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Die Geschichte des Sumo

Wissenswertes zum Thema Ozumo

Moderator: tsunamiko

Die Geschichte des Sumo

Beitragvon tsunamiko » 25. Okt 2005 17:43

für die folgenden artikel zum thema sumo habe ich das copyright und das urheberrecht...

die geschichte des sumo ist ja eine lange und da hier immer wild auf traditionen gepocht wird und sitten, und der nsk für alles ausser dem ausbruch des krakatao schuldmässig zuständig ist, habe ich mich mal hingesetzt und die geschichte des sumo aufgeschrieben - immer mit dem vergleich zur damals aktuellen situation...vielleicht interessiert das keinen, dann ist mir das egal...mir hats spass gemacht und weil ich weiss, zahlen sind für die meisten eh kaum zu ertragen nehmen wir die herren ito und sato, rein fiktive gestalten (jede ähnlichkeit mit lebenden, toten oder noch nicht geborenen personen ist zufällig) und machen uns mal mit ihnen auf den weg....

vorweg nur eines...mythen sind nunmal so eine sache wie wir aus der europäischen geschichte wissen (man denke nur an romulus, der irgendwann meinte zwillinge wären überbesetzt und nach der ermordung seines zwillingsbruders den spaten nahm und die stadt rom gründete oder die damen und herren der gesellschaft nibelungen) und eine danksagung an watashi, die mir netterweise trotz reisevorbereitung über die klippen und untiefen der mythologie geholfen hat....

I. von göttern und kaisern

ein kapitel in dem wir schmerzlich das fehlen von sumoregeln erkennen, einen alleinerziehenden vater kennenlernen und den ersten sumokampf erleben

im kojiko, einem der ersten japanischen geschichtsbücher (in diesem fall eher ein buch mit geschichten) wird der erste sumokampf auf ca. 500 vor christus festgelegt, da ich leichte zweifel an diesem termin habe und ein fan von grimms märchen bin fange ich aber so an....

es war einmal, vor langer langer zeit...ein inselreich (das damals natürlich noch nicht japan hiess) und das noch per landbrücke mit dem festland (das natürlich auch noch nicht asien hiess) verbunden war....damals gab es bei götters zoff in der bude...vater war ja alleinerziehend und die tochter zickte und zog sich zurück, der eine sohn war eigentlich nur mit dem nassen lappen zu erschlagen, ach...ein alleinerziehender vater hats schon schwer...da es zudem noch ärger in der provinz izumo gab schickte vater den sohn takemikazuchi no kami los, damit der dem lokalen gott klarmachte wer denn nun der boss war und das sie einen neuen abgesandten einsetzen wollten, dem solle er sich unterwerfen...mit einem kumpel zog er an den strand und setzte sich da hin und wartete auf die lokalgrösse...die kam ja auch, aber ohne rücksprache mit den erbberechtigten söhnen wollte der nun doch nicht entscheiden ob sie sich unterwerfen oder nicht...dummerweise waren seine söhne sich nicht einig...einer meinte: okay, was machts, der andere takeminakata no kami meinte aber er wäre eh stärker als alle andere und unterwerfen...neee ohne ihn...

bis hier stimmen die geschichten überein, danach wirds verworren...ich habe ungefähr 10 verschiedene variationen gefunden, werde hier aber nur zwei vorstellen (die mir persönlich am besten gefallen)

version 1
takeminakata meinte er müsste den breiten machen und balancierte erstmal mit einem felsbrocken auf der fingerspitze, was takemikazuchi nun nicht wirklich imponierte...schliesslich hat so ein gott ja auch seine möglichkeiten...takeminakata packte dann den arm von takemikazuchi und dieser verwandelte daraufhin seinen arm erst in eis und dann in ein schwert...was takeminakata so verstörte, dass er den arm loslies...jetzt packte takemikazuchi den arm von takeminakata und zerdrückte ihn wie einen kleinen zweig...woraufhin der jetzt einarmige takaminakata fersengeld gab...takeminkazuchi mit seinem kumpel hinterher...am strand von suwa stellen sie ihn und tapfer wie er ist unterwirft sich takeminakata und bittet ihn am leben zu lassen...die bitte wird gewährt .... ohne mono-ii erklärte sich takeminakazuchi sich zum sieger

version 2

takemikazuchi und takeminakata diskutierten daraufhin das thema...ein wort gab das andere und schon gab es ein gerangel...nicht ganz streng nach den sumoregeln bog takemikazuchi tameminakatas arm zurück und warf ihn zu dem boden (da takeminakata daraufhin verstarb war es wohl ein brutaler wurf). takemikazuchi erklärte sich mangels gyoji und shimpan zum sieger, vermied es aber irgendwelche regeln aufzuschreiben...vielleicht wäre er dann aufgrund einer verbotenen technik noch der verlierer gewesen...auch einen nationalen sumoverband gründete er nicht, was sich viel später als versäumnis erweisen sollte...aber selbst götter können nicht alles wissen ...
(da er der aber einige jahre nach dem kampf zum stammvater des kaiserhauses wurde, ist er vielleicht auch gerade abgelenkt....*g*)

familie urjapaner war nicht sonderlich interessiert...ausser, dass vielleicht die erde etwas gewackelt hat - was aber sowieso gelegentlich vorkam - fanden sie es viel wichtiger ihrer aufgabe als jäger und sammler nachzukommen (jaja...auch japaner lebten nicht gleich in häusern, sie arbeiteten sich auch aus den höhlen hoch) und für nachschub der kordelmusterkeramik zu sorgen, während der sohn von herrn urjapaner bilder von sumokämpfen an die wände einer höhle malte, schon nett so ein neues design und den göttern wird es sicher auch gefallen. die herren ito und sato waren gerade auf der landbrücke unterwegs....japan sollte ja ein interessantes land für neuankömmlinge sein...mit vielen möglichkeiten...zwar etwas rückständig, aber das konnte man sicher ändern....

gerungen wurde weiter, nicht mehr von göttern sondern von menschen und zu ehren der götter, denn was erfreut götter mehr als wenn mensch versucht sie nachzumachen....sumo war damals noch recht brutal es wurde manchmal bis zum tod gekämpft (da sieht man was ein schlechtes vorbild anrichten kann).

und da es jetzt lange zeit nichts wesentliches zum thema sumo gibt überspringen wir ein paar jahre und kommen dann zum ersten belegten (??) kampf in der sumogeschichte.....
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Beitragvon tsunamiko » 25. Okt 2005 17:44

II. der erste kampf...

in dem wir den lohn der unfairen tat kennenlernen

in ermangelung an schriftlichen zeugnissen aus dieser zeit bleiben wir noch ein wenig im graubereich der mythologie...
jetzt war erstmal nichts mehr los mit sumo...gerungen wurde zwar noch immer, aber keiner machte sich die mühen regeln aufzustellen...gerungen wurde überwiegend aus spass und zum kräftemessen und gelegentlich um die götter zu erfreuen....der erste belegte(?) historische kampf fand dann am hof von kaiser suinin statt. (wir erinnern uns...takemikazuchi hatte sich recht ausgiebig mit den menschen befasst und quasi im vorbeigehen ein kaisergeschlecht gegründet). suinin war der 11. kaiser und lebte ca. 500 jahre nach dem takemikazuchi tameminakata kampf (laut dem buch der geschichten). am siebten tag des siebten monats im jahre 23 v christus (genau festgehalten im kojiki) ist dem nun so langweilig, dass er einen ringkampf anordnet...es treffen aufeinander nomi no sukune und taima no kuyehaya ...ein gigantischer kampf.

über die kämpfer wissen wir wenig...nomi no sukune war töpfer ebenso wie wahrscheinlich taima no kuyehaya, letzterer soll aber eine frühe version von muhammad ali gewesen sein (ich bin der grösste, mich besiegt keiner)...zumindest nomi no sukune war ein importkämpfer aus einer anderen ecke japans...aber kommen wir mal zum kampf....

der hoffentlich noch geneigte leser fragt nun sicher...nach welchen regeln wurde gekämpft und die schreiberin kann nur fragen REGELN??? na sowas gibts noch nicht...und der ehrenkodex ist auch noch recht schwach entwickelt...aber, schauen wir uns den überlieferten kampfverlauf an. ob es ein tachi-ai gab oder ähnliches ist nicht bekannt...auf jeden fall bricht nomi no sukune erstmal seinem gegner die rippen mit einem fusstritt...(sehe ich leichte begeisterung beim kaiser? das ist ja mal was anderes als ikebana und kalligraphie...ach..die gibts ja noch nicht....) ... in der erkenntnis, das der fair-play-pokal jetzt eh verloren ist entscheidet nomi no sukune sich zum vollen einsatz seiner mittel und bricht seinem gegner die hüfte, auch mit einem fusstritt, wahrscheinlich von hinten (laut einer quelle trampelt er taima no kuyehaya jetzt tot)....ach takemikazuchi, da sieht mans...das schlechte vorbild...und immernoch kein sumoverband...

und hier eine authentische darstellung dieses kampfes (aus dem 19. jahrhundert)....der obere ist nomi no sukune (falls das jemand gerade fragen wollte)


weil taimanokehaya an seinen verletzungen stirbt, suinin aber immer noch begeistert ist, verpasst er dem sieger eine anstellung am hof, schenkt ihm land (preisgünstig vom verstorbenen übernommen) und lässt einen schrein bauen...ob er den schrein gleich bauen liess oder nur seinen willen kundtat und nachfahren das machten ist nicht sicher bekannt, aber die asche (oder sterblichen überreste) von nomi no sukune sind in diesem schrein in nara zu besichtigen, genau wie die reste des damals benutzten ringes....(ein schelm wer böses dabei denkt)

und was lernen wir daraus...es ist ein weiter weg bis zur zivilisation und sumoregeln...aber irgendwann kommen wir schon an....

unsere herren ito und sato erfreuen sich inzwischen am reisanbau, den haben sie ja nicht gekannt, aber so eine tolle sache setzte sich durch...endlich was anständiges zu essen, das man nicht in kilometerweiten märschen zusammensammeln musste...die bronzebearbeitung hat auch den weg aus korea nach japan gefunden......vielleicht sollte man da mal wieder hin...aber am schönsten ist es sicher in japan...obwohl...was die sonst wohl noch alles erfunden haben...aber jetzt muss herr ito erstmal los...die ganze alte kordelkeramik ist überholt es gibt was neues und frau ito legt wert darauf auf dem neuesten stand zu sein...

eine landkarte von japan sah zu diesem zeitpunkt etwa aus wie eine karte des heiligen römischen reiches deutscher nation viele hundert jahre später...jedes kaff ein eigenes land...und ob es schon kaiser gab ist nicht sicher, denn die angaben über die kommen alle aus dem im ersten teil erwähnten buch der geschichten...

und gerungen wurde auch ausserhalb des kaiserhofes noch (gesicherte angaben zu sumoschauenden kaisern gibt es erst viel später)...(den kaiserhof stellen wir uns wohl besser ein wenig wie agamemnons hütte und nicht wie die burg in osaka vor) ... immerhin musste ja die ernte gesichert werden...und interessant war das ja auch da kamen ja immer alle zusammen um zuzuschauen und es wurden neuigkeiten ausgetauscht....aber auch noch extrem brutal...die kämpfe endeten oft mit dem tod eines gegners...also noch nichts mit fair-play...

und jetzt machen wir einen sprung in das jahr 642 in dem sumotechnisch was los ist..indem wir zwar immernoch ein wenig im graubereich sind aber langsam verlassen wir die mythologie und kommen zum "gesicherten wissen"...
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Beitragvon tsunamiko » 25. Okt 2005 17:45

III. die tenno schaut sumo

in kapitel 3 werden wir eine riesensatz machen...aus der yayoi zeit (wir erinnern uns...herr ito musste für seine frau neue keramik kaufen) hinweg über den grössten teil der kofun-zeit (so genannt nach der grabbautechnik) in die asuka zeit...japan (d.h. der teil der sich zu einem reich zusammengeschlossen worden hatte) ist buddistisch geworden...ein weniger netter mensch namens soga no umako...einige jahrhunderte später hätte man ihn als renaissancemenschen beschrieben wenn er in europa gelebt hätte...er war brutal, machtgierig und recht kultiviert...und er machte seine nichte zur kaiserin...und wir springen noch ein paar jahre weiter...ans ende der kofun zeit

ins jahr 642 ... in der zwischenzeit- nun gab es schon seit zweihundert jahren ein "reich" - hatte japan nun eine depandance in korea...je nach lesart...die koreaner sagen es wäre ein bündnis gewesen, die japanischen historiker neigen dazu paekche tributpflichtigkeit zu unterstellen... die wahrheit??? wer kennt die schon...auch die experten wohl nicht...geschichtliche wahrheit ist nunmal eine sache mit kurzer halbwertszeit...
zurück zum sumo...an einem tag des jahres 642 sieht man leichte rauchschwaden aus dem palast der kaiserin ziehen...(sie ist noch frisch in dem amt...gerade verwitwet und kaiserin weil sie die hmmm ungefährlichste wahl war)...es kommen besucher aus paekche und die berater grübeln womit man diese unterhalten und beeindrucken könnte...bereits vorgeschlagen wurde ikebana (schied aus, weil noch nicht erfunden), musik (schied aus weil die zur zeit aktuelle musik eine coverversion der koreanischen ist) ... auch die hofhaltung (eine kopie des chinesischen kaiserhofes) die schönschrift (ebenda äää ausgeborgt) und eine führung durch die neugebauten viertel der derzeitigen hauptstadt (baukunst aus korea gekl...liehen) wurden vorgeschlagen und verworfen, völlig indiskutabel wegen des noch nicht vergessenen "religions"krieges ist eine besichtigung der neuen buddistischen tempel ... gibt es denn nichts japanisches?? haben wir den alles irgendwo abgekupfert??? weiteres rauchen der köpfe...schliesslich haucht ein unbedeutender dritter berater eines beraters..."sumo" und so findet ein sumokampf für die diplomaten statt...die regeln sind immernoch recht liberal...
aber sumo etabliert sich langsam...es gibt auch einige literarische verweise, dass sumo u.a. bei der intronisierung des/der tenno stattfand und bei beerdigungen, gut unterhaltene tote sind friedlicher. zu dieser zeit fand (vermutlich) auch die spaltung des sumo in das r(eligiöse)-sumo (wir erinnern uns...tempel, ernte, etc) und einen unterhaltungsteil statt. für das u(nterhaltungs)-sumo kamen ringer aus allen ecken das reiches zur jeweiligen hauptstadt (da die immer nach dem tod des kaisers (kaiserin) umzog...wie haben die die hauptstadt immer gefunden *grübel*)... das rikishi aus allen ecken zu den tempeln strömten um für das r-sumo zu kämpfen ist nicht übermittelt worden....aber da gabs wohl auch wenig zu gewinnen
...immernoch wird nicht nach den uns bekannten regeln gekämpft...sumo war auch jetzt noch eine brutale sportart die oft mit dem tod oder der verstümmelung des gegners endete...also wurde wohl eher im k o verfahren gekämpft..wobei k o durchaus auch tod des gegners heissen konnte...fairness...samuraiehre...in weiter ferne..überleben heisst die devise...überhaupt..japan hat noch wenig mit dem japan unserer zeit zu tun...

unsere herren ito und sato schütteln nur den kopf...o tempora o mores sagten sie (des latein natürlich mächtig *g*) des öfteren...erst hat sich eine frau...man stelle sich das mal vor an die spitze eines "reiches" gestellt und einige nachbarreiche waren dann beigetreten worden...nicht genug, dass man sich wegen des nötigen zusammenarbeitens beim reisanbau immer auf der pelle hockte...jetzt musste man auch noch vor einem obersten herrn buckeln...vielleicht war der reis doch ein fehler gewesen...aber jetzt gabs wenigstens seltener hunger zu leiden...dann hatten herrschers noch eine schrift eingeführt...man stelle sich das vor...zeichen die in vielen jahren noch erzählen was jetzt passiert...und dann...die neue religion...die hatten die koreaner ja mitgebracht und der chef hat die soga beauftragt buddhisten zu werden...die soga, die sowieso schon soviel macht hatten...naja...die anderen familien hatten ja noch versucht die soga zu vernichten, aber die soga hatten gewonnen...sowas aber auch...also sind jetzt alle buddhisten und die soga haben das sagen...ob der tenno wohl wusste wie es im land aussah?..vielleicht...immerhin hat er die 17 artikel geschrieben, gesellschaftsregeln eingeführt..aber viel zu sagen hatte er als prinzregent nicht...kaiserin war ja die nichte vom soga no umako, dem fiel man besser nicht auf...und jetzt..wieder eine kaiserin...wohin das wohl noch führen wird...

wohin das führt.... in die nara zeit und danach in die heian zeit (aus der uns eine erste beschreibung der sumotori-kleidung vorliegt)
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Beitragvon tsunamiko » 25. Okt 2005 17:46

IV. nara, heian und der tenno schaut sumo....

ein kapitel in dem wir der japanischen klassik begegnen...es werden bücher geschrieben...das hofleben ist kulturell auf einem höhepunkt...und die ersten fehler die beim kopieren der chinesischen verwaltungsmethode entstanden sind tauchen auf....
und weil es so schön ist im kaiserhof schaut keiner wie es draussen aussieht....und wir treffen den tenno beim sumoschauen...den tenno beim sumoschauen....den tenno (nein, das ist keine schallplatte mit einem sprung sondern alles was sich sumomässig tut für viele jahre...)

nachdem das letzte sumoereignis ja im jahre 642 war sind wir losgesprungen und mitten hinein - nein, nicht ins leben - in die nara zeit...nicht, dass da nichts los war im leben...da brummte es in der bude, aber sumo war nicht erwähnenswert, weshalb wir auch kaum aufzeichnungen haben...
719 gab es aber einen kaiserlichen erlass nachdem eine rekrutierungsstelle für sportler zu gründen sei (reiter, bogenschützen und sumotori)damit sie bei den zeremonien am hofe erscheinen (wir erinnern uns...beerdigungen, Krönungen etc)...
726 findet dann aber doch ein sumoereignis niederschlag in den schriften...sumoturniere werden an schreinen, die kaisers shomu gestiftet hat, abgehalten...(die erste sichere datierung von sumo für religiöse zwecke)
734 schaut der shomu dann selbst sumo und stellt fest (wie ein gewisser vorgänger) wow, super, das mag ich...mal was anderes als das triste leben bei hofe...(und das ist das erste mal, das gesichert feststeht - der tenno schaut sumo)..dann ist sumomässig wieder ruhe...shomu stirbt und seine nachfolger (koken, junnin, shotoku und konin) scheinen für sumo nichts übrig gehabt zu haben....dafür kommt mit dem beginn der heian zeit ein echter Fan auf den Thron...Kanmu...(oder Kammu) auf jeden Fall gibt es 793 wieder mal tenran-sumo (sumo in der gegenwart des kaisers) und dem gefällt es so gut, dass es einmal im jahr ein fest mit sumo gibt...
810 schaut kaiser saga sumo
und 821 erscheint ein buch "dairishiki" ...ein früher knigge, in diesem buch werden die einzuhaltenden zeremonien bei hof und in ihn werden die einzuhaltenden rituale und regeln beim sumo no sechi-e beschrieben...und
869 erscheint eine neufassung und weil es ja früher schonmal einen sumokampf gab - ganz historisch - finden diese feiern immer am 7. tag des 7. monats statt....(wir erinnern uns??? die töpfer) aber wir sehen etwas...es gibt die ersten regeln...nach vielen hundert jahren gibt es endlich regeln, gut, nur weil das zeremoniell es so will...aber immerhin regeln...
es wurde in manschaften gekämpft, jede manschaft hatte einen anführer zu wählen. wenn ein ringer der gruppe a siegte gab es einen pfeil, der in den boden gesteckt wurde auf der seite von a. gewonnen hat die mannschaft mit den meisten pfeilen...soweit so gut...da allerdings die leute am hof hochästhetisch waren...(heute würde man das zimperlich nennen) wurde ein kampf unterbrochen wenn die frisur in unordnung kam oder einer der ringer sich verletzte (DAS ist fortschritt)...und wenn es nicht klar war, wer gewonnen hat, entschied der kaiser...(der hatte also eine nebenanstellung als gyoji und shimpan). ansonsten gab es noch keine gyoji...auf keinem alten bild sind gyoji abgebildet...nur sumotori...

sumo ist also inzwischen salonfähig...die ringer (sumai-bito) tragen ein langes tuch (tosagi) das an der vorderseite lose ist und auf dem rücken mit einer komplizierten reihe von knoten geschlossen wird.

Bild

das bild ist zwar aus dem jahr 1789 aber wir müssen uns die ringer ungefähr in dieser kleidung vorstellen. nur bitte ohne begrenzung der kampffläche...die kommt später. da durch das tuch keine griffe wie heute möglich waren gab es überwiegend tritt-, drück- und stosstechniken. ob die frisur stimmt weiss ich nicht ... leider gibt es aus der frühzeit fast keine bilder, alle bilder sind aus späteren jahrhunderten und zeigen auch die historischen rikishi in "moderner" bekleidung.

unsere herren ito und sato sind sauer...nicht genug damit, dass alle männer des dorfes im letzten jahr bei der reisernte zum frondienst herangezogen wurden, nein...jetzt wurde der stärkste mann an den hof gerufen...mitten in der erntezeit...und die abgaben werden natürlich nicht weniger...nein...aber das nachbardorf hat es noch schlimmer getroffen...dort wurden gleich drei geholt ...wie hatte der prinzregent shotoku noch geschrieben...es solle keine frondienste zur unrechten zeit geben, aber das interessiert ja keinen mehr...am schlimmsten ist die angst, der eingezogene kollege könnte ja gut sein, dann würde er vielleicht in die palastwache aufgenommen werden und nicht ins dorf zurückkehren...
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Beitragvon tsunamiko » 25. Okt 2005 17:50

V. kultur ist alles am kaiserhof


in diesem und dem folgenden kapitel werden wir 750 jahre sumogeschichte erledigen...weil einfach fast nichts los war im sumo...sonst war wie immer genug los
und am ende treffen wir den shogun



am ende des letzten teils waren wir ja im jahr 869 angekommen...also ziemlich in der mitte von ruhe und frieden, auch bekannt als heian zeit...sumomässig tut sich wenig ausser ... *g* der tenno schaut sumo
aber das macht jeder tenno, ungefähr einmal im jahr. sumo sechie heisst das ereignis und ist eine riesenfete bei tennos und das für runde 400 jahre bis 1159. (wobei es mit dem niedergang der macht und des reichtums des tennos auch nicht mehr so regelmässig stattfand)...dieses eine fest im jahr ist ein wirkliches ereignis mit bogenschützen, sumo, reitern, musik und tänzern (rinnen???) ... egal... auf jeden fall zog tenno sich immer mehr aus der arbeitswelt zurück, schwelgte in den schönen künsten (und hofdamen)und seinen rituellen pflichten und landete im politischen aus. am anfang der heian zeit war der tenno wirklich der regent. jetzt greifen die fujiwara nach der macht und der tenno gibt mehr und mehr macht aus seinen händen in die seiner berater. bald sind die anstelle von blossen ratgebern die mächtigen, kontrollieren eine ganze reihe aufeinanderfolgender schwacher kaiser und sind der meinung...was uns nützt kann dem staat nicht schaden...(später hat ein französischer könig den spruch angeblich übersetzt mit "l'etat c'est moi")...die anderen adelsfamilien wurden aus den machtpositionen verdrängt und damit tennos auch ja brav blieben und familie fujiwara wusste was da bei hof so lief, verheiratete man kurzerhand generation auf generation von töchtern mit den tennos. vorzugsweise lies sich der tenno nach der geburt eines erben zum rückzug aus den sooo anstrengenden geschäften überreden und ein kindkaiser kam an die macht mit einem vormund der ... ja ... kann es jemand raten... genau... ein fujiwara war...
der mächtigste fujiwara war fujiwara no michinaga, der es fertigbrachte fünf töchter mit jeweils aufeinanderfolgenden tennos zu verheiraten (schon praktisch, er brauchte sich keine namen merken, schwiegersohn reichte) und japan bis zu seinem tod (1028) von seinem "büro" aus regierte. kulturell war diese zeit eine der besten... um das jahr 1010 herum wurde der erste roman der weltgeschichte geschrieben. "die geschichte des prinzen genji" ist ein höhepunkt japanischer kultur (und original japanisch) genau wie das "kopfkissenbuch" (Makura-no-soshi). die hofdamenliteratur (denn das war der beruf der autorinnen)


wurde nicht in kanji geschrieben, die chinesische schrift war den männern vorbehalten sondern in onna-de (frauenhand). später wurde diese schrift als hiragana bekannt.
im jahr 1174 gab es nach 15 jahren pause dann wieder ein sumo sechie. takakura schaut es sich im reifen alter von 13 jahren an, im 6. jahr seiner regentschaft. jaja die tennos wurden immer noch im kindergarten rekrutiert auch wenn inzwischen die fujiwara die macht eingebüsst hatten. zum glück war schon vor etlichen jahren ein herr aus dem bad gestiegen und hatte "heureka" gerufen und seinen samurai erklärt sie sollten doch sumo betreiben. immerhin wäre das was für toughe männer und der kampfstil der samurai war doch was mann gegen mann, da könnte das nützlich sein, denn wer stehenblieb hatte gute chanchen, wer fiel ja ja praktisch tot... vielleicht war das ein glück, denn das interesse am sumo lies nach auch bei kaisers. bald wurde sumo fast ausschliesslich als training für die samurai betrieben. da schubsen und schieben ja nichts für so einen echten mann mit schwert war hat man dem sumo noch einige "techniken" dazugegeben... tritte, schläge, fingerstiche in die (auf die) augen und andere nettigkeiten. zu dieser zeit gab es zwei bekannte kämpfer matano goro und kawazu saburo. die beiden herren namen an einer wohl recht feuchtfröhlichen feier teil und man beschloss ein sumoturnier zu veranstalten. (männer..................zum glück kommen sie heute nur auf die idee armdrücken zu veranstalten) auf jeden fall besiegte matano goro 21 gegner und alle anderen teilnehmer waren nicht betrunken genug sich als nr 22 zu melden. nur kawazu saburo meldete sich obwohl er viel kleiner und leichter war. es kam wie es kommen muss in schönen geschichten. david besiegte goliath.


leider hatte er nichts davon, denn die bediensteten des matano goro murksten ihn hinterrücks ab. nicht ganz echte samuraiart, aber das ergebnis war erreicht. der mann der ihrem herrn die niederlage zugefügt hatte war tot. allerdings wurde diese meucheltat 18 jahre später von den beiden söhnen des kawazu saburo gerächt. kawazu saburo wurde dann posthum noch eine besondere ehre zu teil. eine der klassischen 48 techniken ist nach ihm benannt. angeblich war das seine siegtechnik.
in dieser form ist sumo auch für den shogun interessant (inzwischen regieren sie ganz offen in eigenem namen) und im jahre 1189 schaut der herr shogun minamoto no yoritomo sumo in kamakura und bringt uns zu teil VI - kamakura, die zeit des bürgerkrieges und der samurai

die herren ito und sato...tja, die wurschteln sich so durch...herr ito war in heiankyo gewesen...einer seiner urururenkel aus irgendeiner seiner vielen ehen lebte dort...schon eine tolle stadt. angeblich lebten dort 450.000 menschen und - herr sato wollte es fast nicht glauben - die hauptstrasse war 85 m breit...ansonsten lebte es sich recht ruhig...nur die last der steuern war erdrückend, vielleicht sollte man es doch machen wie das nachbardorf, die hatten ihre freiheit aufgegeben und waren jetzt "eigentum" eines lokalen fürsten.
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Beitragvon tsunamiko » 25. Okt 2005 17:53

VI. kamakura und sengoku - shogune, mongolen, stürme und sumo

in diesem kapitel benannt nach der damaligen hauptstadt (der shogun wohnt in kamakura, tennos wohnen weiter in heiankyo) werden wir shogune beim sumo treffen, kaisers schaun sowas nicht mehr, die mongolen wollen japan überfallen...es gibt leichte meinungsverschiedenheiten wer nun der boss im lande japan ist...und wenig sumo

erstmal vorweg ... japan ist jetzt gesellschaftlich dreigeteilt ... da gibt es erstmal den kaiserhof in heiankyo ... der ist so überzivilisiert, da interessiert die reale welt ausserhalb des hofes nicht mehr ... aufstieg innerhalb der hofhierarchie ist nur durch die stellung möglich, die fähigkeiten sind völlig nebensächlich ... da die auch ständig aufeinanderhocken ist eine inzucht nicht ganz von der hand zu weisen ... (wir denken nur an den netten herrn im vorigen kapitel, der seine töchter immer mit dem nächsten tenno verheiratete)... dann gibt es die aufstrebenden fürsten, die das land besitzen und verteidigen, für die ist der hof eine nette sache, solange der ihnen nicht reinpfuscht und dann die kleinen leute ... die in der geschichte des sumo auch wieder zu kurz kommen, ausser als ito und sato....



war ein sumofan, allerdings wohl eher was das training seiner soldaten betraf. die 'durften' aber in seinem beisein wettkämpfe abhalten. ich vermute der verlierer durfte am leben bleiben, denn ansonsten hätte sich die zahl seiner soldaten ja beachtlich reduziert....
um diese zeit entwickelte sich auch jujitsu aus dem sumo...die kamakura zeit wird auch als die geburtsstunde der verschiedenen japanischen kampfsportarten angesehen...eine schöne zeit, eine ruhige zeit...uuppss entschuldigung, das war das königlich bayrische amtsgericht...aber für recht und ordnung in der hauptstadt sorgten zu diesem zeitpunkt die - nach meinung der ästhetisch überverfeinerten hofaristokratie - wilden, unzivilisierten barbaren, auch bekannt als samurai aus den grenzgebieten. sowohl als palastwache als auch als 'polizei'. vor allem die mönche (die vorstellung vom friedlichen, über allem irdischen stehenden hatte sich entweder noch nicht rumgesprochen oder einfach weil nicht angenehm nicht durchgesetzt) kamen gelegentlich schwerbewaffnet zu einem 'höflichkeitsbesuch' in die hauptstadt um forderungen nach weiteren ländereine für ihre klöster nachdruck zu verschaffen.
sumo ist also beliebt beim shogun und auch bei der ländlichen bevölkerung, die es bei tempelfesten sehen kann...ansonsten fast ausschliesslich eine form des trainings für das militär, aber es werden wettkämpfe abgehalten. der ort, tsurugaoka hachimangu in kamakura.


und es tauchen um 1192 die ersten banzuken auf...nicht im sumo, sondern im hundekampf. tosahunde werden mit kesho mawashis bekleidet aufeinandergehetzt und ihre ränge in einer banzuke festgehalten.

angeblich stammt auch aus dieser zeit die tradition des butsukari geiko, einer trainingsform beim sumo. auch das wiederaufstehen wenn man fällt, egal wiesehr man verletzt ist, dürfte aus dieser zeit stammen.
aber auch der shogun hojo tokiyori schaut sumo im jahr 1257... das ist das letzte mal, dass ein derartiges ereignis niedergeschrieben wird, für die nächsten dreihundert jahre sinkt die popularität des sumo soweit, dass es am ende nur noch als militärtraining oder provinziell betrieben wird...
ausserdem haben die leute ein anderes problem...es gibt krieg, erst rücken im jahr 1281 die mongolen auf schiffen an und dann stürzt ein kaiser den shogun, der tenno, der meinte nur kalligraphie und ikebana reicht mir nicht hiess go-daigo und hatte nebenbei noch das hobby hofdamen...(und viiiieeelllle kinder) auf jeden fall stand er eines schönen tages auf und meinte er ist doch der boss...der damalige shogun meinte nach einem blick gen himmel...'der spinnt der typ, ein ruhiges leben in luxus, von nichts ne ahnung aber mitmischen wollen' und verbannte den guten auf die schöne insel oki...okay...so schön war die vielleicht nicht, aber das focht den shogun nicht an...später hat man ja auch in europa versucht einen kaiser auf eine insel abzuschieben, wenig erfolgreich im ersten versuch....also...go-daigo sitzt also auf seiner insel und langweilt sich und was macht man wenn man sich langweilt, man kommt auf dumme ideen...er verbündet sich also ganz geheim mit den familien nitta und ashikaga, die sich mit der gerade mächtigsten familie nicht so grün waren ... die fanden die idee vom aufstand gegen die hojo auch gut und so kam es dann zu einer schlacht (1333) und die hojo wurden vernichtend geschlagen...go-daigo dankt kurz den göttern und freut sich, dass er schon vor der schlacht aufs festland umgezogen war um wieder als tenno reale macht auszuüben.

da er jetzt ja wieder der mächtige war gab er dem hofadel wieder mehr ländereien und rechte (kohle, kohle, kohle) und vergisst die familien nitta und ashikaga und die ganzen bisher für das land kämpfende samurai...weiber werden zu hyänen sagt man...der gemeine japanische adlige, so er nicht hofadel war sondern einfacher samurai, stand den weibern nicht nach, der neue shogun von eigenen gnaden ernennt im jahr 1336 komyo zum gegenkaiser, go-daigo zieht...nicht auf die insel...diesmal in die berge wo er sich eine neue residenz bauen lässt und 1339 verstirbt...

und unsere herren ito und sato...herr satos sohn ist bei einem kapitän untergekommen und fährt auf einem schiff, das 'handel' mit china treibt...seide holen sie...und jetzt ist der shogun da... dann keiner, dann hat der kaiser das sagen, dann nicht...dann gibt es zwei kaiser, da kenne sich noch einer aus....ruhe gab es nur als die hojo an die macht kamen...naja...eine frau hatte auch bei denen eine zeit das sagen...aber was für eine...einen minamoto hat sie geheiratet...und dann der frohndienst an den wehranlagen in kyushu gegen die mongolen...zum glück kam zweimal ein 'göttlicher wind' zu hilfe...sonst wäre es wohl schlecht ausgegangen....aber was das für ein blutbad war...alles voller leichen nach dem sturm...und vorher von den kämpfen...aber was wollte der man in china...erst schreibt er beleidigende briefe dieser kublai khan und dann schickt er seine reiter auf schiffen...und gerüchte gibt es über einen fremden am hof in china...merkwürdig soll er aussehen, mit runden augen....aber wen interessiert das ...essen muss her...der krieg tenno vs. shogun hat viel gekostet...nicht nur materiell...viele sind gestorben...aber herr ito und herr sato danken den göttern, es geht ihnen und ihren recht grossen familien gut...und man wird ja sehen was da kommt...

das 'sengoku jidai' (zeitalter der bürgerkriege) nähert sich, die europäer erreichten japan und schliesslich...schliesslich, als wir schon nichtmehr daran glaubten, kommt sumo wieder ins spiel.. im nächsten kapitel
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Beitragvon tsunamiko » 19. Nov 2005 17:06

Teil VII am vorabend grosse dinge...oder nicht immer ist ruhe vor dem sturm




im letzten teil waren wir ja mit zwei kaisern in die pause gegangen....die gibts immer noch...einen kaiser von gottes äähhh eigenen gnaden und einen von gottes ähhh shoguns gnaden....
der erste lebt in der pampa (genauer in der provinz yoshino), der zweite in saus und braus in heianko, na gut...saus und braus ist übertrieben, tennos müssen den gürtel etwas enger schnallen,
aber immerhin im familienstammsitz und so bleibt es bis go-daigos nachfolger im jahre 1392 aufgibt...

zu diesem zeitpunkt herrscht schon das ashikaga shogunat und hat die hauptstadt nach kyoto verlegt. was natürlich nicht heisst, dass der hof wieder macht bekam...die reste der kaiserlichen verwaltung, so sie noch zu finden waren wurden jetzt vom verwaltungssystem des bakufu genutzt. der neue starke mann - ashikagu yoshimitsu - schaffte es sogar vom chinesischen kaiser anerkannt zu werden (als "könig von japan"). aus freude darüber und weil es ja nichts umsonst gibt, schaffte ashikagu yoshimitsu die piraterei ab...und lies wieder normale handelsbeziehungen mit china zu...(das das haus ashikaga ausserordentlich von diesen neuen handelsbeziehungen profitierte...wundert das jemanden????) nach seinem tod kamen nur noch schwache shogune aus seiner familie nach...die macht bröckelte und die geier begannen zu kreisen. jeder wollte den grössten brocken und dann war er da...der onin krieg...an dessen ende es keine sieger gab, aber die samurai wussten wofür sie sumo betrieben hatten...kyoto lag in trümmern, die ordnung des zentralstaates gab es nicht mehr...es begann das zeitalter der bürgerkriege.. das sengoku jidai (zeit der kämpfenden lande).

japan zerfiel...gab es früher viele lokalfürsten, die alle nach der pfeife eines shoguns tanzten so tanzten sie jetzt nach ihrer eigenen musik und wollten die nachbarn auch nach dieser tanzen lassen...dumm nur wenn der nachbar genau die gleiche idee hatte....

es gab jetzt also ca 200 unabhängige länder...davon etwa 30 mit mächtigen daimyo...nach ca 100 jahren (mitte des 15 jahrhundets) war klar, einer von 6 würde der neue starke mann werden...nur wer? machen wir es kurz...1575 schlacht von nagashino...zum ersten mal werden feuerwaffen in grosser anzahl eingesetzt, wie das zum bushido passte und ob sumotraining dagegen wirksam war - - - ... der inovative feldherr war oda nobunaga...der dann gleich eine festung baute, aber im jahr 1582 ermordet wurde...samt sohn...bevor jetzt wieder langwierige diskussionen um die macht begannen maschierte toyotomi hideyoshi aus dem westen an...tötete den verräter und meinte..."i am the big boss" ....er, der einfache bauernsohn, nix mit adel oder ähnlichem, war nun der erste mann im staat...und das wollte er bleiben...er war gründlich...mit seinen verbündeten stellte er die restlichen daimyo zum kampf und besiegte alle...1590 war japan wieder geeint...und der bürgerliche wurde vom tenno als shogun bestätigt...nur ein kleines problem blieb...was tun mit den soldaten...bis zu dem onin-krieg hatten nur die samurai krieg gespielt...aber mit diesem krieg reichte die zahl der samurai nicht mehr aus und die bauern wurden ins soldatenleben gepresst...naja...ihm fiel was ein und im jahr 1591 versuchte japan sich mal wieder mit der invasion koreas, immerhin mit 200.000 soldaten....ein nicht besonders erfolgreiches unterfangen und als hideyoshi 1598 starb wurde es auch ganz schnell aufgegeben...er hatte noch kurz vor seinem tod die gute idee seinem sohn durch einen rat aus 5 daimyo die regentschaft zu sichern (einem hatte er nach dem angeordneten selbstmord der hojo - familienoberhäupter deren ländereien gegeben)...aber...solche ideen gehen doch immer schief...und statt den sohn zu unterstützen besorgte sich tokugawa ieyasu nach der schlacht von sekigahara im 1600 die macht...und seine familie behielt sie für 200 jahre...

aber das beginnt im nächsten kapitel...

höre ich da ein "und wie ist das mit sumo??? " .... das gab es natürlich auch...ganz am rande...gesichert ist...im jahr 1570 lies oda nobunaga neuer shogun von eigenen gnaden (und laut mancher quellen schlimmer als jeder borgia - angeblich hat er 1000 leute in einem tempel verbrennen lassen, von anderen nettigkeiten abgesehen) am jorakuji tempel ein sumoturnier abhalten...und im jahr 1578 versammelt er 1500 sumotori aus ganz japan in seinem schloss für ein sumoturnier und erfindet etwas neues...eine begrenzung...früher standen die leute einfach um den ring herum und das war die begrenzung oda nobunaga aber lies einen kreis ziehen und sagte...dadrin wird gekämpft...auch wenn es wohl eher einer erfindung war um mehrere kämpfe gleichzeitig in begrenzungen stattfinden zu lassen...es ist schön zu sehen wie sumo sich langsam an das für uns gewohnte bild rantastet.

im jahr 1596 gab es wanderrikishi, die aus der kansai region nach kyushu reisen um dort zu kämpfen und die ersten "profi" ringer dürften um diese zeit durch das land gezogen sein.

und unsere herren ito und sato??? es war eine schwere zeit. wie alle männer waren auch sie zu den schwertern gezwungen worden und wie viele hatten sie sich an die idee eine waffe zu tragen gewöhnt...ein enkel von herrn ito war reishändler geworden und recht erfolgreich...vor allem nach dem ashikaga bakufu waren die reishändler ja eine macht geworden..., er trug zwar nicht den titel "kaiserlicher sänftenträger" wie viele der reishändler in kyoto, aber er war doch recht wohlhabend...ach...schon schön wenn die kinder es zu etwas bringen...eine ur-ur-enkelin von herrn sato hat in die mitsui familie eingeheiratet, auch nicht schlecht ....aber es gibt auch traurige nachrichten...bei der verteidigung des dorfes gegen plündernde soldaten des eigenen daimyo war der jünste sohn von herrn sato erschlagen worden...und viele der nachbarn hatten söhne verloren, die ins soldatendasein gepresst wurden...bei den schwertjagden des oda nobunaga waren einige verwandte gestorben bei den späteren schwertjagden des hideyoshi noch mehr...sie mussten sich entscheiden...und blieben bauern...aber ihre kinder waren inzwischen in vielen schichten und berufen zu finden.
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Quellen und Danke

Beitragvon tsunamiko » 19. Nov 2005 17:07

zwischendurch will ich mich auch mal bedanken...bei watashi, die mir immer wieder mit geduld durch
die untiefen hilft oder mir nette anekdoten aus der japanischen geschichte erzählt, bei gabimisakari,
die sich opfert die namen zu kontrollieren, damit ich dabei nicht ins schleudern komme und vor allem
bei gernobono, für die geduld mit der er den belegten pc erträgt und die vielen herumliegenden bücher und
fresszettel und der mein strengster leser ist.

abgesehen von massenhaft internetinformationen, bei denen ich zum grössten teil nicht mehr weiss auf
welcher seite ich das aufgetrieben habe sind meine quellen unter anderem

Geschichte Japans (Pohl)
Everyday Life in Traditional Japan (Dunn)
Japan (Eliseit)
The Book of Kimono (Yamanaka)
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Teil VIII

Beitragvon tsunamiko » 9. Dez 2005 16:16

Teil VIII - Die Tokugawa kommen oder „Wir nehmen uns die Macht und behalten sie“

Im letzten Kapitel haben wir ja oda nobunaga begegnet, der damit begann Japan wieder zu einen und sich wohl etwas zu sehr darauf verließ, das seine Verbündeten sich an den bushido halten würden...er wurde ermordet (von seinen eigenen Generälen angegriffen und beging seppuko, was die alternative zum erschlagen werden war)
und sein Nachfolger Hideyoshi, der dann weiter mit der Einigung beschäftigt war und auch an daran glaubte die netten Herren die er als Regenten für seinen Sohn eingesetzt hatte würden sich samuraimässig an ihr Wort halten und starb und somit den weg ähh den Shoguntitel für Tokugawa Ieyasu freimachte (wobei Hideyoshi nie Shogun war sondern nur Taiko und auch das nur weil die Fujiwara ihn adoptierten)...der holte sich den dann auch nach einer Schlacht und war jetzt Shogun...aus den Erfahrungen seiner Vorgänger hatte dieser Mann gelernt...vor allem eins...sich nicht auf ein Versprechen oder Ehrenwort zu ver- und den bushido eine nette Sache sein zu lassen ... einfach gesagt war er ein Vordenker des Herrn Lenin und meinte in Abwandlung eines Lenin-Zitats "Nicht aufs Wort glauben, aufs strengste prüfen - das ist die Losung des erfolgreich überlebenden Shoguns" und er überlebte...

einige der Ideen seiner Vorgänger fand er so gut, dass er sie ausbaute ... so die strickte Unterteilung in Stände....da gab es die Samurai, die Bauern, die Handwerker, die Kaufleute und ausserhalb der Stände eine Gruppe die Priester und Ärzte umfasste und dann eine die aus schauspielern und ausgestoßenen bestand...ach ja und der Tenno nebst angeheireteter und sonstiger Familie gehörte natürlich auch keinem Stand an.......nach seiner Vorstellung sollte es keine soziale Interaktion zwischen den Gruppen geben und im Großen und Ganzen hat das wohl auch funktioniert...obwohl jederzeit jemand aus einer der Gruppen zu
einem ausgestoßenen werden konnte...(gerüchteweise konnte man auch wieder aus der Gruppe rauskommen wenn man durch vergehen reingekommen war)
den Samurai war es verboten in die Städte zu ziehen und den Bauern ihr land zu verlassen...

1603 wurde er vom Tenno zum Shogun ernannt und bis 1605 blieb er das auch...dann trat er den Titel shogun an seinen Sohn ab (Tokugawa Hidetada), der immerhin schon 26 Jahre alt war und sagte hidetada bis 1616 was er zu tun und zu lassen hatte...sein ziel war die Festigung der macht für den Tokugawa-Clan und da kannte er keine Rücksicht...er kümmerte sich um die christliche Mission (mässig gründlich) und um seinen grössten Konkurrenten (sehr gründlich)...Hideyoshis Erben Toyotomi Hideyori. 1613 im jugendlichen Alter von 70 Jahren gedachte er seinem Sohn dieses Problem als gelöst zu hinterlassen und suchte intensiv nach einem Vorwand um das Thema endgültig zu erledigen...er fand ihn und griff mit seinem Sohn zusammen (okay...es waren gerüchteweise auch noch über 150.000 Krieger dabei) die Burg von Osaka an...die Burg fiel. Hideyori und seine Mutter begingen Selbstmord, Hideyoris Sohn Kunimatsu, der sich wohl auf seine Verwandtschaft mit Ieyasu verlassen hatte (immerhin war seine Mutter eine Enkelin Ieyasu und somit blutsverwandt) wurde hingerichtet...zufrieden mit sich und der Welt und fast alle aufgaben auf der to-do liste abgehakt (Umzug nach Edo, Einführung eines Spitzelsystems das mit modernen Spitzelsysteme in totalitären Staaten durchaus mithalten kann und einer kleinen aber feinen Regelung bezüglich der daimyo) starb ieyasu 1616 eines natürlichen Todes...(kleine Anmerkung am Rande...obwohl er die Ausländer mit äußerstem misstrauen betrachtete hatte er doch einen ausländischen Berater...William Adams später Miura Anjin auch bekannt als John Blackthorne im Roman "Shogun")

sumo wurde unter Ieyasu wieder populär beim Volk, allerdings als Trainingsmassnahme für Samurai fast vollständig abgeschafft. im Zeitalter von Musketen war ringen einfach nicht mehr überlebensnotwendig. aber das Volk musste unterhalten werden und es gab 1605 Turniere am yamasiro daigo in Kyoto mit denen Geld für den unterhalt von Tempeln und Schreinen aufgebracht wurde. ob die Ringer auch was bekamen??? oder kämpften sie nur zur ehre der Götter?? wer weiss....was wir wissen ist das Tokugawa ieyasu kein Sumofan war, sein Sohn hidetada zeichnete sich auch nicht gerade durch Sumobegeisterung aus. er regierte bis 1623 und aus seiner Feder stammen die buke shohatto-gesetze, die das leben der Samurai regeln (1615, vielleicht hat Papa ja mitgeschrieben). wie der Vater gab auch er die macht noch lebend im Jahr 1623 ab an seinen Sohn Iemitsu zum Shogun (man beachte...er gibt die macht an ihn weiter...Tenno wird nicht mehr gefragt) und führt als ogosho die Fäden bis zu seinem Tod 1632.

Herr Ito ist entsetzt...die letzten ernten waren so schlecht, dass sie die geforderte menge reis nur noch mit mühe aufbringen konnten. zurückbehalten kann man ja wegen der Kontrollen nichts, aber zum glück hatten sie es noch geschafft dem staatlichen Kontrolleur ein Stückchen land zu unterschlagen und so werden wohl die starken überleben...ansonsten muss halt eine Tochter in die Prostitution verkauft werden...für 5 Jahre oder so...aber die Samurai müssen ja ihre koku kriegen, die ihnen zustehen...ein 3 koku Samurai wird sich nicht mit 2 koku zufrieden geben und ob die Bauern leben oder sterben, wen interessiert das schon...angeblich tranken die Leute in der Stadt ja Tee und Sake, aber für Bauern war das unerschwinglich und da sie den reis abgeben mussten, lebten sie halt von den Gemüsen, blättern der bäume, Hirse und Buchweizen...und die Samurai taten nichts und bekamen ihre koku reis so nur weil sie Samurai waren...es war ungerecht...aber was tun dagegen...die Welt war so eingeteilt...

mit dem dritten Tokugawa-Shogun Iemitsu kommen wir dann auch endlich wieder beim Sumo an...wenn auch am Anfang nicht ganz Positiv
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Beitragvon tsunamiko » 15. Apr 2006 08:09

Teil IX - noch mehr Tokugawa die bleiben ja noch ein wenig an der macht
wir glauben es kaum....es gibt...na...na...weiss es einer....jaaaaaaaaaa...SUMO


in diesem Kapitel kommt Sumo wieder aus der Versenkung und es gibt ab diesem Zeitpunkt
schriftliche Zeugnisse zum Thema Sumo -nix mehr mit Mythen, Sagen und Marotten...okay...die Marotten bleiben und einiges ist auch eher my(s)thisch und märchenhaft....aber was soll’s, wer wird schon so kleinlich sein....Sumo ist wieder da....und verschwindet auch gleich wieder...um in Kapitel 10 wieder aufzutauchen


aber kommen wir zu den Details….der neue Shogun heisst Tokugawa Iemitsu…1623 bekam er die Regierungsgewalt von seinem Vater, aber regiert hat erstmal der Papa aus dem Hintergrund…so konnte Junior das noch lernen und war – sollte was schief laufen – auch schuld an der Miesere. Schief lief erstmal nichts. Sogar Sumo tauchte aus der Versenkung auf. Allerdings erst später. Erstmal machen sein Vater (der ja im Hintergrund die Fäden zieht) und er sich an die Lösung einiger Problemchen…eines davon sind die Daimyos, die an ihrer altgewohnten Macht festhalten wollen und das andere die Christen (wir erinnern uns..das Problem war von Tokugawa Ieyasu nur mäßig gründlich behandelt worden)…aber erstmal die Daimyo…sie waren immer noch eine latente Gefahr für die Macht der Tokugawa und so was konnte nicht geduldet werden. Die Jungs waren ja nun schon seit Jahren ohne Beschäftigung (Blumenstecken etc zählte nicht) und könnten mangels eines handfesten Nachbarschaftsstreites durchaus auf dumme Ideen kommen. Dem musste man vorbeugen. Aber Iemitsu wäre kein Tokugawa wenn ihm nicht eine nette (?) Lösung eingefallen wäre…am besten bringt man erstmal ein paar davon um…gesagt getan…aber was tun mit den Verbleibenden….auch er konnte nicht alle umbringen … nach einigem intensiven Brainstorming hatte er die Idee…Reisen ist gut für die Unterhaltung, teuer ist es auch und dank der rigorosen Straßenkontrollen auch eine gut zu kontrollierende Angelegenheit…aber wie bringt man die Daimyos zum Reisen? Freiwillig werden die ihre gut befestigten Burgen kaum verlassen…aber habe ich denn nicht die Möglichkeit Gesetze
dahingehend zu schreiben? Hmmm….denk…..nachdem ihm dann einfiel, dass die Tokugawa sogar schon
Gesetze erlassen hatten die den Kaiser und den kaiserlichen Haushalt betrafen und de facto unter Hausarrest stellten...also…“SCHREIBER herkommen, ich will was diktieren“ und so wurden neue Gesetze aufgeschrieben, die den Daimyos befahlen jedes zweite Jahr in der Hauptstadt zu verbringen, dort angemessene Residenzen zu unterhalten und in den anderen Jahren dort einen Teil der Familie „zur Teilnahme am höfischen Leben“ zurückzulassen (1635)….
inzwischen funktionierte auch der Spitzeldienst perfekt. Verrat galt zwar nicht als schick aber doch als akzeptabel…und Sumo…der geneigte Leser erinnert sich vielleicht…das gab es am Kaiserhof … einmal im Jahr und auch an den Höfen der Daimyos…aber ansonsten…gelegentlich im Tempel…aber nur als Kampf gegen einen unsichtbaren Gott….und sonst…es gab am Anfang der Tokugawa Zeit (auch als Edo Periode bekannt, nach dem Sitz der Regierung) viele Samurai, die Ihren Boss verloren hatten, entweder in der Schlacht oder nach der Schlacht…und da die Daimyo keine Soldaten brauchten (immerhin war Frieden befohlen worden vom Obermotz) und sie wegen der Gesetze keine Arbeit annehmen durften (was einige aber doch taten, auch ein 0,5 Koku Samurai muss leben und seine eventuell vorhandene Familie ernähren)
waren sie froh wenn sie bei einem Daimyo als Ringer unterkamen. Der zahlte für Kost und Logis und machte sie zu seinen Untertanen. Natürlich hatte nicht jeder soviel Glück, selbst ein Daimyo konnte keine unbegrenzete Zahl an Ringern unterhalten und die Zahl seiner bewaffneten war recht eingeschränkt. Die weniger glücklichen also veranstalteten tsuji-sumo in den neuen Vergnügungvierteln der grossen Städte…zwar war das betreten dieser Vergnügungsviertel den Samurai eigentlich verboten, aber wen scherte das... Tsuji-Sumo müssen wir uns als recht tja, wie beschreibe ich es am besten … “rustikale“ Angelegenheit vorstellen. Zwei Männer kämpften um die Münzen die in den Ring geworfen wurden. Andere Samurai-ohne-Boss (Ronin) taten sich zusammen und veranstalteten Wohltätigkeitssumo für Schreine und Tempel. Sowas gab es schon lange in Kyoto, wo es sehr gesittet zuging (immerhin wohnte ja der Tenno da und es gab ausreichend Polizei und Soldaten des Shogun um den Tenno zu…schützen) aber Edo war eine junge Stadt, schnell aus dem Boden gestampft, ohne gewachsene Strukturen aber mit einem grossen Vergnügungsviertel. Kyokto war so was wie der Vatikan während Edo mit jeder beliebigen Grossstadt unserer Zeit verglichen werden kann. Verstossene Samurai, Ronin und Banditen aus dem einfachen Volk machten die Stadt nicht gerade zum sichersten Platz auf Erden. Diese drei Gruppen lieferten sich auch einige Schlägereien um die in den Ring geworfenen Münzen, bei denen Schwerter gezogen wurden und Beteiligte und Zuschauer gelegentlich zu Tode kamen….Da Schwerter nur noch von den Samurai getragen werde durften waren die städtischen Banditen technisch unterlegen, aber dem Magistrat gingen die Meldungen über die verstorbenen Zuschauer zusehens auf die Nerven…. und 1648 konnte man an den Nachrichtensäulen der Stadt lesen „Strassensumo ist verboten. Wohltätigkeitssumo darf nicht mehr organisiert werden. Ringer, die aufgefordert werden in den Residenzen ihrer Vorgesetzten zu kämpfen dürfen keine Lendenschurze aus Seide tragen, sondern müssen solche aus Baumwolle tragen“

unsere Herren Ito und Sato interessierte es nicht die Bohne was die Ringer anziehen durften oder nicht…
genauso wie die Nachrichten von den Aufständen in der Nachbarprovinz, wo sich die Bauern gegen die Herren erhoben hatten…das kam inzwischen immer wieder vor…viel interessanter war wie man es schaffen sollte die Felder der Familie mitzubearbeiten, die über Nacht verschwunden war. Ihr Dorf war klein da war es schwer das zu schaffen aber die Familie war einfach in die Stadt gegangen um dort das Glück zu suchen. Verstehen kann man es ja, in der Stadt ist das Leben leichter, hier hat man nichts, der Lehrer, der im Moment unterrichtet will auch schon wieder weg, also muss man einen neuen suchen…wenigstens ist Frieden….

im nächsten Teil treffen wir dann auf Ikazuchi Godaiyu, dem jeder Sumofan einen Altar bauen, vor diesem Altar 6 Mal im Jahr auf die Knie fallen und dem guten Mann danken sollte….ach, ihr kennt den nicht….ihr werdet ihn kennenlernen….er ist der Vater des Sumo
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Beitragvon tsunamiko » 28. Sep 2006 14:07

Teil X – Sumo ist verboten und kommt wieder und sieht jetzt schon fast so aus wie wir es kennen…nicht ganz, aber wir nähern uns an

In diesem Kapitel lernen wir den Vater des Sumo kennen…die ersten namentlich bekannten Sumotori, die wirklich Sumotori im heutigen Sinne sind…und natürlich…einen neuen Tokugawa….aber wir fangen diesmal von hinten an…Herr Ito war in der Stadt…und ist entrüstet…

Herr Ito war in der Stadt einen seiner zahlreichen Enkel besuchen, der ist da Geldverleiher und die Steuern müssen ja irgendwie bezahlt werden…nach seiner Rückkehr marschierte er auf dem schnellsten Weg zu Herrn Sato und erzählte ihm was für ein Sündenbabel die Stadt doch wäre…nein, in ihrem Dorf sind die Sitten doch noch besser…nach dem Gespräch mit seinem Sohn war er noch ein wenig durch die Stadt gegangen und hatte sich „zufällig“ ins Vergnügungsviertel verirrt…rein zufällig versteht sich…und dort hatte er eine Tafel gesehen auf der stand an diesem Abend würde im Haus des roten Mondes ein Sumoturnier
stattfinden….das war ja eigentlich verboten…hmm und die Namen der Teilnehmer…Ozeki Großbusen gegen Maegashira Schnurrkatze…schon merkwürdig…aber wenn er schon da war…dann wollte er auch Sumo sehen….er ging also hin, zahlte den Obolus für den Eintritt und wartete mit den anderen ab…dann tauchten die Kontrahenten auf und Herr Ito schlug sich die Hände vor die Augen (wieso er Herrn Sato trotzdem alles erzählen konnte??? Wahrscheinlich konnte er die Finger nur gespreizt vor die Augen schlagen…ihr könnt Fragen stellen…tststs)… zwei Frauen…nackt bis auf die Mawashi…nein…so was auch…und dann trat noch ein Sekiwake (den Namen kann er Herrn Sato nur zuflüstern) gegen einen Mann an…einen blinden…und die Zuschauer johlten als der die Frau überall erwischte, nur nicht am Mawashi…nein…die Sitten verkommen total…wie bitte…dem Lehrer werden auch die Dorfmädchen als Geliebte angeboten damit er bleibt, na das ist doch was ganz anderes…das ist doch überall so…

anständiges Sumo war aber weiterhin verboten – naja, soweit das was vorher auf den Strassen geboten wurde anständig war. Wohl nur im Sinne von bekleidet..weniger im Sinne von ehrlich *g* .. Da in Japan aber Regeln nun mal nie so eindeutig sind und immer einer Auslegung bedürfen gab es kurz nach dem Verbot ein 6-Tage-Wohltätigkeitsturner für den Sanjusangendo-Tempel, das allerdings mit Auflagen versehen wurde wie z.B. Untersagung der Teilnahme von Zuschauern.

Noch hielt Tokugawa Iemitsu die Macht fest in seinen Händen aber sein Erbe war erst 10 Jahre alt als Iemitsu 1651 starb. Eines der ersten Probleme denen sich der neue Shogun und seine (von Papa eingesetzten) Berater und Regenten auseinandersetzen mussten waren die mal wieder rebellischen Ronin.
(so eine Gelegenheit zum Bürgerkrieg mit Bedarf an Samurai konnte man sich doch nicht entgehen lassen).
Die wurden unter Überwachung gestellt und durften keine Fantasienamen mehr annehmen. Es griffen auch die Massnahmen gegen die Daimyos, deren finanzielle Möglichkeiten durch den ständigen Umzug und den Unterhalt einer „angemesssenen“ Residenz in Edo äusserst strapaziert wurden. Die Daimyos verzichteten lieber auf die Kabuki Vorführungen und die eigenen Ringer, das war zu teuer und ausserdem waren die Authoritäten gegen solche „Vergnügungen“. Für fast 30 Jahre wurden keine Ringer mehr von den Daimyos angeheuert.

Die herrenlosen Samurai scherten sich allerdings einen feuchten Kehrricht um die Verordnung und zeigten in den Vergnügungsvierteln weiter Sumo bis dann 1661 den Behörden der Kragen endgültig platzte und sie ex kathedra Sumo verboten…und Noh und Kabuki und Bunraku gleich in die Vergnügungsviertel verbannten…..danach wischten sie sich den Schweiss von der Stirn und schauten was sie geschafft hatten…sie warens zufrieden. Diesmal griff das Verbot. 20 Jahre lang verschwand Sumo komplett von der Bildfläche, während alle anderen Vergnügungen Hochkonjunktur hatten.

Natürlich versuchten die Ronin und die Ex-Ringer immer wieder Sumokämpfe abzuhalten (das wissen wir weil das Verbot immer wieder erneuert wurde und aus schriftlichen Quellen und Bildern) und schlossen sich zu einer losen Interessengemeinschaft zusammen….und an diesem Punkt im Jahre 1684 taucht Ikazuchi Gondaiyu auf. Irgendwie hat er es geschafft dem Magistrat der Stadt Edo die Erlaubnis für ein 8-tägiges Sumoturnier am Fukagawa Hachiman Schrein abzuschwatzen. Viele Petitionen waren dafür nötig und die Erlaubnis wurde schliesslich erteilt weil er mit Ikazuchi Gondaiyu Regeln aufschrieb und so die Probleme des früheren Sumo abzustellen versuchte. Was Ikazuchi nach einigen schlaflosen Nächten und Kopfzerbrechens präsentierte war unter anderem --- ein Ring aus mit Ton (tsuchi oder do) gefüllten Reisstrohverpackungen (tawara oder hyo).

Bereits damals gab es die zwei versetzten Teile der Tawara an gegenüberliegenden Seiten. Damals waren
sie auch noch nötig…gerungen wurde ja im Freien und auch in Japan regnet es gelegentlich.

Und damit kommen wir dann im nächsten Kapitel zu den „richtigen“ Sumokämpfen und nähern uns der ersten Banzuke
...there are so many different ways that lead to the gods
so many ways that lead to enlightment


but only one way that leads to the next gucci boutique...........


nadja maleh - flugangsthasen
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Beitragvon tsunamiko » 30. Mär 2008 18:32

Teil XI – Sumo etabliert sich

Im 11. Teil der Geschichte des Sumo treffen wir einen Hunde-Shogun und kommen ins „Goldene Zeitalter“, das natürlich für unsere Herren Ito und Sato nicht so golden war und

Wir springen ins Jahr 1681 und ein zu einem neuen Tokugawa. Es ist Shogun…Tokugawa Tsunayoshi, der von 1680 bis 1709 Shogun war und eine Reihe interessanter Verordnungen erliess…von denen unsere Herren Ito und Sato nun ganz und gar nicht begeistert waren…keine streunenden Hunde mehr erschlagen dürfen…ja wo kommen wir denn hin?? In den Randgebieten von Edo soll es sogar ein Haus geben in dem streunende Hunde Futter bekommen und leben können…unsereiner kann ja verhungern, wen interessiert das schon, aber die Hunde… nur verständlich dass die Bauern aus dem Dorf im Norden sich zur Wehr gesetzt hatten…Auch der Enkel, der Geldverleiher, konnte nicht gross aushelfen…die Samurai machten zwar Schulden bei ihm, aber mit dem zurückzahlen waren sie mehr als langsam… aber die letzten zwei Ernten waren gut gewesen und sie hatten dem Steuereintreiber einiges unterschlagen können…es war schon ein schlauer Trick gewesen die Felder als unnutzbar zu erklären und nur wenig anzubauen bis er bei der Erstbesichtigung durch war…und die Götter waren gnädig..er war nicht wieder gekommen bis zur Ernte…und hatte ihnen dann nur den von ihnen angegebenen Teil des Reis genommen… …Zum Glück gab es noch die Nachkommen von dem Sohn der in die Mitsui Familie eingeheiratet hatte…die hatten ja inzwischen ein grosses Kaufhaus in Edo…man stelle sich das mal vor…ein Haus in dem alles gekauft werden konnte…wenn man bar zahlte sogar zu normalen Preisen, nur wer auf Kredit kaufte…achja…Herr Ito schaut zu Herrn Sato rüber…Kaufmann…das wäre ein Beruf gewesen…aber sie waren ja Bauern geblieben und jetzt standen sie zwar nominell über den Kaufleuten aber was hiess das schon. Alle Last lag auf Ihren Schultern. Wenn sie gewusst hätten, dass es noch schlimmer kommen sollte…die „Goldene Ära“ lag noch vor Ihnen……

Um Sumo konnten sich Herr Ito und Herr Sato natürlich nicht kümmern, obwohl das inzwischen wirklich schon Sumo war…es hiess zwar noch kanjin zumo aber es war inzwischen wirklich Sumo. Die Verbote des Shogunats waren ausserhalb von Edo vor allem in Osaka nicht eingehalten worden und dort hatten sich Ringer zu Gruppen zusammengeschlossen, so sie nicht von einem Daimyo finanziert wurden. Aber es tat sich was im Sumo. Im letzten Kapitel waren ja die Regeln aufgeschrieben worden und eine Begrenzung des Kampfplatzes gab es seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ja auch. Allerdings war man sich noch nicht ganz einig wie so ein Dohyo auszusehen habe. In Edo, Osaka und Kyoto bevorzugte man eine quadratische Version mit Säulen in den Ecken. Nur in der Nabu Region im Distrikt Oshu gab es ein hölzernes Dach, das sich aber nicht gleich durchsetzen konnte und noch lagen die Reissäcke auf der Erde, teilweise eingegraben wurden sie erst nach 1720. Noch anderes hatte sich geändert. Die Anzahl der Kimarite war auf 48 festgesetzt worden.
(vor Gondaiyus Regeln hatte es über 250 gegeben). Es gab je 12 „Nage“, „Kake“, „Sori“ und „Hineri“ Techniken. Erst später kamen andere Techniken dazu. Immernoch wurden regelmässig Edikte erlassen, die das Strassensumo verboten, aber das legitimierte Benefitsumo wurde davon nicht mehr berührt.
Die Organisatoren eines Sumoturniers mussten sich vom Magistrat eine Erlaubnis holen und Angestellte des Magistrats kamen zu den Veranstaltungen um diese zu überwachen. Bei dem Dohyo wurden hölzerne Schilder aufgestellt mit der Aufschrift „gomen o komuru“ was grob übersetzt heisst „Veranstaltung gestattet“. Für Gondaiyu scheint sich das ganze zu einem Vollzeitjob ausgewachsen zu haben. Er wurde Organisator der ganzen Veranstaltungen und wurde so die Verbindung zwischen den Ringergruppen und der Verwaltung. In der 1684 ausgestellten Genehmigung war er als „Toshiyori“ bezeichnet worden, eine Bezeichnung, die spätere Veranstalter übernahmen. Während der Edo Zeit war Toshiyori ein Begriff mit dem abgesehen von Staatsbeamten in der Zentral- und Provinzregierung auch die Anführer von kleinen Interessensgruppen von Städtern bezeichnet wurden. Die Aufgabe des Toshiyori beim Sumo war es der Gruppe von Professionellen Ringern vorzustehen, Benefitzsumo zu veranstalten und sie waren dafür verantwortlich, dass diese Veranstaltungen friedlich verliefen. Das „goldene Zeitalter“ begann um 1688 und war … naja… sagen wir mal, für die meisten Bewohner Japans alles andere als golden. Das Shogunat lebte komplett über seine Verhältnisse. Zwar waren die Samurai der ‚herrschende’ Stand, aber die Kaufleute waren zu Reichtum gekommen und zeigten diesen gerne unter anderem indem sie sich in Seide kleideten, etwas was vorher nur der herrschenden Klasse gestattet war. Die Samurai, die ja finanziell von den Zahlungen ihrer Daimyos abhängig waren (die wiederum ihre Reiszahlungen vom Shogun bekamen) mussten sich hoch verschulden um sich einen entsprechend ausschweifenden Lebensstil leisten zu können. Was sie auch ausgiebig taten. Am Ende wurde versucht mit Münzverschlechterung und generellem Schuldenerlass zu retten was zu retten war…aber davon im nächsten Kapitel.




Tsunayoshi war strenggläubiger Buddhist und erlies tatsächlich Gesetze, die das Töten von Tieren unter strenge Strafen setzten. Da er im Jahr des Hundes geboren war wurden Hunde seiner besonderen Aufmersamkeit gewiss.
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Teil XII - Die erste Banzuke ist da....

Beitragvon tsunamiko » 12. Jan 2009 19:18

naja, genaugenommen noch nicht so ganz…aber fast…
wir erinnern uns…Ikazuchi Gondaiyu hatte dem Magistrat das Gomen o Komuru (Erlaubnis erteilt) wie auch immer immer abgeschwatzt, abgekauft, abgerungen und war Toshiyori geworden und dann kam sie…endlich…1699 … die erste Banzuke…sie wurde auf einer Holztafel veröffentlicht. Anlass war ein Turnier Okazaki Tenno-sha Schrein in Kyoto. Es gab sie noch nicht in der heute üblichen senkrechten Version und ist das erste „Dokument“ bei dem die drei höchsten Ränge (den Yokozuna gab es ja noch nicht, der musste erst noch erfunden werden) erwähnt wurden. Aber Yoshida Oikaze erschien auf dieser Banzuke als Gyoji. Hätten wir eine Sumokampf gesehen wäre er uns noch immer fremd erschienen. Es waren zwar schon aus dem Shintoismus die Rituale des Salzstreuens (zur Reinigung des Ringes), Stampfens (für die Vertreibung böser Geister) und das Klatschen (um die Aufmerksamkeit der Götter zu erreichen), übernommen worden, aber die Kämpfe waren immer noch eine für den heutigen Sumobetrachter fremdartige Angelegenheit.
Es gab zwar inzwischen viele Regeln und wie schon in einem vorherigen Kapitel geschrieben war das Abmurksen des Gegners jetzt gesellschaftlich nicht mehr anerkannt, aber um die feineren Herrschaften zu begeistern war halt immer noch etwas mehr nötig als nette Kämpfe bei denen ein Rikishi A an Rikishi K abrutscht….

Aber zurück zu den Ältesten des Sumo. Die Familie aus der Yoshida Oikaze stammte hatte es geschafft die Aufmerksamkeit der noblen Gojo Familie zu erlangen, von der man nicht weiß wie sie mal zum Sumo gekommen ist, die aber als Förderer des Sumo angesehen wurden und angehende Sumooffizielle versuchten immer wieder ihre Aufmerksamkeit zu erringen. Nun, mit ihrem Wohlwollen und dem der Hosokawa Fürsten und der Nijo Familie aus Kyoto gelang es Oikaze Macht und Einfluss zu bekommen und so die anderen Gyoji zu übertrumpfen. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts waren die Yoshidas dann die unangefochtenen Chefs unter den erblichen Linien der Gyoji. Das wäre ja eigentlich total uninteressant wenn nicht…ja, wenn nicht im Jahre 1726 ein Schiedsrichter namens Kimura Shonosuke von ihnen die offizielle Anerkennung als Schüler beantragt hätte, genau wie 1729 Shikimori Godaiyu. Beide werden in der Zukunft die Erblinien der Chefschiedsrichter in Edo gründen, allerdings änderte die Shikimori Linie den Namen 1765 um auf Kinosuke.

Interessierte das unsere Herren Ito und Sato?? Nicht wirklich. Die waren immer noch voll damit beschäftigt zu überleben und Sumo war überwiegend interessant als Vorhersage des Ernteertrages…wobei…im letzten Jahr und da erinnert sich der Herr Ito ganz genau war doch eigentlich für das Dorf ein guter Ertrag vorhergesagt worden…wieso zum Teuf** war denn jetzt der Ertrag schlecht? Der Priester meint ja sie hätten seine Deutung falsch verstanden…ja war der Kerl denn ein Schüler des Orakels von Delphi?? Aber die Erträge waren an sich ja nicht schlecht, nur hatte der Ausbruch dieses Berges da hinten, heute bekannt als Fujisan, ihnen ziemlich viel Asche in die Felder gebracht, aber Osaka hatte es ja einen Monat vorher viel schlimmer durch das grosse Erdbeben erwischt…ein Jahr später hatten sie noch einmal Grund dankbar zu sein, Bewohner von Dörfern, die dichter am Fuji lagen hatten nach dem Hoei Ausbruch die vulkanische Asche einfach in der Nähe der Bäche abgelagert und nach starken Regenfällen wurde diese im August 1708 in den Sakawa gespült. Die sich bildenden Dämme und die Brüche der Dämme sorgten für eine Überflutung der Ashigara Ebene…Herr Ito und Herr Sato wischen sich den Schweiss von der Stirn…noch einmal Glück gehabt und mit der neuen Währung wird es vielleicht wirklich endlich besser…und vor allem…ein Enkel von Herrn Ito ist dem Daimyo aufgefallen, wegen seiner Grösse und Stärke und inzwischen ist er schon ein 5 Koku Ringer beim Daimyo und hat seine Familie nicht vergessen…er gibt immer von dem Reis oder dem Erlös aus dem Verkauf etwas an seine Familie…er soll nur brav trainieren, vielleicht wird aus ihm ja noch ein 20 koku Ringer…das wäre zu schön….die Ehre, die damit verbunden ist…und das Geld und Essen…und es hiess ja es solle eine neue Reform der Währung geben…wäre nicht schlecht, dieses Kupfergeld war ja zu nichts zu gebrauchen, eine Goldwährung…das wäre etwas.

Die gab es dann ja auch…Tokugawa Ienobu, dessen Regierungszeit die Nengo Hoei (1704-1711) und Shotoku (1711-1716) hat, räumte gründlich auf. Er lies das Justizsystem reformieren, die Zensur wurde gelockert und er versuchte die freundlich gesagt nicht existenten Beziehungen zum Kaiserhof (jaja…es gab immer noch einen Tenno, wenn den auch kaum noch jemand kannte) wieder auf eine vernünftige Grundlage zu setzen…auch wurde die von ihm angedachte Reform des Geldes unter seinem Nachfolger, von dessen ersten Berater (der neue Shogun steckte noch in den Windeln) durchgeführt, genau wie eine zarte Öffnung von Dejima für Ausländer. Es durften jetzt jedes Jahr 30 chinesische und 2 hollandische Schiffe den Hafen anlaufen. Und es gab noch andere Neuerungen, aber davon dann im nächsten Kapitel…..
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Re: Teil XII - Die erste Banzuke ist da....

Beitragvon Hakanonami » 13. Jan 2009 13:52

tsunamiko hat geschrieben:wirklich endlich besser…und vor allem…ein Enkel von Herrn Ito ist dem Daimyo aufgefallen, wegen seiner Grösse und Stärke und inzwischen ist er schon ein 5 Koku Ringer beim Daimyo und hat seine Familie nicht vergessen…er gibt immer von dem Reis oder dem Erlös aus dem Verkauf etwas an seine Familie…er soll nur brav trainieren, vielleicht wird aus ihm ja noch ein 20 koku Ringer…das wäre zu schön….die Ehre, die damit verbunden ist…und das Geld und Essen…und es hiess ja es solle eine neue Reform der Währung geben…wäre nicht schlecht, dieses Kupfergeld war ja zu nichts zu gebrauchen, eine Goldwährung…das wäre etwas.


Frage: was ist/sind Koku - im Sumo-Wörterbuch hab ich es nur als Teilwort/wörter gefunden?
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Re: Die Geschichte des Sumo

Beitragvon tsunamiko » 13. Jan 2009 14:11

ein koku reis ist die menge, die ein erwachsener mensch im jahr verzehrt. genaueres heute abend, wenn ich wieder an meinem heim pc sitze


schön einen treuen leser zu haben....
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Re: Die Geschichte des Sumo

Beitragvon Hakanonami » 23. Jan 2009 10:49

tsunamiko hat geschrieben:ein koku reis ist die menge, die ein erwachsener mensch im jahr verzehrt. genaueres heute abend, wenn ich wieder an meinem heim pc sitze


War das symbolisch gemeint, ....
...bitte löschen, da ich die antwort bei japan und japanisch gefunden habe - danke.
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Re: Die Geschichte des Sumo

Beitragvon tsunamiko » 8. Apr 2009 12:11

Teil XIII. Der Tenno ist tot, es lebe … die Tenno?????


Ja es gibt ihn noch, den Tenno…zu sagen hat er nichts, er sitzt in Edo und vertreibt sich seine Zeit mit Haiku und Hoffesten, sogar Beerdigungen können ihren Reiz haben…in Europa hat sich inzwischen durchgesetzt den Shogun als Kaiser zu betrachten, Kämpfer schreibt über den Tenno nur noch als religiöses Oberhaupt irgendwo da draußen….ach…das Wissen verschwindet…Bernhardus Valerius hatte in seiner 1649 in Amsterdam erschienenen Descriptio Regni Iaponiae noch über den Kaiser (Tenno) geschrieben, der die Macht an einen Heerführer verlor, aber was interessiert noch das Buch von gestern….Der Kaiser ist der Shogun und der da in Kyoto ist halt…naja…so was wie der Papst…nur nach dem Tod von Momozono bestieg im Jahre 1762 eine Frau den Thron des Tenno (also sowas wie eine Päpstin)…Go-Sakuramachi … Momozono war ihr jüngerer Bruder gewesen und es hatte eines besonderen Ediktes bedurft (eines von Momozono) um sie auf den Thron zu hieven. Der Sohn von Momozono war 1762 erst 5 Jahre alt und sein Vater dachte wohl, besser die Schwester auf den Sessel als die bucklige Verwandschaft…schaut sie Sumo, wahrscheinlich…einmal im Jahr wird es immer noch ein Fest geben bei dem Sumo gezeigt wird…gefällt es ihr?? Dazu schweigen die Quellen…Ihre Nengo sind Horeki und Meiwa und 1771 tritt sie zugunsten ihres Neffen, der als Go-Momozono den Thron besteigt, zurück. Lange konnte sich der kränkliche Jüngling nicht seines Titels erfreuen, 1779 stirbt er und … die bucklige Verwandschaft kriegt den Titel…alle Mühen für die Katz

Tja…und SUMO??? Na das gibt es natürlich auch noch…zweimal im Jahr findet in Edo ein Basho statt…gehen wir doch einfach mal hin…nachdem wir unseren Obolus gezahlt haben gewährt man uns Einlass in den Tempelbereich…he…was heißt da ich darf nicht rein? Weil ich eine Frau bin? ja noch nie was von Gleichberechtigung gehört? okay, okay…ich gehe ja schon…Frauen dürfen halt nur am letzten Tag zuschauen, wenn die besten Kämpfer nicht antreten…hmmpf

Nun dann…da das Fernsehen noch nicht erfunden ist (vielleicht ein Grund für die Überbevölkerung) also dann ein Bericht aus zweiter Hand…der freie Raum ist voll…Menschen aller sozialen Schichten sitzen am Boden und starren in die Mitte wo ein Ring aus teilweise in der Erde versenkter Reisstrohballen von einem von Säulen getragenen „Dach“ (um das mal etwas euphemistisch zu bezeichnen) gekrönt wird…vier Männer sitzen mit dem Rücken zu den Säulen und in der Mitte des Ringes ist ein mae-gyoji..was? nie gehört? Ein fure, nanori (Ansager) … auch unbekannt… na halt ein tsubaki gyoji (was denn, den hockenden gyoji kennt ihr auch nicht) naja…halt einer der in ein paar Jahren Yobidashi heißen wird…und verkündet die Namen der Kämpfer…die Jungs betreten den Ring…mit dem in fescher Samurai Klamotte gehüllten Gyoji..(der heißt wirklich schon so) beide zeigen was sie so an Muskeln haben…es werden Wetten abgeschlossen…es wird gejohlt und geschrien..wie bitte? Tja…die ruhigen Zuschauer kommen erst später…die sind noch nicht einmal geboren…es ist eine Volksbelustigung, die hier geboten wird…Stärke zeigen, den Gegner beeindrucken, einschüchtern…jawohl … zeig es ihm…mach ihn fertig…ach…immer diese Präliminarien…okay…Stampfen, Wasser trinken, Salz streuen… aber jetzt…pf…immer noch nicht…aber jetzt…der Gyoji gibt den Kampf mit seinem Gumbai frei….klare Sache…unser Favorit hat gewonnen, knapp aber gewonnen…meint der Gyoji, aber was ist das…in der ersten Reihe ist ein Samurai aufgestanden und diskutiert mit dem Gyoji…was soll denn das?? Der Gyoji schaut ratlos und geht zu einem der an den Säulen lehnenden Herren…ah…die shihom-bashira sollen eine Meinung abgeben…(ca ab 1780 saßen immer 4 Älteste mit den Rücken zu den Säulen, der volkstümliche Name shihom-Bashira bedeutet soviel wie die „vier Säulen“vorher saßen sie auf Kissen vor dem Ring) und die Herren beginnen zu diskutieren…wobei sie immer wieder einen Blick auf die Wappen werfen, die den Kimono des Samurai schmücken…wie?? Waaaaas? Unentschieden?? aber der war doch … ah… der Samurai repräsentiert einen wichtigen Daimyo und meint sein Rikishi hätte knapp aber doch gewonnen…

Tja, das ist die Realität im Sumo dieser Tage…die Daimyo sponsern Ringer und erlauben ihnen an den Kämpfen teilzunehmen…wenn nun der Daimyo meint sein Ringer wäre bei der letzten Banzuke schlecht weggekommen oder ihm das Ergebnis eines Kampfes nicht so ganz klar ist (selbst geht er nicht mehr unbedingt zum Sumo…er schickt einen seiner Samurai als Beobachter und Wahrer seiner Interessen) dann kommen die von ihm gesponserten Ringer nicht mehr…also Bemühen sich die Ältesten des Sumo die Daimyo glücklich zu machen, denn die Daimyo haben die besten Ringer. Wenn also die Beschwerde begründet war (und/oder der Daimyo wichtig genug) dauerten diese Verhandlungen oft bis nach dem Turnier. Oder man gab einfach ein Unentschieden oder der Kampf wurde gänzlich unter den Tisch fallen gelassen.

Aber zum nächsten Kampf…was ist das…es tropft…es tropft mehr…es schüttet…das bedeutet das Ende der Kämpfe für heute…die Zuschauer verlassen den Schrein und die Herrschaften vom „Sumoverband“ zählen das Geld…nach Abzug der Unkosten und der Bezahlung der Ältesten und „freien“ Ringer kann es noch einen Betrag geben. Der wird dann an die Betreiber der Sumoställe gegeben, die keinem Daimyo gehören, damit die es für ihre Schüler verwenden. Zu den Unkosten zählte auch das Essen der Ringer während der Kampftage …

Jaja…das Essen…wenn unsere Herren Ito und Sato das schon gekannt hätten, dann hätten sie sich als Melkkühe der Nation bezeichnet, aber dieser Begriff wird erst später von den Autofahrern erfunden…die Forderungen an die Bauern wurden immer höher und die Bauernaufstände hatten nicht wirklich etwas gebracht…es wurde zwar in den Mythen und Theaterstücken immer wieder erzählt, die Anführer dieser Aufstände hätten diese Aufstände angezettelt wissend, dass sie dafür sterben müssten, aber vielleicht war auch einfach der Hunger so groß, dass es ihnen egal war…1770 war das erste Jahr einer 15 Jahre dauernden Dürre und in ganz Japan litten vor allem die Bauern…Kindermord und Abtreibung war an der Tagesordnung und die Landflucht (legal und illegal) brachte den Städte ein ungeahntes Wachstum. Edo hatte über eine Million Einwohner und Kyoto und Osaka hatten jeweils rund 400.000…damit war Osaka die größte Hafenstadt der Welt zur damaligen Zeit und Edo mit Peking wohl die größte Stadt der damaligen Zeit….

Was sonst noch passiert war??? Ein Taifun hatte 1770 den gerade neu erbauten Palast der Tennonine zerstört, der Lexell Komet war im Sommer und Herbst desselben Jahres am Himmel zu sehen. Am 29. Februar 1772 hat einer der drei großen Edo Brände 178 Tempel und Schreine zerstört, genau wie 127 Daimyo Residenzen, 878 nicht offizielle Residenzen, 8705 Häuser von Bannerträgern und 628 Blocks von Händler und Handwerkersiedlungen. Die Toten wurden auf über 6000 geschätzt. Ein Unwetter mit Sturm brachte am 2. August desselben Jahres Überschwemmungen in Kanto und am 17. August traf ein weiterer Sturm Japan und zerstörte allein in Edo rund 4000 Häuser….

Der Schuldige war schnell gefunden…es war das Jahr meiwa 9 und das heißt auf japanisch meiwa-ku und klingt sehr ähnlich wie meiwaku was Unglück oder Unannehmlichkeit bedeutet und man entschied sich das nengo zu ändern…

Brachte das etwas….wir werden sehen….wenn wir im nächsten Kapitel auf die Yokozuna treffen….
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Re: Die Geschichte des Sumo

Beitragvon tsunamiko » 4. Aug 2009 15:43

Teil XIV – Epidemien, Katastrophen und Yokozuna

Irgendwie habe ich zwischendurch ein paar Tokugawa ausgelassen, aber wen interessiert schon ein makelloses Leben, wie es Tokugawa Yoshimune lebte…okay…er hatte einen hervorragenden Kopf auf seinen Schultern und wird neben dem Dynastiegründer … na, wer weiss noch wie der hiess?? Genau…Ieyasu…als fähigster der Sippe betrachtet…da gibt der jetzige…Ieharu doch viel mehr her…Wein und Weib interessierte ihn…vielleicht auch der Gesang, aber Wein und Weib sicher…sein Vater war nur nach erheblichem widerstand an die macht gekommen und in seinem namen hatten dann berater regiert, vor allem ooka tadamitsu schaffte es zum schluss die regierung zu übernehmen. Geholfen haben im dabei zwei umstände ieshige hat stark gestottert und der gute ooka behauptete ihn zu verstehen und seine anordnungen zu verkünden und was vor allem half, ieshige hat sich absolut null um seinen job als shogun gekümmert…sollten das doch andere machen….und ieharu war am regieren genauso wenig interessiert…wofür auch, sake und nette frauen sind doch viel angenehmer als trockene regierungsgeschäfte…. der böse geist von ieharu war tanuma okitsugu, der vor allem die korruption im staat förderte und nichts gegen die gallopierende inflation tat…. eigentlich kann man zu den tokugawa sagen, es kam ieshige und von da an ging’s bergab…

So bergab, dass sogar der tenno sich traute wieder aufzumucken….brachte aber nichts, auch wenn der gute ieharu vielleicht gerade im sakerausch im arm eine konkubine war…seine berater wussten auf welcher seite das brot gebutter war und … okay…der fisch auf dem sushi liegt…und liessen diesen jungs in kyoto nichts durchgehen…die sollten bloss nicht auf dumme ideen kommen….

Unsere herren ito und sato sassen bei einer tasse eines heissgetränkes aus blättern und heissem wasser (tee war nicht erschwinglich) und erzählten sich von alten zeiten…und den verkommenen neuen. Aber das war und ist wohl immer so…die erinnerung malt nun mal mit einem golden pinsel….aber die zeiten waren wirklich schlecht….die epidemien von 1775 mit 190.000 toten nur in edo waren nicht gegen das was kam 1782 beginnt die grosse tenmai hungersnot, die durch den ausbruch des asama-yama im folgenden jahr noch verschlimmert wird.. unsere herren ito und sato schaffen es aber, bauernschlau wie sie sind sich einigermassen durch die zeiten zu lavieren (vor allem vielleicht auch weil sie nicht im norden von japan leben…andere haben da nicht soviel glück, ….und dann war da ja noch der urenkel des sohnes, der damals vor langer zeit kaufmann wurde…ohne den wären sie schlimm dran, aber er kümmerte sich um sie und sorgte dafür, dass die not nie zu gross wurde….

Das shogunat hatte grosse verwaltungstechnische probleme (eines hiess tanuma okitsugu) und war nicht in der lage ökonomische macht auszuüben. Die kaufleute dagegen hatten gute jahre. Für sie began eine zeit des ständigen aufschwunges. Massive landflucht hatte eingesetzt und viele frauen und männer hatten als letzte möglichkeit des überlebens den eintritt in eines der bordelle, die in den vergnügungsvierteln aus dem boden schossen. Zur selben zeit aber began die blüte der städtischen kultur. Kabuki wurde wieder in und die werte der kaufmannszunft wurden humorvoll in büchern wiedergegeben. Für zensur hatte des shogunat weder zeit noch leute…
Und auch die ukiyo-e wurden populär. Bilder von kurtisanen und schauspielern waren begehrt und ereignisse, die sich um ringer drehten fanden sich in sowohl in humorvollen gedichten als auch in den neuen kibyoshi, büchern aus massenproduktion. Holzschnitte, die die berühmtesten Ringer zeigten waren begehrt und auch sumopuppen und spielkarten mit sumomotiven waren renner….

Aber auch wenn meister des ringkampfes jetzt in regelmässiger folge erschienen wollten die ältesten des sumo dem geschmack der „fliessenden welt“ entgegenkommen indem sie Riesen oder übergrosse kinder engagierten, damit diese die dohyo-iri vorführten. Diese ringer erhilten den rang eines ozeki obwohl fast nie einer von ihnen an einem kampf teilnahm. Bekannt waren sie als kamban ozeki (werbeschild ozeki) und sie waren meist nur bei ein oder zwei turnieren zu sehen und wurden dann durch neue ersetzt.

Und im hintergrund versuchten die beiden führenden familien yoshida und kinosuke jeweils die oberhand zu bekommen, was dann nach dem tod von ieharu im jahr 1786 und dem folgenden ende der macht des hern tanuma okitsugu zu einem neuen berater für den nächsten tokugawa führte…matsudaira sadanobu, einem beamten an dem jeder preussische könig seine freude gehabt hätte…und es gibt ja nichts was einem beamten mehr spass macht als regeln,…und diesem herrn und seinen regeln verdanken wir, dass im jahr 1789 etwas ganz neues auftaucht…..


Der yokozuna
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