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Ex - Azumazeki Oyakata

Wissenswertes zum Thema Ozumo

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Ex - Azumazeki Oyakata

Beitragvon Akebono » 18. Jun 2009 09:02

Hallo,

Azumazeki - Oyakata musste nach dem Natsu Basho aus Altersgründen zurücktreten. Wer von euch weiß was der früherer Azumazeki-Oyakata jetzt macht?

Jesse Kuhaulua hat ja die japanische Staatsbürgerschaft, ist verheiratet und hat zwei Kinder, glaub ich. Wer mehr weiß, bitte einige Informationen geben.

Euer Akebono

:?
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Re: Ex - Azumazeki Oyakata

Beitragvon Watashi » 19. Jun 2009 18:22

Was er jetzt tun will, weiß ich leider auch nicht, aber in der Japan Times wurde über eine eher ungewöhnliche Ehrung anlässlich seines Rücktritts berichtet:

Das US Repräsentantenhaus hat am Montag dieser Woche eine Resolution verabschiedet, in der Takamiyama Daigoro (aka Azumazeki oyakata) für seine Förderung der Beziehungen zwischen den USA und Japan gepriesen wird.
Die Resolution, gesponsert vom Abgeordneten Mazie Hirono aus Hawaii, wurde einstimmig angenommen. Sie besagt, dass das Haus „Takamiyama Daigoro’s Erfolge im Sumo und seinen Beitrag zur Verbesserung der US-japanischen Beziehungen ehrt.“ Sie sagt weiter, dass das Haus „die internationale Gemeinschaft ermuntert, den Erfolg von Takamiyama Daigoro im Sumo anzuerkennen.“
Takamiyama wurde 1944 als Jesse Kuhaulua in Hawaii geboren und war der erste rikishi, der in den USA geboren wurde, und 1972 der erste Ausländer, der das makuuchi yusho gewinnen konnte. Nach seinem Sieg 1972 verlas der US-Botschafter, Robert Ingersoll, eine Glückwunschbotschaft von US-Präsident Nixon, „was das erste Mal war, dass bei einem Sumoturnier Englisch gesprochen wurde“, besagt zumindest die Resolution.
Takamiyama kämpfte in mehr als 1400 Kämpfen, stellte zahlreiche Rekorde auf und verdiente eine Reihe von Ehrungen in seiner 20jährigen Karriere. Er war auch der erste und bisher einzige Ausländer, der ein heya leitete.
Das Repräsentantenhaus verabschiedete die Resolution jetzt aufgrund des altersbedingten Rücktritts Takamiyamas aus der Sumowelt.

In der Mainichi Shinbun wurde übrigens zum Anlass seines Ruhestands eine dreiteilige Serie über Takamiyama/Azumazeki-oyakata veröffentlicht. Die englische Version findet sich hier: Teil 1 (mit Foto), Teil 2 (mit Foto), Teil 3. Auf Wunsch, kann ich mich morgen mal an eine Übersetzung machen.
Zuletzt geändert von Watashi am 20. Jun 2009 12:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ex - Azumazeki Oyakata

Beitragvon Heikotoriki » 19. Jun 2009 19:39

Watashi hat geschrieben:.

In der Mainichi Shinbun wurde übrigens zum Anlass seines Ruhestands eine dreiteilige Serie über Takamiyama/Azumazeki-oyakata veröffentlicht. Die englische Version findet sich hier: Teil 1, Teil 2, Teil 3. Auf Wunsch, kann ich mich morgen mal an eine Übersetzung machen.


Au ja, bitte mach das, wenn es nicht zu viel Mühe macht. Im Voraus besten Dank!!! :Chinese :Chinese :Chinese
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Re: Ex - Azumazeki Oyakata

Beitragvon GebauerA » 20. Jun 2009 09:37

Ich waere fuer eine Uebersetzung ebenfalls sehr erfreut :applaus
--
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Re: Ex - Azumazeki Oyakata

Beitragvon Watashi » 20. Jun 2009 13:19

Goodbye Jesse: Takamiyama, der Wegbereiter für ausländische Sumo-Ringer, tritt zurück

Der ehemalige sekiwake Takamiyama, heute besser bekannt als Azumazeki-oyakata, tritt aus der Nihon Sumo Kyokai aus, weil er am 16. Juni seinen 65. Geburtstag feiert.
Takamiyama, oder Jesse Kuhaulua, kam 1964 aus den Vereinigten Staaten nach Japan, als er 19 Jahre alt war, und eroberte die Sumowelt im Sturm. Seitdem hat er 45 Jahre als Kämpfer und Trainer verbracht und als einer der ersten Ausländer, die sich dem Sumo verschrieben haben, hat er einen bedeutenden Beitrag zur Förderung und Internationalisierung des Sports geleistet.
Es war allerdings kein leichter Weg. „Die 105 kabu, die den oyakata zur Verfügung stehen, sind auf japanische Staatsbürger beschränkt.“ So sah eine neue Regel für den Aufstieg zum oyakata und shisho aus, die die riji-kai der NSK im September 1976 verabschiedete. Bis dahin sahen die Regeln für potentielle oyakata nur vor, dass diejenigen, die in der makuuchi waren und dort mindestens ein basho alle angesetzten Kämpfe bestritten hatten oder 20 basho in Folge oder 25 basho insgesamt in der juryo waren, die Voraussetzungen erfüllten, um oyakata zu werden. Die neue Regel zum Thema Staatsbürgerschaft wurde geschaffen, um einen Mann zu stoppen: Takamiyama, der damals noch ein rikishi war, aber schon auf ein Leben als oyakata hinarbeitete.
„Ich wünschte, sie hätten wenigstens gewartet, die Regel zu ändern, bis ich vom Sumo zurückgetreten bin,“ sagte Takamiyama damals. Seine Mutter war in dem Jahr im Mai im Alter von 53 Jahren gestorben. Er hatte sie vor ihrem Tod nicht mehr sehen können und hatte auch nicht am Begräbnis in seiner Heimatstadt in Hawaii teilnehmen können. Es war eine schwere Zeit für ihn, die durch den Stress in Japan nur noch schlimmer wurde.
Die japanische Staatsangehörigkeit anzunehmen war keine leichte Entscheidung. Auf der einen Seite musste Takamiyama nicht befürchten, vom US-Militär eingezogen zu werden – er hatte die physische Untersuchung zwei Mal nicht bestanden aufgrund seines Gewichts – und hatte eine enge Beziehung zu seiner Heimatstadt. Auf der anderen Seite war er mit einer Japanerin, Kazue, verheiratet, und hatte tiefen Respekt für Japan und das Sumo.
Manchmal war es jedoch schwierig, seinen Platz in der Sumowelt zu finden. Er brauchte zwei Jahre, um das chanko zu genießen, das traditionelle Essen der sumotori, und er musste oft stillschweigend mit Rufen wie „Hey, Ausländer“ zurechtkommen.
Im Angesicht der neuen NSK-Regel war Takamiyama tief bewegt, als der Mann, der ihn entdeckt hatte, Takasago-oyakata (der ehemalige yokozuna Maedayama), sagte: „Ich will, dass du in der Sumowelt bleibst.“ Takamiyama informierte seine Frau und seine Familie in Hawaii, dass er im Sumo bleiben wolle, und niemand widersprach ihm.
1979 trat der damalige Azumazeki-oyakata aus der Sumowelt aus und Takamiyama beantragte die japanische Staatsbürgerschaft. Er wurde 1980 japanischer Bürger und nahm den Mädchennamen seiner Frau als Nachnamen an und wurde Watanabe Daigoro.
Er gab seine US-Staatsbürgerschaft auf, aber am letzten Tag seines letzten basho im Jahre 1984 lobte ihn der US-Botschafter in Japan Michael J. Mansfield und sagte: „Ihre Aktivitäten hier sind eine Inspiration für alle US-Amerikaner, die in Japan leben. (Ende Teil 1)
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Re: Ex - Azumazeki Oyakata

Beitragvon Watashi » 20. Jun 2009 13:24

Goodbye Jesse: 20 Jahre Anstrengung und Ausdauer

Der 16. Juli 1972 wurde einer der wichtigsten Tage in der Geschichte des Sumo. Am 14. Tag des Nagoya basho betrat der maegashira Nr. 4, Takamiyama, das dohyo mit zwei Niederlagen und hatte einen Sieg mehr als sekiwake Takanohana. Letzterer war der Pubilkumsliebling und seine Fans hofften auf ein Comeback in letzter Sekunde, aber Takamiyama errang der Sieg, indem er maegashira Asahikuni aus dem Ring schob, und wurde der erste im Ausland geborene rikishi, der den Tenno-Pokal gewinnen konnte.
Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es sieben ausländische sumotori im ozumo, aber nur der japanische-amerikanishe Toyonishiki schaffte es über die juryo hinaus in die makuuchi. Aber es war insbesondere Takamiyama – der 1964 als Jesse Kuhaulua aus den USA nach Japan gekommen war – der mit großen Schritten den Weg für zukünftige ausländische rikishi bereitete.
Kuhaulua wurde in einem Sumoklub in Maui vom ehemaligen yokozuna Maedayama während einer regionalen Sumotour entdeckt. Der junge Ringer zeigte beeindruckende Kraft, litt aber an starker Unbeweglichkeit: Trainingsmethoden wie Zusammenprallen (butsukari) oder Leistendehnen (matawari) brachten Tränen in seine Augen. Aber er zwang sich selbst, diese Übungen zu vollenden, zusätzlich zu einer persönlichen 90-minütigen Trainingseinheit mit Stampfen. „Anstrengung und Ausdauer“ (jap.: doryoku to shinbō) wurde sein Motto.
Während des aki basho 1964 hatte er starke Ohrenschmerzen, die ihn am Schlafen hinderten. „Ich hatte das Gefühl, nach Hawaii zurückkehren zu wollen. Aber ich bekam einen Brief, der sagte ‚Die Menschen von Hawaii feuern dich an’ und ich entschied, nicht zu gehen,“ erinnert er sich.
Die Zeit, die er in seiner Jugend ins Training investiert hatte, zahlte sich in einer Sumokarriere aus, die bis fast zu seinem 40. Geburtstag reichte. Er verbrachte 20 Jahre als ein professioneller rikishi, kämpfte in 97 basho in der makuuchi und machte dort 1430 Kämpfe, 1231 davon in Serie – alles Erfolge, die zuvor nicht erreicht wurden.
Takamiyama bleibt bescheiden und meint, seine Erfolge konnte er nur erreichen, weil er nie ernsthaft verletzt war, aber das ändert die Tatsache nicht, dass er ein Fixpunkt im Sumo war, von den späten 60ern bis in die frühen 80er.
Seit Takamiyama hat es 167 rikishi aus 21 Ländern im Sumo gegeben, von den Hawaiianern Konishiki, Akebono und Musashimaru bis zu den momentanen mongolischen Stars. In der jetzigen Ära wird Japans Nationalsport von Ausländern getragen. (Ende Teil 2)
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Re: Ex - Azumazeki Oyakata

Beitragvon Watashi » 20. Jun 2009 13:30

Goodbye Jesse: Das Vermächtnis des Mannes, der Sumo für immer verändert hat, ist gesichert

Am 27. Januar 1993 beförderte die NSK ozeki Akebono zum yokozuna, damit war er der erste Ausländer, der den höchsten Rang des Sumo erreichte. In einer Pressekonferenz nach der Beförderungszeremonie, sagte Akebono, dass der wichtigste Teil seines Aufstieges an die Spitze „die Lehren meines Trainers waren. Als ich wenig vom Sumo wusste, war er derjenige, der mir beibrachte ‚schieben, schieben, immer vorwärts bewegen’“.
Akebonos shisho, Azumazeki-oyakata, der gebürtige Jesse Kuhaulua, auch bekannt als Takamiyama während seiner aktiven Zeit, konnte seine Tränen nicht zurückhalten.
Azumazeki entdeckte Akebono in ihrer gemeinsamen Heimatstadt auf Maui, Hawaii, und brachte den zukünftigen yokozuna nach Japan. Akebono hatte sein Debut zusammen mit Wakahanada und Takahanada (aka yokozuna Wakanohana und Takanohana) im haru basho 1988 und wurde ein Teil des Booms in der frühen Heisei-Ära, in dem die Hallen jedes basho ausverkauft waren.
Die ersten drei Jahre nach seinem Rücktritt arbeitete Akebono als Trainer im Azumazeki-beya und half, die nächste Generation von rikishi auszubilden, an genau dem Ort, an dem er selbst seinen Weg zum Sumo-Star begonnen hatte. 2003 trat Akebono aus der Sumowelt zurück, um sich an verschiedenen Martial Arts zu versuchen.
Bis heute beschreibt Akebono seinen ehemaligen Trainer in höchsten Tönen. „Er ist freundlich und beständig,“ sagt Akebono. „Er sagt immer, auch wenn du (in einem Kampf) im Staub endest, dass eine korrekte Verabschiedung wichtig ist. Er wünschte jeden Morgen allen seinen Schülern direkt einen guten Morgen und kam oft in den Trainingsraum, um zu reden. Während der basho mussten wir über jeden unsere Kämpfe berichten und er sagte uns, dass er immer sagen könne, ob wir in guter oder schlechter Verfassung seinen oder sogar, was wir denken, nur indem er in unsere Gesichter sah.“
Die Sumowelt hatte eine schwierige Zeit in den letzten Monaten mit dem Golf-Zwischenfall, den Marihuana-Usern und natürlich dem Tod von Tokitaizan auf Befehl seines shisho. Dem gegenüber sind viele ausländische rikishi dem Weg, den Takamiyama eröffnet hat, gefolgt, trotz Sprach- und Kulturbarrieren. Die Vielfalt der Nationalitäten, die nun im dohyo antreten, hat die Wichtigkeit von breiteren Interaktionen unterstrichen.
„Es ist unglaublich, dass ein shisho nicht weiß, wo seine Schüler sind,“ sagt Azumazeki-oyakata, seine Stimme heiser bei dem Versuch, seinen Punkt klar zu machen. „Allen jungen oyakata will ich sagen ‚Redet mit euren Schülern!’“.
Nach Azumazekis Rücktritt werden seine Position und sein Name vom ehemaligen makuuchi rikishi Ushiomaru, einem Japaner, übernommen, der im Moment Onogawa-oyakata ist. „15 Jahre lang wurde ich von diesem großartigen Coach (Azumazeki) trainiert und die Traditionen dieses heya sind ein Teil von mir geworden“, sagt der 31jährige Onogawa. „Ich hoffe, dass ich sehr streng in Bezug auf die Begrüßungen und Verabschiedungen sein werde“, schließt er, entschlossen, die Lehren fortzuführen und weiterzugeben, die er von Jesse Kuhaulua erhalten hat. (Ende Teil 3)

Anmerkung der Übersetzerin: Diese Übersetzung ist nicht ganz wörtlich aus den oben verlinkten englischsprachigen Artikeln der Mainichi Shinbun entstanden. Da diese wiederum wohl Übersetzungen der japanischesprachigen Originale sind, kann es zu Abweichungen kommen. Ich hoffe, dass keine groben Schnitzer passiert sind.
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Re: Ex - Azumazeki Oyakata

Beitragvon GebauerA » 20. Jun 2009 15:57

Superherzlichen Dank fuer die Uebersetzung :riesenfreu
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Cu, Alex
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