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Gewicht ist nicht alles ...

Wissenswertes zum Thema Ozumo

Moderator: tsunamiko

Gewicht ist nicht alles ...

Beitragvon Martl » 11. Okt 2013 09:08

Hallo Gemeinde.

Ich habe da mal in der sumofreien Zeit ein paar ernst gemeinte Fragen in die Runde.

Es ist ja eine Tatsache, daß das Gewicht eines Sumo-Ringers eine nicht zu unterschätzende Größe ist. Wie stellt sich das aber mit der Reichweite dar?
Muhammad Ali hat die ja beim Boxen ausgespielt.

Konkret:

- welcher Sumo-Ringer hat oder hatte den größten Bauchumfang (nicht Gewicht) und konnte so den Griff am mawashi schwer machen?

- welcher Sumoringer konnte mit seiner größten Armlänge sich u.U. mit Schlägen mit der flachen Hand (habe grad nicht den japanischen Kampfbegriff zur Hand) die Gegner "vom Leibe" halten?

Danke und ich freue mich auf die Antworten

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Re: Gewicht ist nicht alles ...

Beitragvon Tsubame » 11. Okt 2013 10:16

Ich frage mich ob überhaupt der Bauchumfang und die Armlänge statistisch erfasst werden?

Ein großer Bauchumfang macht es ja nicht schwerer den Mawashi zu greifen. Man kann immer noch ganz einfach die Vorderseite greifen, egal wie "dick" der Träger auch sein.

Effektiv setzt seinen dicken Bauch zurzeit Kotoshogiku ein. Griff am Mawashi des Gegners und dann bumpi-di-dump drückt er somit seinen Gegner hinaus aus dem Ring.

Und sehr effektiv mit Schlägen (tsuppari) waren Ozeki Chiyotaikai und Yokozuna Akebono. Beiden konnten sehr effektiv mit einer schnellen Folge von Schlägen den Gegner nach draußen oder zu Boden treiben.
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Re: Gewicht ist nicht alles ...

Beitragvon Cayman » 12. Okt 2013 14:36

Was Tsuppari und Oshizumo angeht würde ich auch noch den Ozeki Konishiki in die Runde werfen, der übrigens beim Thema "Wampengröße" auch einer der großen Kandidaten wäre. Er war später einer der schwersten Sumotori überhaupt (270+ kg). Wenn du dir allerdings Paar Videos ansiehst: Er hat in erster Linie gerade durch diese Schlag-/Stoßtechniken versucht, den Gegner davon abzuhalten, an den Gürtel zu gehen. Die Vorderseite vom Gürtel zu greifen (siehe Tsubame's Kommentar) war für einen Gegner meist kein Problem, was eher schwierig war war "von oben" die Hinterseite des Mawashi zu nehmen. Ich habe auch keinen Kampf direkt in Erinnerung, wo er nach einem Morozashi (Beidhändiger Griff um den Oberkörper, unter den Schultern des Gegners ohne den Gürtel zu greifen) rausgetrieben wurde - für die meisten Gegner war dafür sein Körperumfang vielleicht wirklich etwas zu groß.

Bezügl. Reichweite: Der Ozeki Takanonami hatte zum Beispiel extrem lange Arme. Die hat er dann aber eher verwendet, um die Arme des Gegners zu blockieren und mittels Kimedashi zu gewinnen. Er war riesig groß und es geschah häufig, dass der Gegner "untertauchte" und an den Gürtel ging, seine Reichweite hat ihm also nicht wirklich dabei geholfen, den Gegner auf Distanz zu halten. Hierbei muss natürlich erwähnt werden dass Takanonami so gut wie nie Schlag-/Stoßtechniken verwendet hatte.

Schau dir vielleicht mal Paar Akebono vs. Konishiki-Matches an: Du wirst sehen dass Akebono die größere Reichweite hatte und im Tsuppari-Duell meist in der Offensive war.
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Re: Gewicht ist nicht alles ...

Beitragvon Tochinoumi » 12. Okt 2013 16:57

Martl hat geschrieben:
- welcher Sumo-Ringer hat oder hatte den größten Bauchumfang (nicht Gewicht) und konnte so den Griff am mawashi schwer machen?

Martl



In Sandanme / Makushita gibt es da ja noch Orora. Aufgrund seiner Trägheit kann man trotz des Umfangs seinen Mawashi sehr leicht greifen und ihn auch ein wenig herumschubsen.

Sich seinen Gegner vom Leib halten kann man auch mit Kurzen Armen. Hier entscheiden dann anders als bei Akebono nicht Gewicht/Kraft sondern Schnelligkeit. Beste Beispiele hierfür waren Terao und Kyokudozan (jetzt auch Shohozan)
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Re: Gewicht ist nicht alles ...

Beitragvon Tikozan » 27. Okt 2013 12:47

Zwei weitere aktuelle Beispiele sehe ich da im Moment in der Makuuchi. Beide können aber derzeit aus diesen "Vorteilen" keinen Nutzen ziehen.
Da wäre zum Einen die georgische Kampfkugel :lol: Gagamaru, der sein Gewicht durch, meineserachtens, fehlende Technik, nicht richtig zum Einsatz bringen kann.
Auf der anderen Seite sehe ich dann Kotooshu, der in früheren Jahren seine große Reichweite sehr gut einsetzen konnte, wohl aber mit fortschreitendem Alter zu vergessen scheint, dass er so lange Arme hat :roll:
Tikozan
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Re: Gewicht ist nicht alles ...

Beitragvon Hokkaiko » 27. Okt 2013 16:05

hier sind zwei meiner Videos vom Natsubasho, zwei unterschiedliche Möglichkeiten Orora zu besiegen:

http://www.youtube.com/watch?v=Di8VelkMBv4

und

http://www.youtube.com/watch?v=Z9x-xHGXF8U
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