japan und ich habe eine Präfektur besucht, in der ich noch nie war: Fukui. Damit können auch wir uns auf neue Eindrücke einstellen.

Und was macht man, wenn man in einer neuen Präfektur ist? Man fängt mit der Hauptstadt an. Diese heißt der Einfachheit halber auch Fukui. Der Name stammt von einem Brunnen, dem 副の井 Fuku-no-i, dem "Brunnen des Glücks". So nannte der neue Feudalherr 1624 seine neue Burg eben 福井城 Fukui-jo, die Glücksbrunnen-Burg, schließlich kann man nie genug Glück haben.

Also fangen wir doch bei dieser Burg von Fukui an:

1a_Burg Fukui.jpg


Leider stellt man schnell fest, dass von der einstigen Burg nicht mehr viel übrig ist. Keine Türme oder Nebengebäude, selbst die Fundamente sind inzwischen eingefallen.

1b_Burgruine Fukui.jpg


Die Burg wurde leider mehrfach zerstört. Der Hauptturm wurde schon 1669 bei einem Brand vernichtet. Die restlichen Gebäude außer dem Wohnpalast haben die Meiji-Restauration 1868 nicht überstanden. Der Palast und die Fudamente wurden schließlich durch allierte Bomben im Zweiten Weltkrieg auch noch zerstört oder zumindest stark in Mitleidenschaft gezogen. Und so sind nur noch einige Mauern und unebene Fundamente übrig.

Trotzdem ist die Burg immer noch als Regierungssitz in Nutzung. Auf dem alten Gelände wurde nämlich die neue Präfekturverwaltung von Fukui erbaut. Die ist allerdings architektonisch nicht so klassisch.

1c_Präfekturverwaltung.jpg


Und so muss man aus der Entfernung schon genauer hinsehen, um die Burg oder ihre Überreste noch zu erkennen.

1d_kaum zu erkennen.jpg
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Re: Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Beitragvon gernobono » 1. Dez 2017 20:54

:applaus :applaus :applaus
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Re: Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Beitragvon Hana-ichi » 2. Dez 2017 08:02

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Re: Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Beitragvon Watashi » 2. Dez 2017 20:28

2. Noch eine Burg in Fukui

Bevor Fukui-jô im 16. Jahrhundert erbaut wurde, gab es auf dem heutigen Stadtgebiet schon einmal eine Burg, Kitanoshô-jô, weniger als einen Kilometer südlich. Deren Geschichte war kurz, aber interessant. Sie wurde 1575 erbaut und schon 1583 wieder zerstört.

Wenn man heute den alten Burgplatz besucht, findet man erst einmal einen Schrein. Nicht zu groß, aber zumindest in baulich gutem Zustand.

2a_ein Schrein.jpg


Neben diesem Schrein ist ein kleiner Park, in dem man einen Teil der Grundmauern der alten Burg freigelegt hat. Deren baulicher Zustand ist allerdings nicht wirklich überzeugend. Dagegen ist Fukui-jô geradezu gut erhalten.

2b_eine Burg irgendwie.jpg


Als sie noch stand, war die Burg jedoch ein beeindruckendes Bauwerk: Der Hauptturm hatte neun Stockwerke, was Kitanoshô-jô zur größten Burg ihrer Zeit machte.

2c_eine Burg früher.jpg


Neben ihrer Größe war es aber vor allem die bewegte Geschichte ihrer Bewohner, die Kitanoshô-jô auszeichnet. Der Burgherr war Shibata Katsuie, ein Gefolgsmann des ersten Reichseinigers Oda Nobunaga, dessen Auftrag es war, die Region Hokuriko nordöstlich von Kyôto zu sichern. Nachdem Oda 1582 von einem anderen Gefolgsmann getötet wurde, kam es zu Nachfolgekämpfen, bei denen sich Shibata auf die Seite des Sohns von Oda Nobunaga stellte, Oda Nobutaka. Leider war das die falsche Seite.
Nachdem er eine entscheidende Schlacht verloren hatte, zog sich Shibata Katsuie nach Kitanoshô zurück und beging seppuku. Seine Frau Oichi, eine Schwester von Oda Nobunaga, folgte ihm in den Tod. Zuvor hatte er seinen Männern noch befohlen, nach seinem Tod die Burg über seinem Kopf anzuzünden. Und so starb Kitanoshô-jô mit seinem einzigen Burgherren. Heute wacht eine grimmig aussehende Statue von Shibata Katsuie über die Ruine.

2d_ein Burgherr.jpg


Oichi wurde jedoch von ihren Töchtern aus erster Ehe überlebt, die vor dem Selbstmord ihrer Mutter und ihres Stiefvaters (nebst Abbrennen der Burg) in Sicherheit gebracht worden waren und die alle interessante Verbindungen eingingen:
- Die älteste, Yodo, wurde erst Konkurbine und später die zweite Frau des zweiten Reichseinigers (und siegreichen Konkurrenten von Oda Nobutaka), Toyotomi Hideyoshi, und gebahr dessen einzigen Sohn und designierten Erben, Toyotomi Hideyori.
- Die zweite, Ohatsu, heiratete einen Gefolgsmann von Toyotomi Hideyoshi, der auch mit den Tokugawa (erst Verbündete, später Konkurrenten) verwandt war. Sie war eine wichtige Verbindungsperson zwischen den Toyotomi und den Tokugawa, bevor die letzteren die ersteren 1615 ausrotteten.
- Die dritte, Oeyo, heiratete gleich dreimal: Erst einen Cousin und Neffen von Oda Nobunaga (Reichseiniger I), dann einen Neffen von Toyotomi Hideyoshi (Reichseiniger II) und anschließend Tokugawa Hidetada, einen Sohn von Tokugawa Ieyasu (Reichseiniger III). Er wurde schließlich auch der zweite Tokugawa Shôgun. Im Prinzip heiratete sie sich also durch alle Reichseinigerfamilien hindurch.

Und jetzt malt bitte jemand einen Stammbaum...
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Re: Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Beitragvon Watashi » 3. Dez 2017 17:12

3. Ein existente Burg in Fukui

Nachdem ihr euch bisher tapfer Überreste von Burgen angesehen habt, gibt es heute eine weitere Burg in der Präfektur Fukui. Diese ist aber keine Ruine, sondern zeichnet sich dadurch aus, dass ihr Burgturm als der älteste noch erhaltene in Japan gilt. Dafür müssen wir allerdings die Stadt Fukui verlassen und nach Maruoka in der Stadt Sakai fahren. Dort steht Maruoka-jô.

3a_Eine richtige Burg.jpg


Der Burgturm ist mit drei Stockwerken eher klein, mit dem Baujahr 1576 aber etwas Besonderes. Heute kann man die Burg nicht nur von außen, sondern auch von innen besichtigen. Von der Inneneinrichtung ist zwar nichts mehr übrig, man kann aber die Holzkonstruktion sehr gut erkennen. Und es gibt freiwillige Führer, die einem den Aufbau erklären, zumindest auf Japanisch.

3b_Burg von innen.jpg


Da der Turm auf einer Erhebung steht, hat man von oben einen guten Ausblick über die Umgebung, auch wenn der Turm selbst nicht der höchste ist. Hier sieht man auch, dass die umgebende Stadt nicht die größte ist und die Präfektur Fukui außerhalb der Hauptstadt eher durch Land und Berge geprägt ist.

3c_Burg von oben.jpg


Um ins oberste Stockwerk zu kommen, muss man allerdings ein paar Treppen rauf und die haben es in sich. Aufgrund der geringen Größe des Turms und seines Alters sind die Treppen alles andere als bequem zu benutzen. Sie sind so steil, dass oben Taue angebracht worden sind, so dass man halb die Treppe raufsteigt und sich halb am Tau hinaufhangelt.

3d_Burg von innen.jpg


Von oben sieht das wirklich eng aus. Und so fühlt es sich dann auch an.

3e_da muss man durch.jpg


Und das war die letzte Burg aus Fukui für dieses Jahr. Versprochen.
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Re: Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Beitragvon Watashi » 4. Dez 2017 19:28

4. Über den Wellen

Bevor wir Fukui für dieses Jahr verlassen, hier noch der Beweis, dass es dort mehr als alte und zerstörte Burgen gibt: Wir besuchen die Klippen von Tôjinbô. Diese liegen an der Küste des Japanischen Meeres und ragen vom Wasser bis zu 30 Meter in die Höhe.

4a_die Klippen.jpg


Tôjinbô hat der Legende nach seinen Namen von einem Mönch, der hier sein vorzeitiges Ende fand. Entweder, weil er im Wettbewerb um eine Frau den Kürzeren zog und von einem Konkurrenten von den Klippen geworfen wurde, oder, weil er wegen seiner Verfehlungen von seiner Gemeinde von den Klippen gestoßen wurde. Wie auch immer, er starb und sein Geist soll die Klippen heimgesucht haben (oder sogar noch heimsuchen).

Heute sind die Klippen bei zwei Gruppen besonders beliebt: bei Touristen und bei Selbstmördern. Und erstere können leicht nachvollziehen, was zweitere an den Klippen so anziehend finden: Man kann ohne Geländer oder Absperrung auf den Klippen herumsteigen und bis zum Rand klettern, wenn man es will.

4b_auf den Klippen.jpg


Man kann die Klippen aber auch vom Wasser aus betrachten, ganz ungefährlich. Hier fahren Ausflugsboote an der Küste und den Klippen entlang, so dass man die Felsen vor sich aufragen sehen kann.

4c_um die Klippen.jpg


Und das werden wir morgen machen, bevor wir Fukui verlassen, und herausfinden, warum dieser Felsen im Wasser ライオン岩 raion-iwa (Lion Rock) bezeichnet wird.

4d_ein Löwe.jpg
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Re: Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Beitragvon Jakusotsu » 4. Dez 2017 20:52

Bin schon sehr gespannt auf die Auflösung des Löwenrätsels. Selbst mit übermäßig angetrunkener Fantasie will sich keine Idee einfinden.
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Re: Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Beitragvon Tsubame » 5. Dez 2017 11:18

Wahrscheinlich braucht's ein Bild bei Ebbe... :?
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Re: Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Beitragvon Watashi » 5. Dez 2017 19:33

5. Über die Wellen

OK, heute steigen wir aufs Ausflugsboot und sehen uns Tôjinbô von unten an. Zuerst aber fahren wir über die Bucht hinüber und hören uns die Scherze des Schiffsführers an: "Und jetzt sehen Sie alle nach vorne."
Alle starren angestrengt auf die offene See, nichts. "Dort ist Nordkorea..." ??? "...das kann man aber nicht sehen." Haha?

Nun denn. Wir kommen zu einer Insel, die durch eine lange, rote Brücke mit dem Festland verbunden ist. So ein bisschen Japan-Flair kommt ja immer gut.

5a_hinüber zur Brücke.jpg


Auf dem Weg zu den Klippen zurück fahren wir an der Küste vorbei. Auch hier ist die Küste felsig. Außerdem gibt es Höhlen, in die man aber leider nicht reinfahren kann.

5b_entlang der Höhlen.jpg


Und dann kommen wir unterhalb von Tôjinbô wieder an. Und wir können die Klippen in ihrer gesamten Größe und Höhe bewundern. Und wir können sehen, wo wir selbst vor kurzem noch herumgestiegen sind.

5c_Klippen von unten.jpg


Wir fahren auch in die kleinen Ausbuchtungen zwischen den Klippen hinein, so dass wir den Felsen ganz nah kommen und uns das ursprüngliche Vulkangestein aus der Nähe ansehen können. Dieses wurde über Jahrmillionen von Wind und Wellen in seine heutige Form gebracht.

5d_ganz nah ran.jpg


Und dann fahren wir an den Klippen vorbei und lösen das Rätsel des Löwen. Denn von hinten sieht der besagte Felsen im Meer tatsächlich wie ein Löwe von hinten aus.

5e_Löwe von hinten.jpg


Leider kann man das aber auf dem Foto nicht so gut sehen wie in Wahrheit. Sorry.

Und morgen verlassen wir Fukui. Versprochen.
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Re: Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Beitragvon Watashi » 6. Dez 2017 21:47

6. Jetzt fahr'n wir über'n See, über'n See

Nachdem wir gestern ja schon erfolgreich mit einem Boot unterwegs waren, begeben wir uns heute doch gleich noch einmal aufs Wasser. Das Wasser und das Boot, das wir dabei benutzen, sind allerdings dann doch ein Kontrastprogramm zum Ausflugsboot auf dem Japanischen Meer.

6a_Bootfahren mal anders.jpg


Wir sind nämlich heute (tatsächlich wohl zum ersten Mal?) im Ueno kôen, dem großen Park im Stadtteil Ueno in Tôkyô. Dort gibt es einen Zoo, mehrere Tempel und einen Teich auf dem man mit verschiedenen Booten sein Glück versuchen kann, mit Ruderbooten, normalen Tretbooten und natürlich unserem Schwan-Tretboot.

6b_verschiedene Arten.jpg


Das ist jetzt vielleicht nicht so ausgefallen, kann aber auch Laune machen. Ein Schwan-Tretboot kann man mit bis zu 3 Personen besetzen und es kostet für eine halbe Stunde 700 Yen. Und vom Boot aus hat man einen schönen Blick auf den Park und die Großstadt, die sich dahinter erhebt. Man sieht eine Pagode, die üblichen Hochhäuser und in der Ferne erhebt sich der Tokyo Skytree (ihr wisst schon, der mit dem Weihnachtsmarkt ab November).

6c_der etwas andere Ausblick.jpg


Nur nach vorne ist der Blick dann doch etwas eingeschränkt. Schließlich muss der Hals von unserem Schwan-Tretboot irgendwo hin.

6d_etwas eingeschränkt.jpg


Trotzdem sollte man nicht nur zur Seite sehen, schließlich muss man ja wissen, wo man hin paddelt, und sicherstellen, niemanden umzufahren. Also: Augen auf im Tretbootverkehr.

PS: Sorry für das späte und vielleicht nicht so inspirierte Posting. Wir hatten heute abend eine (wenig erfreuliche) Betriebsversammlung.
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Re: Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Beitragvon Watashi » 7. Dez 2017 20:37

7. das eine oder andere Verkehrsmittel in Tokyo

Heute sehe wir uns mal ein bisschen in Tokyo um. Mal sehen, welche Fortbewegungsmittel uns dabei begegnen.

Zuerst bummeln wir ein bisschen durch die Stadt.

7a_durch Tokyo.jpg


Dabei begegnen uns Fußgänger, Radfahrer, Privatwagen und Taxis. Damit haben wir schon einmal einen guten Grundstock gelegt. Wobei angemerkt werden muss, dass nur wenige Leute in der Mitte von Tokyo wirklich viel mit dem Auto unterwegs sind.

Dann gehen wir weiter und stoßen auf eine Bushaltestelle, eine Stadtautobahn auf Stelzen auf der rechten Seite und einige merkwürdigen Stelzen mit Aufbau auf der linken Seite. Ein solches Bild gibt es nur entlang einer Strecke in Tokyo und die geht meistens über Wasser. Das hier ist also schon etwas Besonderes.

7b_viele Wege führen durch die Stadt.jpg


Aber was ist das nun? Warten wir kurz und wir sehen des Rätsels Lösung:

7c_aha ein Zug.jpg


Es ist eine Bahnstrecke. Oder, um genauer zu sein, die Tokyo Monorail 東京モノレール. S-Bahnen gibt es viele in Toyko, aber Einschienenbahn kann nicht jeder und diese war die erste kommerzielle Monorail der Welt. Wobei der Fairness halber erwähnt werden muss, dass die Tokyo Monorail heute im Mehrheitsbesitz von JR East ist, also der gleichen Gesellschaft, die einen Teil der S-Bahnstrecken in Tokyo bedient.

Die Monorail wurde zu den Olympischen Spiele 1964 eröffnet, um den damals einzigen Internationalen Flughafen Haneda mit der Innenstadt zu verbinden. Ursprünglich hatte die Monorail nur die zwei Endhaltestellen: Haneda Airport und Hamamatsucho. Als erste Zwischenstation kam später die Haltestelle an der Oi Pferderennbahn hinzu (ein Schelm, wer Böses dabei denkt).

Heute verkehrt die Monorail auf einer Strecke mit insgesamt 11 Haltestellen inklusive der Endpunkte. Der Airport Express fährt aber auch heute direkt von Hamamatsucho zum Flughafen. Und so ist auch heute auf der Strecke noch einiges los (und einen Bus sehen wir auch noch).

7d_und tschüss.jpg


Und heute kann der moderne Tourist in nur 13 Minuten aus dem Stadtzentrum zum Flughafen Haneda fahren und das für unter 500 Yen. Da kann Narita draußen in Chiba nicht mithalten.
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Re: Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Beitragvon Andriko » 7. Dez 2017 20:38

Der Löwenfels hat ein Tiroler Pendant, den Zammer Lochputz ... dort gibt es passend zur entsprechenden Sage einen Stierkopf zu sehen :wink: :
http://www.zammer-lochputz.at/assets/images/e/stierUNymphe-d818b72e.jpg

Liebe Grüße,
Andrea
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Re: Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Beitragvon Jakusotsu » 8. Dez 2017 07:44

Andriko hat geschrieben:Der Löwenfels hat ein Tiroler Pendant, den Zammer Lochputz ... dort gibt es passend zur entsprechenden Sage einen Stierkopf zu sehen :wink: :
http://www.zammer-lochputz.at/assets/images/e/stierUNymphe-d818b72e.jpg

Hmmm....eher Rhesusäffchen.
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Re: Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Beitragvon tainosen » 8. Dez 2017 13:55

Watashi hat geschrieben: Und heute kann der moderne Tourist in nur 13 Minuten aus dem Stadtzentrum zum Flughafen Haneda fahren und das für unter 500 Yen. Da kann Narita draußen in Chiba nicht mithalten.


... allerdings sind in aller Regel die Flüge von Europa nach Haneda wesentlich teurer, als nach Narita - insbesondere auch wegen sehr hoher Flughafengebühren - der Preis für einen Stadtflughafen eben - da sind dann die 2.500 Yen etwa für den Skyliner Express von und nach Narita akzeptabel.
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Re: Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Beitragvon Watashi » 8. Dez 2017 19:57

tainosen hat geschrieben:... allerdings sind in aller Regel die Flüge von Europa nach Haneda wesentlich teurer, als nach Narita - insbesondere auch wegen sehr hoher Flughafengebühren - der Preis für einen Stadtflughafen eben - da sind dann die 2.500 Yen etwa für den Skyliner Express von und nach Narita akzeptabel.


Hm, ich habe für Januar/Februar nächsten Jahres sensationell günstige Flüge über/ab Haneda bekommen. Vielleicht einfach Glück gehabt.
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Re: Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Beitragvon Watashi » 8. Dez 2017 20:18

8. Die Sache mit den Kanaldeckeln

Heute sehen wir uns mal was ganz anderes an: Gullideckel und ähnliches. Nun werdet ihr vielleicht denken: Was?!? Was soll daran schon interessant sein? Nun, Japaner wären nicht Japaner, wenn sie nicht auch aus Gullideckeln noch etwas Japanisches machen würden. Und so sind die Gullideckel nicht einfach nur langweilige Gullideckel, sondern werden auf der Oberseite kreativ gestaltet. An dieser Stelle muss ich mich bei meiner Mutter bedanken, die diese Dinger voll Inbrunst fotografiert.

Die klassische Variante des japanischen Abwasserabdeckung hat die Highlights der Gegend auf dem Deckel, beispielsweise die Fassboote von Ogi.

8a_Abwasser in Ogi.jpg


In Hakodate wird die Spezialität der Stadt, der Oktopus, sogar in bunt auf dem Abwasserdeckel verewigt.

8b_Abwasser in Hakodate.jpg


Aber nicht nur Abwasser wird verziert. Und manchmal sind es auch nicht die städtischen Highlights, sondern japanische Motive wie Kirschblüten auf einer Hochspannungsabdeckung in Tokyo.

8c_Hochspannung in Tokyo.jpg


Oder Blüten und Bambus auf einer Hydrantenabdeckung für die Feuerwehr in Beppu.

8d_Feuerwehr in Beppu.jpg


Und manchmal zeigen die Deckel einfach nur, wofür sie da sind, ganz ohne Japanbezug.

8e_Feuerwehr in Tokyo.jpg


Wobei diese kleinen Manga-Feuerwehrleute in Tokyo doch wieder ziemlich japanisch aussehen.

PS: Heute lasse ich die Markierung im Kalender mal. Das würde etwas viel werden (außerdem weiß ich nicht mehr genau, wo in den Städten die Deckel waren).
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Re: Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Beitragvon Shinkansen » 8. Dez 2017 22:25

Was bitte genau sind den Fassboote?
Das klingt ja nach irgendwelchen Irren die über die Niagarafälle wollen.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.
Mahatma Gandhi.
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Re: Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Beitragvon Schnappamawashi » 9. Dez 2017 08:22

ich bin begeistert.
So viel Japanwissen - unglaublich.
Jedes Jahr wieder so tolle Aufklärungsarbeit - Kultur und Bilder

Gruß
Schnappamawashi
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Re: Ein tatsächlich pünktlicher Adventskalender

Beitragvon tsunamiko » 9. Dez 2017 16:38

Shinkansen hat geschrieben:Was bitte genau sind den Fassboote?
Das klingt ja nach irgendwelchen Irren die über die Niagarafälle wollen.


wenn ich das richtig in erinnerung habe sehen fassboote aus wie ein aufgeschnittenes riesenfass...

also https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/71-Ql9xdncL.jpg
...there are so many different ways that lead to the gods
so many ways that lead to enlightment


but only one way that leads to the next gucci boutique...........


nadja maleh - flugangsthasen
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